Journalistenverband DJV rechtfertigt Gewalt seines Geschäftsführers gegen Demonstrant

Festnahme (Symbolfoto: shutterstock.com/ Von photocosmos1)
Festnahme eines "Querdenkers" (Symbolfoto: shutterstock.com/ Von photocosmos1)
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Der Deutsche Journalistenverband Thüringen erklärt eine Gewaltaktion seines Geschäftsführers Sebastian Scholz gegen einen Teilnehmer einer Corona-Maßnahmen-Demonstration in Weimar zur Zivilcourage. Scholz hatte vor der Polizei fliehenden Demonstranten ein Bein gestellt, so dass dieser schwer stürzte. 

Bei einer verbotenen Demonstration von Corona-Maßnahmen-Gegnern in Weimar am 1. Mai hatte der Geschäftsführer des Landesverbands Thüringen des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Sebastian Scholz, einen vor der Polizei davonlaufenden Demonstranten gewaltsam zu Fall gebracht. Das Risiko einer Verletzung hat der Saubermann ganz offensichtlich in Kauf genommen. Die Beinsteller-Szene wurde gefilmt und sorgte im Netz für Empörung:

Scholz wurde kurze Zeit darauf auf seine – im Video klar zu erkennende – zielgerichtete Attacke auf den Demonstranten angesprochen. Der DJV-Held Scholz erklärt: „Ich bin nicht rechtzeitig weggekommen.“

DJV nach Videoveröffentlichung: „Eine beispiellose Welle des Hasses“

Nach geschlagenen 10 Tagen, die der Verband für eine Stellungnahme benötigte, bejammert der DJV Thüringen auf der Verbandsseite von einer „beispiellosen Welle des Hasses“ und tritt dort genauso hemmungslos auf Kritiker ein, wie auch fliehende Demonstranten:

„Seit dem 1. Mai ist unser Geschäftsführer Sebastian Scholz Zielscheibe für eine Gruppe Personen aus den Reihen der selbsternannten Querdenkerbewegung geworden. Unsere Geschäftsstelle erhält Drohanrufe, unser E-Mail-Postfach erreichen Hassmails. Es wurde über verschiedene Kanäle zu Protestaktionen vor unserer Geschäftsstelle auf dem Anger in Erfurt aufgerufen. Damit Sie, liebe Mitglieder, im Bilde sind, fassen wir hier die Ereignisse zusammen.

Was ist passiert?: Am 1. Mai 2021 fand in Weimar eine, im Vorfeld gerichtlich verbotene, Demonstration der sogenannten Querdenker statt. Auf dieser kam es zu Handgreiflichkeiten und Angriffen auf eine Polizeibeamtin sowie einen Journalisten, in Folge derer die um sich schlagende Person vor der Ergreifung durch die anwesenden Polizeibeamten die Flucht ergriff. Unser Geschäftsführer Sebastian Scholz stellte sich dieser Person zivilcouragiert in den Weg. Die genauen Abläufe wurden von Umstehenden per Video und Foto dokumentiert. 

Wir, der Vorstand des DJV Thüringen, haben den Vorfall juristisch bewerten lassen mit dem Ergebnis, dass keine strafbare Handlung seitens unseres Geschäftsführers vorliegt. 

Infolge dieser Ereignisse wurden in einschlägigen Kanälen verknappte Videos veröffentlicht, die die der Flucht vorangehenden Ereignisse aussparten und sich lediglich auf unseren Geschäftsführer fokussierten. Was für ihn privat und uns als Institution folgte, sucht an Hass, Bedrohung und Beleidigung seines Gleichen. Es zeigt sehr klar, dass diesen Personen nicht an Fakten gelegen ist, sondern dass sie nur Anlässe für Gewalt und Hass suchen.

Wir, der Vorstand des DJV Thüringen, verurteilen die Art und Weise, wie hier selbsternannte Demokratieverteidiger die Fakten verdrehen und zur Gewalt gegen unseren Geschäftsführer anstacheln.

Die Vorstandsmitglieder stehen geschlossen an der Seite unseres Geschäftsführers und begrüßen seinen zivilcouragierten Einsatz. 

Der Vorstand des DJV Thüringen“

„Interessant“ in diesem Zusammenhang ist – wie TE berichtet: „Der DJV Thüringen befindet sich seit 2019 in einer Kooperation mit der Polizei Thüringen. Der DJV schreibt online dazu: „So soll der DJV Thüringen in geeigneter Weise in die Polizistenausbildung einbezogen werden. Der DJV will der Polizei in Journalistenworkshops die Möglichkeit geben, über ihre Arbeit zu informieren. Ziel der Kooperation ist, sich über Aufgaben und Belange des jeweils anderen auszutauschen.“

Die Rechtfertigungsversuche werden indes im Netz bewertet:

„Das Ereignis stellen sie , typisch für die derzeitigen „Journalisten“ nicht korrekt dar. Das war ein eindeutiges Treten gegen das Bein einer laufenden Person. Ich hoffe es wird eine Anzeige geben. Journalisten waren mal zur neutralen Darstellung des Geschehenen verpflichtet – heute kommen die meisten mir vor wie Mitarbeiter der Propaganda-Maschinerie.“ (SB)