Rückgratlos: AfD springt über jedes linksextreme Stöckchen

Foto: Collage

Nachdem alte Tweets des Co-Vorsitzende der Junge Alternativ (JA), Marvin T. Neumann ausgekramt wurden, sprang der AfD-Bundesvorstand nach Anraten der AfD-interne Arbeitsgruppe Verfassungsschutz (AGVS) über das linke Stöckchen. Neumann erklärte nun schriftlich seinen Austritt mit sofortiger Wirkung und kommt damit einem Parteiausschlussverfahren zuvor. 

Der Co-Vorsitzende der Junge Alternativ (JA), Marvin T. Neumann, ist aus der AfD ausgetreten. Neumann bedauerte in einer schriftlichen Stellungnahme, sich entsprechend öffentlich auf Twitter geäußert zu haben, zugleich verteidigte er inhaltlich seine Tweets.

Während Dirk Nockemann, Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, die „klare und kompromisslose Haltung des Bundesvorstandes“ begrüßt und zusammen mit dem Landeschef und Bundesvorstandsmitglied Dr. Alexander Wolf den Austritt von Neumann ausdrücklich befürwortet, herrscht innerhalb der JA und unter einigen AfD-Mitgliedern massiver Unmut darüber, dass die AGVS sich offenbar ausgerechnet auf Screenshots stützt, die der Twitter-Account „Robert Wagner“ angefertigt hatte. Bei diesem handelt es sich laut der JF um einen Nutzer, der Äußerungen von konservativen und rechten Nutzern sammelt, speichert und für Kampagnen gegen diese nutzt.

Nachfolgend die Stellungnahme der JA zur Causa Marvin Neumann:

„Wir bedauern es, dass Marvin T. Neumann, der bis heute Bundesvorsitzender der Jungen Alternative für Deutschland war, von weiten Teilen des AfD-Bundesvorstands zum Austritt aus der Partei gedrängt wurde, der gleichbedeutend ist mit seinem Rücktritt als Bundesvorsitzender der JA.

Der Bundesvorstand der AfD hat Druck auf uns ausgeübt, damit wir uns von Neumann distanzieren. Eine solche Distanzierung kommt für uns nicht infrage. Stattdessen distanzieren wir uns vom Vorgehen der Arbeitsgruppe Verfassungsschutz, die im Kampf gegen junge Patrioten sich von linksradikalen und aus dem Umfeld der Antifa kommenden Autoren treiben ließ. Man greift lieber auf Antifaquellen zurück, anstatt direkten Kontakt zum Bundesvorstand der JA aufzunehmen – denn eine solche Kontaktaufnahme blieb aus.

Wir respektieren Neumanns Entscheidung. Ihr liegt der Gedanke zugrunde, Schaden von der Partei abzuwenden und uns allen unnötige, parteischädliche und in den Massenmedien ausgetragene Diskussionen in wichtigen Wahlkampfzeiten zu ersparen.

Auf die gegen Neumann vorgebrachten Vorwürfe möchten wir nicht näher eingehen – er hat diesbezüglich intern schon Stellung bezogen und wird eine entsprechende Erklärung hierzu noch veröffentlichen. In aller Kürze: Neumann und damit stellvertretend tausende junge Menschen hierzulande für Äußerungen, wie die von ihm getätigten, mundtot machen zu wollen, schafft eine Atmosphäre der Angst und besorgt das Geschäft des politischen Gegners. Es kann nicht sein, daß selbst innerhalb der AfD die linke Cancel Culture Einzug hält.

Es ist schade, wie eine ohnehin schon stigmatisierte AfD mit ihrer noch stärker stigmatisierten Parteijugend umgeht. In der JA engagieren sich junge Patrioten, die für ein besseres Deutschland in jungen Jahren alles riskieren. Sie hätten Anerkennung, Respekt und Rückendeckung verdient. Nichts davon haben sie vom Bundesvorstand der AfD erhalten.

Es ist bezeichnend, daß andere Parteien mit ihren Jugendorganisationen bei wesentlich krasseren Vergehen, etwa bei Beschlüssen zu legalisierten Abtreibungen bis zum neunten Monat (Jusos), viel kulanter umgehen. Das Vorrecht der Jugend ist es, auch mal zu provozieren, Debatten anzustoßen – auch und gerade in einer lebendigen Partei wie der AfD.

Der JA dieses Vorrecht zu nehmen, wie exemplarisch in der Causa Neumann, führt zu einer unnötigen Eskalation, die unsere gute lagerübergreifende Zusammenarbeit, die sich in den ersten Sitzungen des neuen Bundesvorstands angedeutet hat, konterkariert.

Wir werden dennoch das Projekt des lagerübergreifenden Arbeitsvorstands in der JA im Sinne aller konstruktiven Kräfte unbeirrt fortführen und unserem Anspruch, eine bessere AfD im Kleinen zu sein, nachkommen. Den Luxus einer stärkeren Fragmentierung kann sich die demokratische Rechte Deutschlands nicht länger leisten. Es wäre wünschenswert, wenn auch das Führungspersonal der AfD das endlich begreifen würde.

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