Merkels Gedenken: Schöner tot sein mit Corona

Angela Merkel bei der Zentralen Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Foto: Imago

Anläßlich einer an Öligkeit kaum noch zu überbietenden Trauer- & Gedenkshow im Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu Berlin simulierten die Spitzen des Staates und ihre Gäste tiefe Anteilnahme für die Hinterbliebenen von „Coronatoten“. Schlecht: Die allgemeinen Mortalitätsraten während der „Pandemie“ liegen im langjährigen Mittel, für einige Vergleichsmonate der vergangenen fünf Jahre sogar darunter. Weshalb fand die Trauer- & Gedenkshow also statt? – Die Erklärung.

von Max Erdinger

Aus amtlichen Sterbestatistiken läßt sich viel herauslesen. Zum Beispiel das Durchschnittsalter der Verstorbenen. Auch, ob es in einem gewissen Zeitraum eine erhöhte Sterblichkeit gegeben hat, läßt sich durch einen Vergleich mit Daten aus der Vergangenheit feststellen. Die „Verstorbenen während der Corona-Pandemie“ haben statistisch weder das langjährige Mittel in der allgemeinen Sterbestatistik erhöht, noch haben sie das Durchschnittsalter bei der allgemeinen Lebenserwartung gesenkt. Ganz profan: Während der „Pandemie“ starben nicht mehr und nicht weniger Leute, als zu „pandemie“-losen Zeiten. Dennoch gab es exclusiv für sie abgeschmackte Staatstrauer. – Warum?

Angela Merkel gedenkt – Foto: Screenshot phoenix

Der Staatsfunk für betreutes Denken, besser bekannt unter dem Kürzel ARD, liefert via „tagesschau“ die Erklärung, respektive das, was wohl für eine solche gehalten werden soll. Man lege sich einen Stapel Taschentücher bereit.

Bundespräsident Steinmeier hat auf der Gedenkfeier für die fast 80.000 Corona-Toten den Angehörigen Mut zugesprochen„, heißt es. Abgesehen davon, daß man sich fragt, wie jemand gestrickt sein muß, der sich wozu auch immer ausgerechnet von Steinmeier ermutigt fühlt: Im Durchschnitt der Jahre 2015 – 2019 sind nach Auskunft von Statista bundesweit 932.554 Personen verstorben. Das Jahr 2018 lieferte dabei den Spitzenwert mit insgesamt 954.874 Verstorbenen. Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der „Pandemie“, waren es laut statistischem Bundesamt 982.489 Verstorbene, was zwar einen neuen Spitzenwert bedeutet, dennoch insofern nicht ungewöhnlich ist, als daß es einen viel größeren Ausreißer im Jahr 2004 gegeben hat – und zwar nach unten. Damals starben lediglich 818.271 Bundesbürger. Die Differenz zwischen dem Jahr 2004 und dem Durchschnitt der Jahre 2015- 2019 liegt also bei 114.283. Wenn diese Differenz zu „pandemie“-losen Zeiten eine weithin kommentarlos akzeptierte Schwankungsbreite nach unten darstellt, dann müsste sie wohl auch als normale Schwankungsbreite nach oben akzeptiert werden, ohne daß viel Gedöns gemacht wird. Zumal das demografische Durchschnittsalter aller Deutschen seit 2004 weiter gestiegen – und der Tod eine Erscheinung ist, die mit zunehmendem Alter mit ebenso zunehmender Wahrscheinlichkeit auftritt. Doch weit gefehlt!

Die „tagesschau“: „Gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie haben die Spitzen des deutschen Staates und die Kirchen der fast 80.000 Toten gedacht und den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl bekundet.“ – Warum in aller Welt? Geht jemand davon aus, daß von diesen fast 80.000 Toten keiner gestorben wäre, wenn nicht gerade „Zeiten der Corona-Pandemie“ gewesen wären? In dem Fall müsste er davon ausgehen, daß „normal“ gewesen wäre, hätte es im Jahr 2020 statt 982.489 Verstorbener nur etwa 902.500 Verstorbene gegeben, was wiederum den Durchschnitt der Jahre 2015 – 2019 um etwa 30.000 unterschritten hätte. Weshalb würde das nicht als ungewöhnlich angesehen werden?

Besser sterben mit Corona?

Es sieht ganz danach aus, als würde die Trauer- & Gedenkshow im Konzerthaus zu Berlin eine Propagandashow für fortdauernden Lockdown und „Schutzmaßnahmen“ gewesen sein. Eine jährliche Sterblichkeit von etwa 950.000 als unabänderliche Gegebenheit vorausgesetzt, wie das die amtliche Sterbestatistik für die Jahre 2015 – 2020 nahelegt, hätte das „Gedenken“ an 80.000 „Coronatote“ bedeutet, daß sie als „die besseren Verstorbenen“ zu betrachten seien, weil es für die übrigen 870.000 Verblichenen, immerhin noch 50.000 mehr als 2004, keine Gedenkveranstaltung gab. Kürzer: Es ging nicht um Trauer und Hinterbliebene, sondern um Corona. Eine Corona-Huldigungsfeier, sozusagen. Zur Pseudo-Rechtfertigung von Lockdown und „Schutzmaßnahmen“ an jeder Verhältnismäßigkeit vorbei. Und das ist noch nicht alles. Die ganze Veranstaltung atmet den Mief von moralischer Selbstüberhöhung derjenigen, die sie angesetzt hatten. Noch „besser“: Moralische Selbstüberhöhung vermittels eines Vehikels, das auf den Namen „Nichts“ hört. Das sieht schwer nach einem Versuch des politischen „Spitzenpersonals“ aus, sich über die Tränendrüsen infantiler Staats- und Obrigkeitsgläubiger an den eigenen Haaren aus jenem Sumpf zu ziehen, in welchen sie sich ganz ohne Not selbst hineinmanövriert hatten. Fakt ist: Eine Pandemie gibt es allenfalls nach der Neudefinition des Begriffs durch die WHO im Jahre 2009. Ein identisches „Infektionsgeschehen“ hätte noch im Jahre 2008 keinen alarmistischen Hund hinter dem internationalen Ofen hervorgelockt.

„Coronatote“

Als Coronatoter gilt bekanntlich nicht nur hierzulande jeder, bei dem zum Zeitpunkt seines Todes das Virus festgestellt worden ist, egal, welche Virenlast, egal, ob toter Virenschnipsel oder nicht, egal, ob positiv oder falsch positiv getestet. Wer sich mit 200 Sachen am Pfeiler einer Autobahnbrücke dematerialisiert und entgeistigt, gilt als Coronatoter, wenn in dem Klumpen entseelter Biomasse, der von ihm übrig geblieben ist, das Virus „nachgewiesen“ werden konnte. Zynischer noch: Ein „symptomlos Erkrankter“ (früher: „Gesunder“), der sich nie hat auf Corona testen lassen, aber vor Kummer über seine Pleite und die staatlich angeordnete Zerstörung seines Lebenswerks an einem Strick auf dem Dachboden seines von der Zwangsversteigerung bedrohten Anwesens baumelt, gilt als „Coronatoter“, wenn er „positiv“ getestet wird, nachdem er vom Dachbalken abgenommen wurde. Die Alten, die in der Zwangsisolation ihrer „Seniorenresidenz“ an Einsamkeit mutterseelenallein verstorben sind, wären „Coronatote“. Es käme nur darauf an, wie weit man den Begriff fassen will. Ohne weiteres könnte man unterscheiden zwischen „direkten Coronatoten“ ud „indirekten Coronatoten“. Mehr als 99,9 Prozent aller tatsächlich Infizierten mit den entsprechenden Krankheitssymptomen überleben ihre Infektion mit Sars-Cov-2. Aber in Berlin hätte es eine Trauer- & Gedenkshow für „fast 80.000 Coronatote“ zu geben, weil das der „Anstand“ gebietet? Wäre Anstand noch eine Größe, die eine nennenswerte Rolle spielt in diesem degenerierten Gemeinwesen („gemein“ im Sinne von „fies“), dann hätte genau eine solche Veranstaltung unterbleiben müssen. Sie hat aber stattgefunden und wird retrospektiv für sich genommen eine Rolle zu spielen haben bei der unerläßlichen Aufarbeitung des „Putschversuchs von oben“ vermittels „Corona-Pandemie“. Eine größere Abgeschmacktheit als diese „Feier“ kann man sich kaum vorstellen.

Totenkult

Wenn die Trauer- & Gedenkshow in Berlin irgendetwas beweist, dann die Richtigkeit der Behauptung, daß ein ausgesprochener Totenkult gerne in Diktaturen betrieben wird, in denen zu Showzwecken schon immer lieber Krokodilstränen über die Toten vergossen wurden, als das Leben des frei geborenen Menschen zu feiern. Es gibt hierzulande keine „fast 80.000 Coronatoten“ zu betrauern, sondern den Verlust von Freiheit und Grundrechten für über 80 Millionen Depravierter. Darüber wären echte Tränen zu vergießen – und zwar Tränen der wütenden Verachtung für eine sich elitär und moralisch überlegen wähnende Kaste, die sich eine derartig leicht zu durchschauende, abgeschmackte Show wie die in Berlin einfallen läßt, um ihr eigenes politisches Überleben über die Tränendrüsen derjenigen propagandistisch abzusichern, die sie insgeheim abgrundtief verachten. Die heute Verachteten nannte diese Kaste, bevor sie selbst mutiert ist, noch „das Volk“. Sinnigerweise schwören diese Figuren in ihrem Amtseid auch heute noch nicht, den Nutzen des deutschen Volks zu mindern und ihm Schaden zuzufügen. Sie tun es einfach.

Das Gedenken

Gedenken wir lieber aller derjenigen, die sich vor Kummer über die staatlich angeordnete Ruinierung ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage entleibt haben, gedenken wir derjenigen, deren überlebensnotwendige Krebsbehandlungen in den Krankenhäusern „wegen Corona“ verschoben wurden und die deshalb früher starben, als sie gemußt hätten, gedenken wir aller Kinder, die inzwischen um ein ganzes Jahr ihrer Kindheit betrogen worden sind und betrauern wir den Verlust des selbstbestimmten Lebens in Freiheit. Gedenken wir der Impftoten. Weltweit sollen es inzwischen mehr als 3.000 sein. Gedenken wir der Alten, die mutterseelenallein ohne jeden Trost aus dem Leben scheiden mussten. Betrauern wir den Verlust der Lebensfreude bei den an Merkel depressiv Gewordenen. Betrauern wir den Tod des Grundgesetzes, den Tod der Bundesrepublik Deutschland, den Tod eines Landes, in dem sich vor nicht allzu langer Zeit tatsächlich noch „gut und gerne“ leben ließ. Betrauern wir den Umstand, daß die totgeglaubten Monster der Vergangenheit entgegen jeder Erwartung wieder auferstanden sind. Ja, es gibt Grund zur Trauer. Und Grund zum Widerstand gibt es erstrecht. Noch nie seit 1989 gab es einen triftigeren. Beenden wir endlich das Zeitalter der ubiquitären Lüge in einem Land von Gefangenen, deren kollektiver Kerker sich zusammensetzt aus den Einzelzellen ihres je individuellen, subjektivistischen Meinens & Findens. Beenden wir die Diktatur der Präferenzutilitaristen, die noch jede ihrer finsteren Absichten hinter Lügen verstecken, die lediglich auf Plausibilität geschminkt werden. Für die gegenwärtige Coronadiktatur gibt es keinen plausiblen Grund außer einem – und der wird mehr oder minder verschwiegen: Abschaffung von Grundrechten, Selbstbestimmung, Eigenverantwortlichkeit, Wohlstand und Freiheit zugunsten eines utopistischen „Weltegalitarismus“. Dem dient die ganze eklige Merkel-Show. Es ist nur noch widerlich.

Wie widerlich genau? Mindestens so widerlich wie die Worte der beiden Systemprotestanten Bätzing und Bedford-Strohm. Systemprotestantismus ist auch eine Seuche. Pseudoseelsorge bätzchenweise: „Krankheit, Sterben und Tod lassen sich in diesem langen Jahr nicht wegdrücken, sie schneiden tief ein in das Leben vieler Menschen.“ – klarer Fall von „zu viel Laberwasser gesoffen“. In diesem langen Jahr. Und nur in diesem. Wenn´s besonders einschneidend stimmt. Bedford-Strohm: „Wie ein Trauma legt sich die Krisenerfahrung der Pandemiezeit auf unsere Seele und schreit nach Heilung„. Da möchte man nur noch nach Bonhoeffer im Himmel schreien: „Hau ihnen eine runter, Dietrich!“. Den Vogel wieder einmal abgeschossen hat natürlich unser verehrter Herr Bundespräsident: „Meine Bitte ist heute: Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut. Aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen, im Blick zurück, sondern sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen.“ – so klingt das in der Heuchelrepublik der hypermoralistischen Schleimbeutelentzündung, der seuchenartigen. Auf dem Weg „nach vorn“. Das ist das Land, in dem es bereits zu einem gar erschröcklichen „Sturm auf die Reichstagstreppen“ gekommen ist, wie es bei „t-online“ dieser Tage hieß. Muß wohl ein Treppensturm „nach hinten“ gewesen sein. Schluß damit! Zum Teufel mit den falschen Priestern! Es reicht!