Neuseeland erklärt Tabakindustrie den Krieg

Foto: Von Sergii Sobolevskyi/Shutterstock

Neuseeland hat einen neuen Feind auserkoren: die Tabakindustrie. Das Land möchte rauchfrei werden und denkt über einen Zigarettenverkaufsverbot an 2004 oder später geborene Neuseeländer nach, das auch dann weiterhin gelten soll, wenn diese volljährig werden. Ein neuer Gesetzesentwurf soll dies regeln.

Mündige Bürger können in der Regel selbst entscheiden, tragen eigenständig Verantwortung und können frei wählen, was sie tun oder lassen. Neuseeland hält seine jüngeren Bürger offenbar für unmündige Kinder, die auch Kinder bleiben, wenn sie volljährig werden. Der Staat will ihnen per Gesetz vorschreiben, dass jeder, der 2004 oder später geboren wurde, keine Zigaretten kaufen darf. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist bittere Realität der Nannypolitik, die aktuell weltweit zu beobachten ist. Regierungen beschneiden immer mehr Rechte der Menschen und geben sich gleichzeitig mehr Macht. Die neuseeländische Regierung will mit dem Schritt eine „Generation formen“, die zukünftig kein Abnehmer der Tabakindustrie mehr sein wird, das geht aus einem Regierungsdokument hervor, das der britischen Zeitung „Independent“ vorliegt. Sollte das Gesetz am 1. Januar 2022 aktiv werden, darf niemand mehr legal Zigaretten kaufen, der nach dem 1. Januar 2004 geboren wurde.

Der Reiz des Verbotenen und die ungewollte Einmischung des Staates in die Privatssphäre eines jeden einzelnen nach 2004 Geborenen, wird den Schwarzmarkt vermutlich zum erblühen bringen. Dennoch sieht der Gesetzesentwurf in Neuseeland vor, bis 2025 „Rauchfrei“ werden zu wollen. Statt Aufklärung, sollen nun Verbote dazu beitragen, dass der Nannystaat mehr Einfluss auf das Privatleben nehmen kann. Es bleibt abzuwarten, ob ähnliche Gesetze für Alkohol vorgelegt werden, denn dann wäre den 2004 Geborenen und Jüngeren sogar ein Bier verboten, sogar dann noch, wenn sie irgendwann einmal in ferner Zukunft in Rente gehen. (BH)