Wo Haldenwang gerne wegschaut: Antifa-Sozialwerk „Rote Hilfe“ verzeichnet weiter starken Zulauf

Heiße Nächte in Berlin (Symbolbild: Shutterstock)

Zu allen Zeiten sorgten sich kriminelle Vereinigungen und Untergrundorganisationen korporatistisch-solidarisch um die soziale und medizinische Versorgung ihrer Mitglieder, spiegelbildlich zum Solidarsystem des Sozialstaats. Das machte Mafia, Yakuza, kolumbianische Drogenkartelle, Guerilla- und Partisanengruppen in Drittweltstaaten, aber auch die „Wahlmaschinen“ in den USA des 19. Jahrhunderts und später dann faschistische Organisationen umso attraktiver für ihre Anhänger und Mitläufer. So ist es kein Wunder, dass auch die „Rote Hilfe“ der Antifa großen Zulauf hat, die in ganz ähnlicher Weise für ihre Schergen sorgt.

Es ist nur eine weitere von vielen Parallelen der linksradikalen „Bodentruppen“ dieser angeblichen „Zivilgesellschaft“ (für die die „Spiegel“-Kolumnistin Margarete Stokowski einst die zynisch-menschenverachtende Hetzparole „Antifaschismus ist Handarbeit“ prägte) mit der SA der frühen 1930er Jahre vor der Machtergreifung: Diese übernahm für in Straßenschlachten mit Kommunisten oder bei Terrorüberfällen verletzte Mitglieder die Krankenversorgung, kümmerte sich im „Verlustfall“ um die Hinterbliebenen und zahlte Anwälte oder Prozesskosten, wenn die verhasste Weimarer Republik die Verantwortlichen dingfest machte. Genauso und nicht anders funktioniert heute die „Rote Hilfe“.

Finanzielle und ideelle Hilfe für linksradikale Mordbuben

Wenn, wie derzeit etwa in Stuttgart-Stammheim, Antifa-Prügelknaben vor Gericht stehen, weil sie aus ihrer selbstangemaßten Rächer- und Brigantenrolle heraus Polizisten oder „Feinde“ attackiert haben (im konkreten Fall, über den die „Welt“ berichtet, ging es um drei bei einer Corona-Demo zum Teil lebensgefährlich verletzte Männer), dann springen Antifa und „Roter Hilfe“ ein – und leisten „ideologische und finanzielle Unterstützung im Prozess„, so die Zeitung. Im vorliegenden Fall wird etwa einem der Angeklagten, der zum Tatzeitpunkt im vergangenen Mai 20 Jahre alt war, versuchter Totschlag vorgeworfen. Er soll laut „Welt“ eines der Opfer mit Schlägen gegen den Kopf lebensgefährlich verletzt haben, woraufhin der 54-jährige Mann mehrere Wochen lang im Koma lag; ein 25-jähriger mutmaßlicher Komplize ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Die Opfer gehören der Gewerkschaftsgruppe „Zentrum Automobil“ an, deren Vorsitzender dem Magazin „Compact“ Interviews gab, das für die linksfaschistischen Frondeure als rechtsradikal gilt; auch deshalb werden die beiden Angeklagten nun in der Antifa-Szene als Helden frenetisch bejubelt. Ihre Gewaltorgie wird auf einer speziell geschalteten Unterstützerwebseite wie folgt verherrlicht und gerechtfertigt: „Antifaschismus heißt für uns, den Kampf gegen rechts selbst in die Hand zu nehmen„, was auch beinhalte, „Faschisten körperlich daran zu hindern, ihre Hetze zu verbreiten.“ Und, bezogen auf die Täter: „Für eine solche konsequente antifaschistische Haltung sollen jetzt Jo und Dy stellvertretend für die gesamte antifaschistische Bewegung vor Gericht gezerrt werden. Es gilt weiterhin: Getroffen hat es die beiden, gemeint sind wir alle.“ Weiter heißt es da: „Staat und Polizei sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems!„.

Endlösung für Rechte

Diverse sogenannte „zivilgesellschaftliche Bündnisse“ der Stuttgarter und baden-württembergischen Antifa-Szene riefen zu Solidaritätsaktionen auf, mobilisieren Hilfe und finanzielle Unterstützung für zwei kriminelle verhinderte Mordbuben und verhöhnen zynisch die Opfer. Überflüssig zu erwähnen, dass es sich bei diesen Gruppierungen um genau die Organisationen handelt, die vom selben Staat im „Kampf gegen Rechts“ ermuntert werden und deren geistige Brüder aus Steuertöpfen mit über 1 Milliarde Euro von der Bundesregierung gefördert werden; hier ist der Staat dann kein Teil des Problems, sondern der Lösung bzw. – aus Sicht der Antifa – der Endlösung für „Rechte“ und was dafür gehalten wird.

Vermutlich erklärt sich so auch, dass Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang so auffällig bedeckt hält und hier weit weniger Handlungsbedarf erkennt als bei der politischen Mundtotmachung der AfD-Opposition im Bundestag: Regierungen und Behörden sind personell und strukturell einfach schon viel zu eng mit einem zunehmend institutionalisierten Linksextremismus verflochten. Ein Beispiel dafür ist ein Appell der Grünen Jugend Niedersachsen, in dem sie ihre Mitglieder ausdrücklich zum Eintritt in die „Rote Hilfe“ aufruft; die Nachwuchsorganisation der derzeit stärksten deutschen Partei also, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächste Kanzlerin stellen wird. Bei dieser Lobby- und Sympathisantenszene nützt es dann auch nichts, wenn die Stuttgarter Ortsgruppe der „Rote Hilfe“ vom baden-württembergischen Landesverfassungsschutz als treibende Kraft bei der Unterstützung der Stammheimer Angeklagten identifiziert wird und die Stuttgarter Staatsschützer vor derem verfassungsfeindlichen Potential „eindringlich warnen“.

Sogar laut aktuellem Bundesverfassungsschutzbericht ist die „Rote Hilfe“ mit rund 10.500 Mitgliedern und bundesweit etwa 50 Ortsgruppen „eine der größten und wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus„, die in besorgniserregenden Ausmaß an Zulauf gewinnt. Und weil sie mit ihren Konsorten sogar regelmäßig direkt Gelder an Antifa-Aktivisten auszahlt, kann man sie durchaus als Teil einer terroristischen Organisation bezeichnen. Doch auch wenn die eigene Behörde das Problem in seiner Tragweite auf dem Schirm hat, so scheint der groko-ergebene Altparteiendienstleister Haldenwang, anders als sein von Merkel geschasster Vorgänger Hans-Georg Maaßen, auf diesem Auge blind zu sein: Er widmet sich lieber um die Vorab-Kriminalisierung einer kompletten bürgerlichen Partei als Verdachtsfall.