Grippe heißt jetzt Corona (und Raider heißt jetzt Twix) – sonst ändert sich nix

Foto: Von frank60/Shutterstock

Frage: Was ist der Unterschied zwischen der Pandemie und den Vorjahren? Antwort: Die Ausrufung der Pandemie. Die infektiologische Gesamtsituation hat sich in allen entscheidenden Parametern nicht wesentlich geändert, sondern teilweise sogar abgeschwächt: Jahreszeitlich typische Belastung bzw. und regional drohende Überlastung der Kliniken. Normales Sterbegeschehen bzw. sogar Untersterblichkeit. Und: die Verbreitung alljährlicher respiratorischer Atemwegserkrankungen aus unterschiedlichen Influenza- und Coronavirenstämmen („saisonale Grippe“), die seit letzten März einfach anders genant wird.

Dazu passen die jetzt veröffentlichten Erhebungen zur Grippe-Saison 2020/21, die praktisch ausgefallen ist. In Berlin etwa zeigen die Meldedaten, dass seit Oktober gerade noch 12 (!) nachweisliche Influenza-Fälle im Monitoring des Robert-Koch-Instituts auftauchten. Zum Vergleich: In Vor-Pandemie-Jahren erfasste die RKI-Statistik je nach schwere der saisonalen Welle einige bis etliche tausend Fälle; wie „Radio Berlin-Brandenburg“ berichtet, waren es in der letzten Vor-Corona-Saison 2019/20, die bereits mit dem ersten Corona-Lockdown abflaute, mehr als 5.800 erfasste Fälle. Zwei Jahre zuvor, in der schweren Grippewelle 2017/18, sogar mehr als registrierte Grippekranke „mit bestätigter Influenza-Infektion„.

Die Zahlen decken sich mit dem weltweiten Trend. Laut WHO und nationalen Gesundheitsbehörden der meisten Staaten sei dafür der Grund, dass die Corona-Maßnahmen die Grippe weitgehend zurückgedrängt hätten. Wenn dies so ist, wie aber kommt es dann, dass die ja explizit gegen Sars-CoV2 ergriffenen Maßnahmen bei Corona so gut wie gar nicht wirken, aber so gut bei der Grippe – obwohl Influenza- und Coronaviren etwa gleich groß und vor allem gleich infektiös sind? Die wahrscheinlichere, plausiblere Erklärung ist daher die: Corona IST die Grippe, bzw. es wurde seit Anfang 2020 zum dominanten, charakteristischen Erreger der gerade auslaufenden Grippesaison – anders als in jedem früheren Jahr – isoliert als Bedrohung ausgerufen und zur Pandemie erklärt.

Das Resultat einer historischen Wahrnehmungsstörung?

Und die natürlichen Weiterentwicklungen der Vorjahresstämme, auf die von der Pharmaindustrie – bestmöglich, aber nie vollständig – durch immer wieder neu angepasste Grippeimpfungen reagiert wurde, heißen nun auf einmal „Mutanten“ oder „Mutationen“ – und strenggenommen handelt es sich bei dem, was uns heute als „Coronavirus“ begegnet, schon wieder um ein völlig neues Virus, eine Weiterentwicklung des Ende 2019 entschlüsselten Erregers.

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Anders ausgedrückt: Hätte man „Corona“ nie gefunden oder nie darüber berichtet, wäre vermutlich nie von Pandemie die Rede gewesen. Und hätte sich niemand für die aktuelle virologische Manifestation und Zusammensetzung des Mixes an Erregern interessiert, der eben im vergangenen Frühjahr zufällig die gerade zirkulierende „Grippewelle“ prägte, dann dann würden wir – wenn überhaupt – von einem besonders heftigen Erkältungsgeschehen, womöglich einer heftigen Welle mit besonders vielen Fällen von Atembeschwerden sprechen; ansonsten aber wäre alles wie immer gewesen, wir hätten wie eh und je weitergelebt. Und all die schweren Verläufe, Sterbefälle (die oft gar nicht auf Corona zurückzuführen sind, obwohl sie so deklariert werden) und menschlichen Dramen im Zusammenhang mit Corona wären nie in unsere Wahrnehmung gedrungen. Diese gab es nämlich auch zuvor immer schon, im Wechsel der Jahre mal mehr und mal weniger ausgeprägt; bloß dass zuvor noch niemand jemand um diese Grippeopfer geschert hat. (DM)