Grüne Jugend warb mit Lenin-Propaganda und hat das angeblich nicht gewusst

Komsomol (Symbolbild: shutterstock.com/Von Solodov Aleksei)
Komsomol (Symbolbild: shutterstock.com/Von Solodov Aleksei)

Macht grün blöd? Das wäre ein Erklärungsansatz dafür, warum der Kindergarten der Grünen, die Grüne Jugend, Propagandamaterial des „Gesamtsowjetischen Leninschen Kommunistischen Jugendverbands – Komsomol“ verwendet, ohne dies zu wissen.

Ende April veranstaltete die Grüne Jugend ihren alljährlichen Frühjahrskongress. Motto der grünen Kindergarten-Veranstaltung: „Many struggles, one fight (Viele Anstrengungen, ein Kampf) – Gerechtigkeitskongress 2021“. Als Propagandamaterial erkoren sich die Junggrünen Bildmaterial der „Gesamtsowjetischen Leninschen Kommunistischen Jugendverbands – Komsomol“, der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und veröffentlichten dieses auf der eigenen Homepage und zum Teil bei etlichen  Ortsverbänden.

Auf den Kommunistenwerbepostern der Grünen Jugend zu sehen: Eine hellhäutige Frau und ein dunkelhäutiger Mann in kämpferischer Pose. Einmal vor einer roten Flagge, einmal gemeinsam eine Fahne hochhaltend. Nachfolgend von der Bild-Zeitung dargestellt:

„Beide Poster stammen aus den 1930er Jahren – der Zeit des Stalin-Terrors, in der die KPdSU unter Diktator Josef Stalin Millionen angebliche Staatsfeinde verschleppte, in Gulags inhaftierte, gezielt verhungern ließ und zu Hunderttausenden exekutierte“, berichtet hierzu die Bildzeitung und wollte vom Nachwuchskader der Grünen wissen, warum sich dieser bei den Werbemotive eines  kommunistischen Menschenschinders und Massenmörders bedient.

Die Antwort: Man habe gar nicht gewusst, dass es sich um Motive der kommunistischen Jugend der Sowjetunion handelt. Man habe „einfach direkt das Motiv einer Adobe-Stock-Sammlung verwendet“, die die beiden Fotos (ohne kommunistische Schriftzüge) unter dem Motto „Revolution Promoting Set“ kommerziell anbietet. Zu der Frage, weshalb die Grafiker der Grünen den jungen sowjetischen Mann in beiden kommunistischen Motiven zu einem Dunkelhäutigen machten, dazu äußerte sich der Grünen-Sprecher gegenüber der Bildzeitung nicht. Sehr wohl weise man es „entschieden“ zurück, wenn daraus irgendwelche Sympathien für stalinistische Propaganda hergestellt würden.

Sympathien für den Kommunismus und seine Spielarten waren und sind den Grünen über allen Altersklassen hinweg nicht fremd, sondern ein immanent. Nachzulesen in Kurzform ist dies unter anderem in einem Focus-Artikel aus dem Jahr 2016. Unter der Überschrift „Einst Kommunist, heut’ grün“ wird die kommunistische Vergangenheit von Winfried Kretschmann ebenso thematisiert wie die anderer grüner Genossen.

Die Posts mit dem kommunistischen Propagandamaterial der Grünen Jugend wurden bereits gelöscht. (SB)