Kinderimpfungen: Die Jüngsten als Kanonenfutter im „Krieg gegen das Virus“

Foto: Von MAGNIFIER/Shutterstock
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„Den Impfwahn in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“: Nach diesem Motto steuert Deutschland, allen Einwänden von Experten, Kindermedizinern und besorgten Eltern zum Trotz, auf die systematische Durchimpfung der Kinder und Jugendlichen zu – derjenigen Altersgruppen also, die am Infektionsgeschehen keinen signifikanten Anteil haben und selbst so gut wie gar nicht von schwereren (geschweige den tödlichen) Covid-Verläufen betroffen sind. So wollen es die Hersteller, die bereits fieberhaft an der Zulassungsreife einer geeigneten Anpassung ihres Impfstoffs als „Kinderüberraschung“ arbeiten.

Pfizer/Biontech rechnet sich dabei große Chancen aus, bereits kommendem Monat mit den Impfungen der Kleinsten starten zu können. Vergangene Woche reichten die Hersteller bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ihren Zulassungsantrag für ihr Vakzin zunächst für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen ein –  der wunschgemäß nun im „Eilverfahren“ geprüft wird. Damit im Juni Impfstart bei den Kids sein kann, bräuchte es eine Notfallzulassung – doch die pharmahörige und hysterische Panikpolitik in ihrem irrationalen Impfwahn wird sicher keinen Moment zögern, auf deren Erteilung hinzuwirken. Daran ändert vermutlich auch nichts, dass führende Pädiater dringend von einer beschleunigten Notzulassung für die jüngste Altersgruppe abraten. So etwa Deutschlands Kindermediziner Jörg Dötsch, seines Zeichens Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Kinder dürften nicht allein deswegen geimpft werden, um Erwachsene zu schützen, erklärte dieser gestern laut „Focus„.

In der jüngeren Impfgruppe sei es zwingend notwendig, mit „noch mehr Sorgfalt“ vorzugehen als bei den Erwachsenen, „um zu gewährleisten, dass dieser Impfstoff auch sicher ist“, so Dötsch. Eine versteckte Kritik an allzu blauäugigen, sich über Nebenwirkungen systematisch hinwegsetzenden Gesundheitspolitikern, die die Impfungen unkritisch und durchweg als sicher, wohlerprobt und wirksam darstellen – obwohl sie dies, allen Relativierungsversuchen zum Trotz, definitiv nicht sind. Es scheint, also versuche Dötsch hier den Fehler zu vermeiden, der bei der vorschnellen und fahrlässigen Zulassung der Corona-Vakzine für die Erwachsenenbevölkerung gemacht wurde: Um jeden Preis auf den erfolgreichen Abschluss der Impfkampagne hinzuwirken, koste es was es wolle. Dass, wie von ihm gefordert, die intensive Impfung der Kinderimpfstoffe „frei von politischem Druck“ erfolgen wird, erscheint deshalb sehr unwahrscheinlich.

Alles im Interesse der Hersteller

Sicherheit geht hier eindeutig vor Schnelligkeit, wenn es um eine Gruppe wie Jugendliche und Kinder geht„, so Dötsch – der damit konkludent einräumt, dass dies bisher eben genau umgekehrt galt. Bei Kindern sollen nun wenigstens mehr Sensibilität und Vorsicht walten. „Das Gesetz sieht klar vor, dass es einen Eigennutzen für Kinder geben muss.“ Es müsse daher gewährleistet sein, dass das Risiko von Folgeschäden durch eine Impfung geringer ist als das Erkrankungsrisiko. Diese Frage stellt sich bei den Impfungen außerhalb der Risikogruppen (Alte, Vorerkrankte, Immunsupprizierte) allerdings nicht minder.

Weil Kinder nochmals deutlich seltener als Erwachsene schwer an Corona erkranken, wäre ihre Impfung also ausschließlich mit einem Schutz der Erwachsenen zu begründen – was jedoch voraussetzt, dass es eine Herdenimmunität gäbe. Mittlerweile aber steht fest, dass wohl keiner der verfügbaren Impfstoffe eine solche gewährleisten kann. Dass Kinder ausschließlich aus diesem Grund geimpft werden, darf laut Dötsch „nicht passieren“ – schon aus ethischen Gründen. Zudem seien die Jüngsten der Gesellschaft ohnehin schon die größten Leidtragenden der Pandemie. (DM)