Aufgedeckt: Der Spürhund von t-online

Mißbrauchte Streitmacht auch radikaler Regierungen: Die Polizei (Symbolbild: shutterstock.com/Von Ben Druecker)

Wo wird der Widerstand gegen Merkels Corona-Diktatur organisiert? – Bei Telegram. Wer organisiert den Widerstand? – Das Phantom. Wer ist das Phantom? Lars Wienand von t-online ist es nicht. Der hat es aber „aufgespürt“, wie t-online berichtet. Und gesprochen hat t-online auch mit dem Phantom. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Um gleich damit herauszuplatzen: Das Phantom nennt sich „Frank der Reisende“. Es stammt aus Thüringen und „vernetzt alle Umsturzideen„, wie Lars Wienand weiß.

Auf Telegram gärt der Protest gegen Corona-Maßnahmen und „das System“. t-online und das ARD-Magazin „Kontraste“ haben eine Schlüsselfigur gefunden: den Mann, der hinter Tausenden Kanälen und Gruppen steckt.“ – das paßt. Wer hinter dem ARD-Magazin „Kontraste“ und t-online steckt, wußten „wir“ nämlich bereits. Nur zur Erinnerung: Hinter t-online steckt die größte Medienholding der Welt namens „wpp„. Unter ihrem Dach versammeln sich Medien- und Werbeunternehmen sowie Demoskopie-Institute. Bis 2018 war Sir Martin Sorell Chef bei „wpp“, ein guter Bekannter von George Soros, in dessen Auftrag er 2017 noch die „Remain“-Kampagne austüftelte, um das Brexit-Votum der Briten auszuhebeln. Emnid, infratest-dimap, die ströer-media, Scholz & Friends und eine Unzahl anderer Medien, Demoskopieinstitute und Werbefirmen, von denen der Durchschnittsbürger annimmt, sie seien noch immer deutsche Firmen, befinden sich direkt oder indirekt im Besitz der „wpp“. Von der Werbeabteilung der „wpp“, der „Kantar-Group“, lassen sich deutsche Konzerne und Zeitungen beraten (Siemens, FAZ) und sogar Bundesministerien lassen sich dort sogenannte Kampagnen schneidern.

Wenn also das „wpp“- eigene Medienunternehmen „t-online“ das Phantom „Frank der Reisende“ aufspürt, welches „alle Umsturzideen“ vernetzt, dann dürfen „wir“ einen total objektiven Bericht erwarten, weil ja niemand eine Verbindung erkennen kann zwischen Merkels Corona-Diktatur und einer globalistischen Agenda mit dem Ziel, per Great Reset eine Neue Weltordnung zu etablieren. Ein Schelm, wer behauptet, „alle Umsturzideen“ seien schon lange unter dem Dach der „Wpp“ zusammengelaufen, bevor „Frank der Reisende“ beschloß, der historisch bis dato unbekannten Verbrüderung von Größtkapital und globalen Lifestyle-Linken als aufrechter Konterrevolutionär entgegenzuwirken. Schelmenhaftigkeit ist ein sympathischer Charakterzug. Der Schelm hat außerdem recht.

Der aufgespürte Frank, reisender Verreter aller Umsturzideen, heißt mit bürgerlichem Namen Frank Schreibmüller, wie Lars Wienand artig berichtet, ohne daß er das selbst glauben würde. „Schreibmüller“ klingt ihm zu verdächtig nach einem Reichsbürger-Namen. Dennoch: „Aber Frank Schreibmüller ist nicht irgendwer: Er drang mit mutmaßlichen Rechtsterroristen in eine Asylunterkunft ein und ist für Thüringens Verfassungsschutz selbst Rechtsextremist, er war Hochzeitsgast bei einem Sektenführer, er kooperierte mit der Anführerin des Sturms auf die Reichstagstreppen und unterstützte bei der Aktion DDay2.0 die Organisation von Blockaden auf der Autobahn.“ – Nein! Doch! Oohhh! „Eingedrungen“ ist er in eine Asylunterkunft? Mutmaßlich oder tatsächlich? Durchs Fenster? Durch die Wand? Gab es Widerstand gegen die Eindringung zu überwinden? Wundert sich irgendwer, daß der mutmaßlich linksextreme Thüringer Verfassungsschutz des Herrn Kramer überall mutmaßliche Rechtsextremisten sieht? Wer war der hochzeitende Sektenführer? Ein grüner Landesfürst? Und wieso wurde aus dem Sturm auf den Reichstag plötzlich ein Sturm auf die Treppen des Reichstags? Wäre es um Umsturz oder um Treppensturz gegangen? – Fragen über Fragen.

Na, jedenfalls ist „Frank der Reisende“ ein wahrer Telegram-Fuchs, wie es aussieht. Dem Chef der „Querdenken“-Bewegung, Michael Ballweg, will er „Telegram“ genau erklärt haben, schreibt Wienand. „Der Nachrichtendienst ist für die meisten Nutzer vor allem zensurfreie Alternative zu WhatsApp, mit weniger Einschränkungen und mehr Möglichkeiten. In diesem Netzwerk gärt und organisiert sich der Corona-Protest. Und Frank ist so etwas wie die Spinne im Netz. Er ist mittendrin und hat den Auf- und Ausbau seit Jahren vorbereitet.“ – für die meisten Nutzer ist Telegram also eine zensurfreie Alternative zu WhatsApp? Da muß ich dem Herrn Wienand von „t-online“ leider sagen, daß mich nicht interessiert, was „für wen“ etwas genau ist, sondern was etwas genau ist. Richtig ist: Telegram ist eine zensurfreie Alternative zu WhatsApp. Egal für wen. Und vk ist eine zensurfreie Alternative zu Facebook. Duck-Duck-Go ist eine zensurfreie Alternative zu Google usw.usf. – immer egal „für wen“. Außerdem glaube ich nicht, daß bei Telegram der Protest „gärt“, sondern ich glaube, daß er sich dort trifft. Und wenn Frank die „Spinne im Netz“ sein soll, dann glaube ich, daß Herr Wienand die weitverbreitete Arachnophobie auf „Frank den Reisenden“ übertragen wollte und daß er deshalb so etwas wie der „Spinner im Netz“ ist. Und daß sich alle „Spinner im Netz“ unter dem Dach der „wpp“ versammeln. Rezo Blauhaar, der populäre „Zerstörer“ zum Beispiel. Das glaube ich auch.

Diffamierung um jeden Preis

Lars Wienand verwendet viel Text darauf, zu beschreiben, wann Frank friert, wann er sich eine Jacke anzieht, wie er die Bank im Freien da platziert, wo es weniger zieht, was er früher gemacht hat, warum das „mutmaßlich“ nichts geworden ist, daß Frank höflich ist und so weiter. Aber es gab natürlich noch ein paar eingängige Schlagwörter im Text unterzubringen. Zur „Anti-Zensur-Koalition“ sei Frank eingeladen worden, erfährt man. Blauäugig wäre, wer annimmt, daß das eine Koalition gegen die Zensur sei. Der brave Lars Wienand weiß es besser. Die Anti-Zensur-Koalition, schreibt er, sei ein „jährliches Stelldichein für rechte Esoterik, Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus.“ Nebenher müssen noch Xavier Naidoo, Nena dran glauben. Wienand: „In der Szene ist die Hoffnung groß, dass sie wie Naidoo oder der Wendler zum nächsten Verstärker von Verschwörungsideologien wird.“ Dabei ist es das, wofür sich Frank zuständig fühlt: Technik, nicht Politik. Mit seinen Kenntnissen unterstützt Frank jeden, der seine Ansichten nicht mehr frei äußern kann, weil er diffamiert, zensiert, geblockt oder gelöscht wird – ein technischer Akteur gegen die Zensur also.

Was bekommt er dafür? Franks Antwort: „Wer von Herzen gibt, darf auch in voller Liebe empfangen. Damit kann man durchaus leben.“ Sein grundlegendes Motiv: „ … dass wir eines Tages wieder in einer besseren, freundlicheren, lebensbejahenden, liebenswerten Welt aufwachen können„. Er selbst habe sich „aus dem Angstmodus befreit„. Der Staat versuche, die Bürger in Abhängigkeit zu halten. Das sei nichts für ihn.

Lars Wienand zitiert den Politikwissenschaftler Josef Holnburger, Geschäftsführer des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas): „Nach meiner Einschätzung hat er ‚Querdenken‘ durch seine Infrastruktur durchaus beeinflusst. Durch seine Werkzeuge waren Mobilisierungen wie in Berlin und zuletzt auch Kassel oft möglich.“ Holnburger meint Gruppen und Kanäle von und mit Frank: Sie tragen Demo-Termine zusammen, sie dienen zum Austausch über Unterkünfte und Mitfahrgelegenheiten für Demos. Derartige Gruppen gehörten früh zu seinen Projekten. „Frank der Reisende“ erklärt: „Wenn ich ein Thema sehe, mache ich ein Projekt.“ – Überraschung! Wer hätte gedacht, daß es bei überregionalen Demonstrationen jemanden gibt, der sich um die Koordinierung kümmert?

Holnburger meint, dass Frank mit dem Aufbau seiner Telegram-Infrastruktur die Vernetzung mit rechtsextremen Akteuren und sein verschwörungsideologisches Weltbild auch in die Gruppen und Kanäle der Corona-Demonstranten transportiert habe: „Er hat vermutlich durchaus zur Radikalisierung der Szene beigetragen„. Da fragt sich meinereiner, wie zu erklären ist, daß kaum jemand auf die Idee kommt, die Bundesregierung und der Medien-Mainstream selbst seien „vermutlich durchaus“ die maßgeblichen Treiber jedweder Radikalisierung vormals zufriedener Bürger – und meint „durchaus“, daß das eine sehr zielführende Fragestellung sei.

Meinereiner meint, daß jeder Dialog mit Leuten sinnlos ist, die Begriffe wie „Verschwörungstheoretiker“, „Verschwörungsideologie“, „rechtes Weltbild“ und dergleichen mehr verwenden – und daß man nicht zu glauben braucht, von einem Unternehmen aus der riesigen „wpp“-Landschaft oder einer Sendung wie ARD-„Kontraste“ fair und objektiv informiert zu werden. Das sehen auch immer mehr Leute so. Der Vorwurf, bei den Mainstream-Journalisten handle es sich in Wahrheit zumeist um selbsternannte Volkspädagogen, doktrinäre Besserwisser und Meinungsinhaber, um „Aktivisten“ gar, ist immer häufiger zu lesen und zu hören. Das wird schon seine Gründe haben. Den ganzen Artikel über „Frank den Reisenden“ durchzieht die Arroganz desjenigen, der dem Wahn verfallen ist, auf jeden Fall auf „der richtigen Seite“ zu stehen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Man traue keinem Artikel von „t-online“, der sich im weitesten Sinne mit Politik beschäftigt, man erspare sich ARD und ZDF, außer, man würde gern wissen, wie Lügen hochprofessionell so aufbereitet werden, daß sie dem Gutgläubigen wie Öl durch die Gehörgänge flutschen – und vor allem identifiziere man endlich die wahren Treiber jedweder Radikalisierung: Regierung, Ideologen, Altparteien und durchideologisierter, auf Linie gebrachter Medien-Mainstream. Keiner, der heute von den wahren Radikalen als „radikal“ (und folglich „böse“) bezeichnet wird, ist das seit jeher gewesen.