Spahn: Dritte Welle ist gebrochen – trotzdem keine Freiheiten für Ungeimpfte

Noch die dritte oder schon die vierte Welle? (Foto: Von SAPhotog/Shutterstock)

Wellenreiten mit Spahn: Vor kurzem war die „dritte Welle“ noch die schlimmste von allen, so schrecklich, dass in ihrem Namen ganz Deutschland in extra verschärfter Form lahmgelegt werden musste – zu einem Zeitpunkt, da sie in Wahrheit längst gebrochen und rückläufig war. Statt Lauterbach’scher 7-Tages-Inzidenzwerte von 2000 purzeln die Zahlen rapide fast überall in Richtung „unter 100“ – und damit unterhalb der „Notbremse“.

Dies geschieht, wohlgemerkt, keineswegs als Folge des Lockdowns und vor allem der Ausgangssperre, sondern folgt offenkundig einem normalen saisonalen Infektionsgeschehen wie im Vorjahr. Berücksichtigt man, dass im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum fünf- bis sechsmal mehr getestet wird (ganz unabhängig von der Vorlesung durch Antigen-Schnelltest), so ist die reale Lage wahrscheinlich sogar deutlich entspannter als damals. Trotzdem darf es Freiheiten nun nur für Geimpfte geben.

Ansonsten aber natürlich für keinen, so will es die Regierung: Dass die dritte Corona-Welle laut Bundesgesundheitsministerium ihrem Ende zuzugehen „scheint“, bedeute nicht, dass man jetzt „schnell lockern“ dürfe, so Jens Spahn laut „dts Nachrichtenagentur“ heute vor Berliner Journalisten. „In den nächsten drei bis vier Wochen“ gelte es, die bisherigen Maßnahmen gerade im Bereich der privaten Kontakte fortzuführen.

Wieder mal: „noch drei bis vier Wochen“

Wieder einmal die berühmten drei bis vier Wochen also, die uns seit Beginn der Krise als die entscheidenden erklärt werden, die es noch durchzustehen gelte. Anschließend, so lockt der Minister ein weiteres Mal mit falschen Verheißungen, könne er sich „kulturelle Veranstaltungen im Außenbereich“ vorstellen, da dort „das Ansteckungsrisiko geringer“ sei – natürlich nur „testbasiert“, versteht sich.

Gähn! Bei bislang gerade einmal 26,2 Millionen Erstimpfungen – entsprechend einer Impfquote von 31,4 Prozent, wobei nur 8,8 Prozent der Bevölkerung eine Zweitimpfung vorweisen können, wird es für 90 Prozent der Deutschen weiterhin keine „Normalität“ geben. Und da ja mittlerweile bereits die vierte Welle thematisiert wird, werden den Nichtgeimpften – bzw. bei entsprechenden Mutanten auch wieder den Geimpften – vielleicht bald schon wieder erneute Einschränkungen drohen. (DM)