Burgfrieden trotz Schlappe: Söder lässt sich als starker Mann der Zukunft feiern

Eine Niederlage ist für einen so selbstgefälligen und machtbewussten, aalglatten Polit-Opportunisten wie „Södolf“ Söder keine Niederlage, sondern ein Etappensieg – und so lässt er sich aus den eigenen Reihen als Kanzler der Herzen huldigen, dessen große Stunde erst noch komme. Sein eigener Vorgänger als CSU-Vorsitzender, Erwin Huber, mag Söder partout nicht als Verlierer des Machtkampfs in der Union betrachten: Söder sei sogar „einflussreicher denn je.“

Weil er die CDU „mächtig herausgefordert und Schwung in die Union“ gebracht habe, gäbe es keinen echten Sieger, so Huber zu ausgewählten bayerischen Lokalmedien. Nun müssten beide Vorsitzenden beweisen, „dass sie inhaltlich zusammenwirken, gemeinsam ziehen und stark mobilisieren können„. Von der Bewältigung der Zukunft hänge das Image der Union ab, nicht von „vergangenen Schlachten„.

Was Huber hier ausspuckt sind Phrasen, die wie Balsam auf die geschundene Seele der Parteibasis wirken sollen, die gerne einen CSU-Kanzler an der Spitze des Landes gesehen hätten – auch wenn Söder inhaltlich weit näher bei den Grünen steht als an den konservativen Grundfesten der Christsozialen von einst. Franz Josef Strauß würde im Grabe rotieren, müsste er mit ansehen, was Söder aus seiner Partei gemacht hat.

Auch wenn es den meisten Deutschen wohl nicht bewusst ist, die jetzt bedauern, dass die „Lusche Laschet“ nun in den Kanzlerstartlöchern steht (und wohl erwartbar gegen Annalena Baerbock verlieren wird), und nicht Södolf: Für das Land und die noch vorhandene Relikte der Freiheit ist es ein Segen, dass dieser autoritäre Möchtegern-Krisenmanager keine bundesweite Verantwortung erlangt. Denn keiner schränkte Freiheiten, Grundrechte und Autonomie der Bürger so skrupel- und hemmungslos ein wie er. Als Demokrat, Führungspersönlichkeit mit Augenmaß und emphatischer politischer Fahrensmann hat sich Söder final und für alle Zeiten disqualifiziert. (DM)