Presse 2021: Entstasifizierung dringend erforderlich

Neues von Bundes-Stasiredaktion - Foto: Collage

Der „Tagesspiegel“ bemüht sich redlich um den Titel „Stasipostille Nummer 1“. Aktuell hat er den „Babylon Berlin“- Star Volker Bruch in der Mangel. Der Schauspieler hatte sich erdreistet, eine regierungskritische Haltung einzunehmen. Es wird ihm eine Verbindung zu #allesdichtmachen angekreidet. Außerdem soll er sich darum bemüht haben, in die Partei „Die Basis“ einzutreten. Eine Entstasifizierung des deutschen Blätterwaldes scheint angezeigt zu sein. Die Medienkritik.

von Max Erdinger

Wer als gebürtiger „Wessi“ zu DDR-Zeiten keinen Kontakt zu Stasi-Leuten gehabt hatte, dem blieben nur erschütternde Zeitungsberichte über das Wirken des personifizierten Anschlags auf Freiheit und Menschenwürde. Heute kann er sich im Stasimuseum Hohenschönhausen ein Bild von diesen ideologisch gefestigten, charakterlich völlig auf den Hund gekommenen Individuen machen, um zu begreifen, wie wahre Niedertracht aussieht. Aber muß der gebürtige „Wessi“ wirklich erst bis nach Hohenschönhausen reisen, wenn er über den menschlichen Abschaum Bescheid wissen will, aus dem die DDR-Stasi bestanden hat? Es könnte auch ausreichen, daheim zu bleiben und stattdessen den „Tagesspiegel“ zu lesen. Der Gruseleffekt ist in etwa derselbe.

Der Mitgliedsantrag

Volker Bruch stellte Mitgliedsantrag bei Querdenker-Partei„, titelt die gedruckte Randerscheinung des deutschen Blätterwaldes. Wer den „Tagesspiegel“ nicht kennt, würde nun mutmaßen, daß als nächstes eine Ode an den Schauspieler abgedruckt wird, in welcher er für sein hochdemokratisches Engagement gewürdigt wird, das sich daran zeigt, daß er sich in eine politische Partei „einbringt“, um recht „teilhabend“ die wunderbare Demokratie mitzugestalten. Wer den „Tagesspiegel“ allerdings bereits kennt, rechnet damit, daß unterhalb der Schlagzeile die gedruckte Stasidenke zu lesen sein wird.

Volker Bruch wollte in die Corona-Protest-Partei „Die Basis“ eintreten. Der „Babylon-Berlin“-Star gilt als einer der Initiatoren der Kampagne „#allesdichtmachen“, mit der sich rund 50 Schauspieler:innen gegen die staatlichen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus stellen. Das berichtet netzpolitik.org. Verantwortliche der Aktion hatten wiederholt betont, Überschneidungen mit „Querdenken“ seien höchstens inhaltlicher Natur. Im Fall von Volker Bruch belegen Recherchen von netzpolitik.org jedoch eine politische Nähe.“ – natürlich.

„Inhaltliche Überschneidungen“ und „politische Nähe“ verhalten sich für den „Tagesspiegel“ zueinander wie Regenwald zu Staubwüste, wenn er partout einen totalen Gegensatz an der Realität vorbei konstruieren will. Nur ein ausgesprochener Dämel fragt sich, ob es zwischen der 1-Prozent-Partei „Die Basis“ und „Querdenken“ inhaltliche Überschneidungen oder eine politische Nähe gibt. Der allergrößte Pessimist befürchtet wahrscheinlich, daß es sogar „Sympathien“ sein könnten, welche „Die Basis“ mit „Querdenken“ verbinden. Ganz, ganz schlimm, das alles. Jedenfalls sind die Boys´n Girls vom „Tagesspiegel“ genau die richtigen, um über „inhaltliche Überschneidungen“ und „politische Nähe“ zu salbadern, wenn man sich in ihrem präferierten Umfeld umschaut. Die Partei, die Partei, die hat immer Recht … – nur dem größten Sarkasten fällt hier der Begriff „Witzfiguren“ ein.

Die Basis

Der „Tagesspiegel“ mit Pimperlwichtig-Miene: “ „Die Basis“ hatte sich im vergangenen Jahr als Reaktion auf die Schutzmaßnahmen gebildet. In Baden-Württemberg kam sie bei ihrer bislang einzigen Landtagswahl auf gerade mal ein Prozent, in bundesweiten Umfragen spielt sie keine Rolle. Angeschlossen haben sich der Partei jedoch Szenegrößen wie Markus Haintz, Aktivist der vom Verfassungsschutz beobachteten „Querdenken“-Gruppe Ulm.“ – Hört, hört! Die CDU hatte sich 1945 als Reaktion auf die Entnazifizierungsmaßnahmen gegründet, wenn man so will. Karl Marx kam als Reaktion auf den Geschlechtsverkehr seiner Eltern zur Welt. Der „Aktivist“ Markus Haintz ist übrigens Rechtsanwalt, und wenn mich nicht alles täuscht, könnte er „inhaltliche Überschneidungen“ haben mit all jenen, die der Ansicht sind, daß sich der Verfassungsschutz inzwischen zu einer Art „Stasi der Gegenwart“ entwickelt hat, die eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet werden müsste, wenn es einen „oberen Verfassungsschutz“ gäbe, der den Haldenwangschen „unteren Verfassungsschutz“ beobachten könnte.

Gottlob ist man als politisch interessanter Demokrat informiert genug, um zu wissen, daß verfassungstreuen Demokratengemüts sein muß, wer von diesem Verfassungsschutz verdächtigt und beobachtet wird. Weil das so ist, läßt sich wohl auch sagen, daß die linksextremistische Terrorszene nicht so viel von Demokratie, staatlichem Gewaltmonopol und Rechtsstaat hält. Weil sie dem Haldenwangschen „Verfassungsschutz“ vergleichsweise egal zu sein scheint. Was ein richtiger Verfassungsschutz wäre, der hätte außerdem die meisten aus der Tagesspiegelanten-„Szene“ Tag und Nacht unter Beobachtung.

Die Menschen

Überhaupt müsste man in der Demokratie Leute beobachten, die selbstermächtigt Leute einer „Szene“ zurechnen, sie in irgendwelche „Ecken“ stellen oder an „Rändern“ sichten, vom „breiten Konsens“ daherreden und das Volk penetrant nur als „die Menschen“ – einige davon „umstritten“ – bezeichnet. Weil: Leute, die im Zoo vor dem Affengehege, dem Giraffengehege, dem Raubkatzengehege und im Nilpferdhaus immer nur erfreut ausrufen: „Ui, schaut mal, die Tiere!“, haben ganz klar schwer einen an der Klatsche. Die gehen wahrscheinlich auch zum Ford- oder zum VW-Händler und tun dort kund, daß sie gern ein Exemplar von „die Autos“ kaufen würden. Na ja, „Tagesspiegel“ halt. Liest eh fast keiner mehr. Was für ein Käseblatt.

Die Tageskäserei

Für den Bundestag kandidieren unter anderem der Arzt Wolfgang Wodarg, der Verschwörungsmythen über das Virus verbreitete und der Epidemiologe Sucharit Bhakdi, der durch unbelegte Aussagen zu Impfungen auffiel, und der Anwalt Reiner Fuellmich, dessen bereits im Voraus bezahlte Sammelklage gegen Christian Drosten zu scheitern droht.

Der verschwörungsmythische Arzt Wolfgang Wodarg – man ahnt, warum es die Tageskäser nicht erwähnen – ist übrigens ehemaliges SPD-Mitglied, war über viele Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Abteilung Medizin, Gesundheit & Sicherheit. Außerdem ist er Initiator der Untersuchungen des Europarates zur Pandemie H1N1 2009/10 und zur Rolle der Impfstoff-Hersteller und der WHO gewesen. Seltsamerweise ist er mit Covid-19 schlagartig inkompetent geworden und darauf angewiesen, „Verschwörungsmythen“ zu verbreiten, wodurch er dann auch „umstritten“ wurde. Da sieht man einmal, wo das hinführen kann, wenn man erst einmal einen SPD-Vorschaden erlitten hat.

Wohingegen der gute Drosten, der noch jedesmal Bockmist gebaut hat, wenn es um Hühner-, Schweins- und andere Grippen ging, keinesfalls „umstritten“ ist, sondern als eine Art virologischer Gottheit verehrt wird. Da haben wir vom Gesundheitsökonomen Kalle Lauterbach, dem unumstrittenen SPD-Gesundheitsexperten, noch gar nicht geredet. An Spahn und Wieler haben wir noch nicht einmal gedacht, weil der eine sowieso nur Bankkaufmann ist – und der andere ein Tierarzt. Man kann ja nicht an alles denken. Zuletzt fiele einem noch das Thema „Die Sprechblase“ ein – und dann hätte man wieder die Kanzlerin vor dem inneren Auge, was keiner wollen kann, der Wert auf seine geistige Gesundheit legt. Diesbezüglich fragt man sich auch unwillkürlich, ob es der geistigen Gesundheit nicht zuträglich wäre, wenn die spiegelantischen Tageskäser nicht maskiert durch die massenpsychotische Öffentlichkeit hüpfen würden, sondern geknebelt. Aber gut, wer für die Pressefreiheit ist, wird nolens volens auch die Tageskäserei Texte tippen lassen müssen. Die Toleranz ist schließlich „rechts“.

Wolle Käse kaufe? Hier bitte: „Netzpolitik.org konnte nun eine auf Mitte April datierte Mitgliederliste einsehen, die vorläufige Mitgliedsnummer des Schauspielers Volker Bruch endet auf „967“. Als Eintrittsdatum wird der 13. März 2021 genannt.“ – was ja nun wirklich eine unvollständige Information ist, eigentlich gar keine, so lange man nicht weiß, welchen Pullover der Schauspieler vorläufig getragen hat, als er in die „Die Basis“ eintreten wollte mit der Endung „967“. Aber „Endung“ ist schon alarmierend. „Die Basis“ wird doch nicht vierstellig geworden sein? – Horror!

Das Attest

Jedenfalls ist der Schauspiel-Star Bruch per ärztlichem Attest vom Maskenzwang befreit. Für die Tageskäser anscheinend ein unhaltbarer Zustand, der sie in quälender Ungewißheit hält. „Über Bruchs Attest ist nichts weiter bekannt.„, motzen sie in ihrer unbefriedigten Neugier. Klar: Bruchs Attest hätte erst vom „Tagesspiegel“ abgestempelt werden müssen, ehe es seine Gültigkeit erlangte. Weiter: „Dass es grundsätzlich äußerst leicht zu sein scheint, an eine Befreiung zu gelangen, zeigte aber ein Bericht von Correctiv.“ – wohingegen ein jouwatch-Bericht vor langer Zeit schon zeigte, wie leicht es für Correctiv gewesen ist, an einen Haufen Geld von George Soros zu kommen. „Das Recherchezentrum hatte den Verein „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie“ (MWGFD) unter die Lupe genommen, der Kontakte für Atteste gegen die Maskenpflicht vermittelte. Auf seiner Website rief er Ärzt:innen dazu auf, Patient:innen von der Maskenpflicht zu befreien. Prominent in Erscheinung traten damals Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg, die heutigen Bundestagskandidaten der „Basis“ „. – und das ist wirklich erschreckend, zeigt es doch, wie schwierig es ist, noch einen Arzt zu finden, der sich nicht vor staatlichen und semistaatlichen Repressalien fürchten muß, wenn er tut, was er soll: Seine Patienten vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen. Das ist nämlich das, was diese Masken tun: Sie schädigen die Gesundheit ihrer Träger. Und „die Wissenschaft“ hat das herausgefunden. Schade, daß es ausgerechnet der Teil von „die Wissenschaft“ gewesen ist, bei dem sich alle Staats- und Obrigkeitsgläubigen gehorsam die Ohren zuhalten, wenn er etwas Wissenswertes meldet. Weswegen auch alle so dumm bleiben müssen wie ein Stück Tageskäse. Das ist zugleich die eigentliche Pandemie.

Der „Tagesspiegel“ ist ein gutes Beispiel dafür, daß die Entstasifizierung der deutschen Presselandschaft eine tolle Idee ist. Aber vielleicht geht er ja auch von alleine pleite. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.