Nach Impfungen jetzt Covid-Medikamente: Der Gesundheitssozialismus setzt neue Schwerpunkte

Nasenspray gegen Covid (Symbolbild: shutterstock.com/Von ivan_kislitsin)
Nasenspray gegen Covid (Symbolbild: shutterstock.com/Von ivan_kislitsin)

Der immer fetter werdende Corona-Staat hat Blut geleckt – und schickt sich an, die Menschen weiter mit Angst zu kontrollieren: Das funktioniert prächtig dank der neuen Lehre dieser Pandemie, dass Grundrechte und unbekümmertes Zusammenleben in Freiheit künftig nie mehr umsonst und bedingungslos sein dürfen – sondern eine Frage der richtigen Impfungen. Pharmaindustrie und Patentinhaber können ihr Glück kaum fassen. Nachdem die Impfhersteller bereits saturiert sind, kommen jetzt auch die Medikamentenhersteller an die Reihe.

So überrascht es kaum, dass die Bundesregierung gestern ankündigte, fortan ihre Unterstützung für pharmazeutische Unternehmen auch auf die Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Covid-19 auszuweiten. Das entsprechende Programm umfasse ein Volumen von 300 Millionen Euro, teilte die Bundesregierung mit. Warum eigentlich erst jetzt, nach einem Jahr ausschließlicher Fixierung auf die Impfstoffe? Meldungen über vielversprechende Medikamente, mit denen sich zumindest schwere Verläufe verhindern lassen, existieren bereits seit Beginn der Pandemie und wurden in deren Verlauf vielfach belegt; man denke nur an Covid-Nasensprays und den Off-Label-Use von Präparaten wie Remdesivir. Gegen den Milliardenmarkt der Vakzine hatten diese so gut wie keine Chance.

Erst jetzt plötzlich, nachdem die Impfungen zum „Selbstläufer“ geworden sind und die Hersteller mit elfstelligen Aufträgen auf Jahre hinaus versorgt sind, wendet sich die Bundesregierung auch diesem Bereich zu. Man verfolge das Ziel, so CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn laut „dts Nachrichtenagentur“, in den klinischen Phasen I und II erfolgreich getestete Kandidaten für neue Therapeutika schnellstmöglich bei den Patienten in Deutschland zur Anwendung kommen zu lassen, um so „die Möglichkeiten einer Behandlung von Covid-19 zu erweitern„. Zudem sollen Arzneimittel, die bereits in einer anderen Indikation zugelassen sind, in die Behandlung von Covid-Erkrankten eingeschlossen werden.

Fördern, testen, zulassen

„Corona wird nicht einfach verschwinden“, wiederholte Spahn einmal mehr sein Mantra – und verlieh dem neuen Selbstverständnis eines Staates Ausdruck, der sich neuerdings als oberster Lebensretter und Hegemonie einer totalitären Gesundheitsfürsorge definiert (und diesem Ziel alle Freiheiten und Rechtsgüter unterordnet): „Auch wenn es uns gelingt, die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird es auf längere Sicht Menschen geben, die schwer erkranken.“ Das zu verhindern, sei Ziel des Förderprogramms.

Spahns Partei-und Kabinettskollegin Bundesbildungsministerin Anja Karliczek nannte zusätzlich als Argument für die Förderung von Medikamenten, man müsse damit rechnen, dass „selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkranken„. Für diese Patienten benötige man daher „dringend neue Therapieoptionen„. Man könnte es auch so ausdrücken: Die Impfung taugt eigentlich nichts, also brauchen wir noch Medikamente. (DM)