Warum die AfD schuld am Lockdown ist

Psychopath (Bild: shutterstock.com)

In Deutschland greift das Prinzip der Kontakt- und Parallelitätsschuld inzwischen in ausnahmslos allen gesellschaftlichen Bereichen: Wahrheiten, Feststellungen oder zwingende Schlussfolgerungen müssen dadurch zwingend falsch sein, dass sie von Vertretern der „neuen Rechten“ oder „dumpfen“ Elementen bestätigt werden. Künstlerische Werke, für die es Applaus von der falschen Seite gibt, haben ihre Entartung dadurch selbst bewiesen. Und wer mit den Unberührbaren zur selben Zeit am selben Ort war, den trifft der Bannstrahl der Gerechten.

Nun, nach 14 Monaten Pandemie, sechs Monaten Dauerlockdown und am Beginn einer zu mindestens zweimonatigen nächtlichen weiteren Ausgangssperre, ist die Frage angebracht: Hätte die AfD, dieses Mutterschiff aller Trolle, Nazis und Schwurbler (nach Wahrnehmung der „kritischen Zivilgesellschaft), diesen Effekt eigentlich nicht nutzen können, um uns die gesamten Zumutungen und Entbehrungen der Corona-Politik zu ersparen? Als einzige politische Kraft in Deutschland hätte sie nämlich die Macht dazu gehabt.

Alles, was dazu notwendig gewesen wäre, wäre eine frühzeitige Positionierung der AfD FÜR einen umfassenden „Bevölkerungsschutz“ gewesen – inklusive aller Maßnahmen, die uns heute zu schaffen machen. Hätte die AfD Anfang März 2020 als damals einzige Partei einen harten Lockdown gefordert, wäre sie kompromisslos für Schul-, Kneipen- und Geschäftsschließungen eingetreten, für Abstands- und Kontaktregeln und vor allem für eine strikte Maskenpflicht: Man kann mit Sicherheit sagen, dass dann NICHTS davon Wirklichkeit geworden wäre. Eine frühzeitige Verknüpfung der AfD mit Freiheitseinschränkungen, mit Grundrechts- und Freiheitsbeschneidungen und mit einer massiven Lockdownmaßnahmen in der öffentlichen Wahrnehmung hätte bewirkt, dass sich die Regierung des genau entgegengesetzten Repertoires an Maßnahmen bedient hätte.

Linke Covidioten, rechte Coronazis

In einer Gesellschaft, deren geistige Eliten am liebsten Windeln tragen und in die Hose machen würden, weil auch AfD’ler und „Faschisten“ die Toilette benutzen, und die die strikte Antithese inhaltsunabhängig zum obersten Grundsatz erklärt hat, um so die Maximaldistanz zum Lager der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, der Verschwörungstheoretiker, Leugner und Rassisten zu wahren: Da müssen auch die Regierungsentscheidungen stets das Gegenteil dessen beinhalten, was der rechte Feind fordert. Wir würden deshalb mit größter Wahrscheinlichkeit bis heute in vollbesetzten Restaurants verkehren, maskenfrei einkaufen, verreisen oder Konzerte besuchen – weil Vorsicht, Rücksicht und jegliche Beschränkungen reflexhaft den rechten Alarmisten zugeordnet würde, mit denen sich niemand gemein machen will.

Dann wären nicht die „Covidioten“ die Rechten geworden, sondern die Hardliner. Coronazis wären die echten Nazis geworden. Linksgrünen Gegendemonstranten hätten auf AfD-Kundgebungen dieselben Transparente ausgerollt, die heute Querdenker hochhalten. Die Regierung hätte sich völlig andere Ratgeber ins Boot holen müssen – vielleicht ja welche von denen, die heute als Parias der Mediengemeinschaft, Opfer von Berufsverboten und toxische Sonderlinge angefeindet werden. Oder Melanie Brinkmann und Christian Drosten hätten ihr Fähnchen eben in den Wind gehalten – und ihre Expertise dem Freiheitslager zur Verfügung gestellt. Wer hingegen zwingend hätte in die AfD eintreten müssen, um mit seiner rhapsodierenden Dauerpanik überhaupt noch Gehör zu finden, wäre Karl Lauterbach gewesen. (DM)