Experte für Gerichtsmedizin liefert: „Prof. Boerne, raus!“

Jan Josef Liefers - Foto: Imago

Es gab Anlaß für ein trostreiches Schreiben an die Aufrecht … Auflinken im Lande des kollektiven Anstands. Es wurde verfasst.

von Max Erdinger

Guten Tag, meine lieben Staats- und Coronagläubigen, verehrte Zivilreligiöse und sonstige Hörige!

Ich darf mich kurz vorstellen. Mein Name ist G. Liefert. Ich bin Experte für alles, weswegen Sie mir besser auch alles glauben sollten. Heute spreche ich zu Ihnen als Experte für Gerichtsmedizin. Sicherlich haben Sie mitbekommen, zu welcher schändlichen Aktion sich einige der bekanntesten Schauspieler unseres am Experten so reichen Landes verabredet hatten. Jan-Josef Liefers, Heike Makatsch, Volker Bruch, Martin Brambach und etliche andere, die uns hinsichtlich ihrer charakterlichen Qualitäten jahrelang hinters Licht geführt hatten, ließen sprichwörtlich die Masken fallen und hetzten mit sage und schreibe 53 professionell gemachten Videos gegen uns, das vernünftige Volk, indem sie die fürsorglichen Schutzmaßnahmen unserer geliebten Bundesregierung – lang möge sie leben – in den sarkastischen und satirischen Dreck ihrer künstlerischen Devianz zogen. Wie anmaßend von diesen sich elitär wähnenden Gestalten, die Weisheit hinter unserem freien Entschluß zum unbedingten Gehorsam zu verspotten. Das darf nicht folgenlos bleiben für die ruchlosen Defätisten.

Als Rädelsführer ist zweifellos Jan-Josef Liefers zu betrachten, der als Gerichtsmediziner „Prof. Boerne“ im „Tatort Münster“ zu ungerechtfertigtem Ruhm gekommen ist, wie sich nun herausstellte. Sein unsägliches Video wurde über 700.000-mal angesehen. Aber nicht nur das: Im Anschluß daran fälschten die unsolidarischen Konsumenten seines Hetzfilmchens auch noch die Like-Zahlen. 93 Prozent aller Betrachter des üblen Machwerks sollen es gewesen sein, denen seine defätistische Ungeheuerlichkeit gefallen hat. Das sind gefälschte sozialistische Werte, liebe Staats- und Coronagläubige!

Man hätte bei der ARD seit Jahren wissen können, welchem renitenten Vogel man gestattete, sich mit seiner gespielten Schauspielkunst als Gerichtsmediziner Prof. Boerne mehrere Trilliarden Euro zu ergaunern, Geld, das sich Millionen verantwortungsbewußter Fernsehkonsumenten als Demokratieabgabe vorbildlich vom Munde abgespart hatten. Der Rechte Liefers war schon in der DDR unangenehm aufgefallen. Zuletzt am 4.11.1989. Es ist an Tragik kaum noch zu überbieten, daß dieses schauspielernde Individuum den Glauben der ARD-Verantwortlichen an seine Läuterung und das Gute im Menschen so schändlich mißbrauchen konnte. Wie mir heute zugetragen wurde, erhalten die hintergangenen Programmzuständigen und die ebenso arglistig getäuschten Gagenverwalter der ARD rund um die Uhr psychotherapeutische Hilfe von Traumaexperten, um den perfiden Anschlag des infamen Schauspielers auf ihre menschliche Integrität zu überwinden. Der Skandal ist dennoch ein ganz und gar ungeheuerlicher. Aus diesem Grunde, liebe Staats- und Coronagläubige, sind Forderungen zu stellen, nicht zuletzt, um auch ein Zeichen zu setzen.

Als Experte für Gerichtsmedizin verwahre ich mich dagegen, daß der ehrbare Beruf des Gerichtsmediziners auch weiterhin durch den staatsbürgerlich unzuverlässigen Jan-Josef Liefers in den Schmutz gezogen werden darf. Es muß auch Schluß damit sein, daß sich dieser soziopathische Allgemeinheitsverächter in der Verkleidung eines Prof. Boerne über die wachstumsdiskriminierte Christine Ursprung lustig macht, indem er seine Schauspielkollegin in der Rolle einer gerichtsmedizinischen Assistentin verächtlich „Alberich“ nennt. Zumal der Zwerg Alberich der germanischen Mythologie entstammt. Die Nennung seines Namens ist ganz klar einer rechtsradikalen Gesinnung geschuldet. Ein richtig gesetztes Zeichen besteht folglich in meiner Forderung, keine weiteren Tatort-Folgen mehr mit Jan-Josef Liefers zu drehen, weder in Münster noch sonst irgendwo. Aus allen bereits abgedrehten Folgen muß er schleunigst herausgeschnitten werden, um sie für die geplanten zwanzig Wiederholungen im kommenden Jahr sendetauglich zu halten. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind zum Sparen gezwungen und können deshalb auf häufige Wiederholungen nicht verzichten.

Um rechtsradikalen Unverschämtheiten á la #allesdichtmachen vorzubeugen, sind außerdem weitere Maßnahmen erforderlich. Die widerwärtige Freiheit des Internets mit seinen ungeprüften Publikationsmöglichkeiten muß Vergangenheit werden. Ich rege daher im Wissen um Ihr Einverständnis an, direkt im Bundeskanzleramt eine Genehmigungsstelle für Publikationen aller Art einzurichten, welche uns vor sämtlichen Veröffentlichungen schützt, die geeignet sein könnten, das Vertrauen in die Weisheit unserer geliebten Regierung zu erschüttern, besonders im Hinblick auf die Minderheit der charakterlich noch Ungefestigten, deren stetes Bemühen um gesellschaftliche Konformität durch Individuen wie Jan-Josef Liefers konterkariert werden könnte.

Für jene Mittäter*innen des gesinnungsverwahrlosten Liefers, die für ihre staatszersetzende Ungeheuerlichkeit bereits scheinheilig zu Kreuze kriechen, um der gerechten Bestrafung zu entgehen, rege ich ein dreijähriges Berufsverbot an. Während dieser drei Jahre sollen sie sich bewähren können an der Klimafront, um erneut Aufnahme in unsere Gemeinschaft der Wohlgesinnten zu finden. Sie haben ein wöchentliches Video als Tätigkeitsnachweis anzufertigen, in welchem zu sehen ist, wie sie geschmolzenes Gletschereis in Juteflaschen abfüllen und palettenweise ins Kühlhaus karren.

In diesem Sinne ein dreifaches „Heile-heile-Segen!“

Mit vorbildlichem Gruße

Ihr

G. Liefert (Experte & Volksgenosse)