Deutschland verrückt: Die kleine Presseschau

Presse mit Dauer-Tick (Foto: Durch Ollyy/Shutterstock)

Ein kleiner Streifzug durch den Blätterwald.

von Max Erdinger

Wer heute 60 Jahre alt ist, in Westdeutschland geboren und aufgewachsen ist, steht fassungslos vor einer Intellekt-Ruine, die nur noch so heißt wie das Land seiner Kindheits- und Jugendzeit. Daß inzwischen der Wahnsinn regiert, Wahrheit und Lüge unterschiedslos zu „Meinung“ geworden sind, daß nicht mehr zählt, was ist, sondern was „gefällt“ – und daß gefälligst zu gefallen hat, was eine schwerst mit Ideologen verseuchte Medienkaste als maßgeblich vorgibt, ist nicht mehr zu bestreiten. Es reicht schon, frühmorgens den Computer hochzufahren und die Leseempfehlungen zur Kenntnis zu nehmen, die einem auf der Startseite des eigenen Browsers ans Herz gelegt werden.

„Süddeutsche Zeitung“

Ein selten dämlicher Artikel hier: „Unerträglich nah – die Sozialpsychologin Pia Lamberty klärt auf über Verschwörungsmythen. Und bezahlt dafür einen hohen Preis. Ein Treffen in einem Versteck.“ – Allein dieser Teaser schon: Sozialpsychologin klärt über Verschwörungsmythen auf – waahhh! Und das in einer Rubrik, die überschrieben ist mit „Datenrecherche #hassmessen“. Dieser Unfehlbarkeitsanspruch, der da transportiert wird – man fasst sich nur noch an den Kopf. Das läßt sich übersetzen in richtiges Deutsch: „Hier kommt die Aufklärung, das einzig Wahre, du süddeutsches Rindvieh, als welches du zu blöde bist, dir nach weit über einem Jahr „Pandemie“ aus einer Vielzahl internationaler Quellen sowie anhand unstrittiger Fakten und Daten selbst ein Bild von den haarsträubenden Widersprüchen des offiziellen Narrativs zu machen. Wir, die „Süddeutsche Zeitung“ und die Sozialpsychologin Lamberty sind die einzig wahren Durchblicker.“

Kein Gedanke daran, daß es sich bei den Hassmails, welche die Frau Sozialpsychologin erhält, um eine allergische Reaktion sich selbst informierender Bürger handeln könnte, die einfach die Schnauze gestrichen voll davon haben, sich tagtäglich von einer komplett verlogenen Pandemie-Propaganda den eigenen Verstand in Abrede stellen zu lassen. In dem ganzen Artikel findet sich nicht ein Wort zu dem, was von den „Hassern“ seit einem Jahr bemängelt wird: Daß international renommierte Virologen, Epidemiologen, Statistiker und Mediziner, die dem regierungsamtlichen Kurs widersprechen, systematisch mundtot gemacht werden – und daß dabei so getan wird, als gebe es lediglich eine Handvoll der immerselben „Experten“, die ganz genau wissen, was angeblich Sache ist. Es kann kommen, wer will: Ioannidis, Wodarg, Streeck, Bhakdi, Hockertz, Homburg, jede Menge Ärzte, Tod und Teufel – alle hätten sie den Mund zu halten, wenn die „Unfehlbaren“ erklären, was als die Wahrheit zu begreifen sei: Wieler der Tierarzt, Spahn der Bankkaufmann, Drosten der Einzige – und Lauterbach der „Gesundheitsexperte“.

Stattdessen die alte Leier: Die Sozialpsychologin hat den Durchblick und wird deshalb zum Opfer böswilliger Ignoranten, die sich von ihr partout nicht „die Wahrheit“ aufs Auge und ins Hirn drücken lassen wollen. Dazu ein Foto der Frau Sozialpsychologin Lamberty mit folgender Unterschrift: „Untersucht die Auswirkungen des Verschwörungsglaubens auf die Gesellschaft: Pia Lamberty.“ – Das ist so dermaßen blöde und selbstgerecht, daß dem eigentlich nur noch eine Forderung brüllend entgegenzuhalten ist: Steckt den süddeutschen Bovermann und seine Lamberty in die Klapse und laßt sie auf ihren Geisteszustand hin untersuchen!

Kleine Kostprobe aus dem Text: “ – „Pia Lamberty, Du Miststück, wir kriegen Dich bald, dann gnade Dir Gott!“ So steht das dann da. Worte wie Säure, die sich durch die psychischen Schutzmechanismen ätzt, die man braucht, wenn man, wie Lamberty, im Jahr 2021 zu Verschwörungserzählungen forscht, auf Antisemitismus hinweist und eine Frau ist – und auch noch öffentlich in Fernsehinterviews auftaucht. Die Sozialpsychologin beschäftigt sich seit ihrem Studium mit „Geheimniswitterern“, wie sie es einmal formuliert hat, mit den Auswirkungen des Verschwörungsglaubens auf die Gesellschaft.“ – Das ist dermaßen infantil, daß man es überhaupt nicht mehr fassen kann. Der „Verschwörungsglauben“ – waahhh! Als ob dieser „Verschwörungsglauben“ nicht an der Tatsache hinge, daß die Geschichtsschreibung vor tatsächlichen Verschwörungen nur so strotzt – und daß man ein Idiot sein müsste, um zu unterstellen, die Verschwörung sei ausgestorben, weil „Politik & Medien“ als Synonym für „reinste, ideologiefremde und völlig absichtsfreie Lauterkeit“ stehen.

Wahnsinn ist die Unterstellung, daß es für den zunehmenden Hass keine plausible Erklärung gebe, außer eben der, daß es sich bei den Hassern um abgrundtief schlechte Menschen handeln muß. Es sieht sehr danach aus, als kassierten sowohl die „Süddeutsche Zeitung“ als auch die arg gepeinigte Frau Sozialpsychologin jede „Hasszeile“ aus bestens verständlichen Gründen. Mit dem Klammerbeutel gepudert muß jeder sein, der bei einem solchen Artikel nicht erkennt, was das Motiv dahinter gewesen ist: Die Heiligsprechung der Ignoranz im festen Glauben an die eigene Unfehlbarkeit. Es ist bodenlos.

Von der Sozialpsychologin zum einfachen Psychologen ….

Das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“

Haben wir Inflation und Wirtschaftskrise? Gibt es Impftote? Lügen Regierung und Medien wie gedruckt? Ist der österreichische Kanzler Kurz die Personifizierung der sittlichen Verwahrlosung? Sind die Grundrechte geschleift worden? Befindet sich Deutschland auf dem absteigenden Ast in bald jeder Hinsicht? Werden die deutschen Steuerzahler bevormundet und ausgenommen wie die Weihnachtsgans? Hunderte Fragen dieser Güteklasse gäbe es, – und allesamt verblassen sie vor der Wichtigkeit des folgenden: „Nach einer toxischen Beziehung: Hat sich mein Partner bewusst so verletzend verhalten?“ – Das ließe sich ganz kurz so beantworten: Wenn du die fiese Ratte bist, für die dich dein Partner wohl gehalten haben muß, als er sich dir gegenüber verletzend verhalten hat, dann hat er das wahrscheinlich bewußt so gemacht. Du bist höchstwahrscheinlich genau so wenig ein Heiliger wie dein Partner in der „toxischen Beziehung“. Faß dich an deiner eigenen Nase, anstatt saudumme, selbstexkulpatorische Fragen zu stellen. Ehrlich gesagt ist es so, daß dich meinereiner schon bewußt dafür verletzen würde, daß du diese Frage überhaupt stellst. Und meinereiner ist im Grunde seines Herzens der friedlichste überhaupt. Zum fiesen Monster wird er erst, wenn man ihm mit Selbstgerechtigkeit, Dummheit, Einbildung und notorischer Besserwisserei auf die Nerven geht. Die „anderen“ hätten ein „Empathieproblem“ in einer „toxischen Beziehung“, weswegen du einen Psychologen brauchst, der dir Unschuldslamm erklärt, wie du „die anderen“ besser verstehen könntest? – Go fuck yourself!

Der Psychologe Hemschemeier: „In vielen Fällen ist es wohl aber nicht bewusst in dem Sinne, dass man dem anderen absichtlich wehtun will. Was ich stattdessen in meiner Praxis oft erlebe, ist, dass Menschen ihr Verhalten rechtfertigen mit Sätzen wie: „Ich kann nicht anders“, „Ich bin halt so“ oder „Das steht mir jetzt zu“. Und das entspricht dann eben auch ihrer Realität.“ – Womit wir wieder beim Punkt wären. Was heute als „ihre Realität“ – die jeweils eigene also – beschrieben wird, nannte man früher schnörkellos „Einbildung“. Die gibt es nach wie vor. Und die Tatsache, daß man sie recht psychologisch in die „je eigene Realität“ entlang des Dogmas von der Gültigkeit des ersten sozialpsychologischen Axioms umdefiniert, ändert daran gar nichts.

Über allerlei „tiefer hinschauen“ kommt der Psychologe Hemschemeier dann zu der überaus bemerkenswerten Feststellung: „Insofern hat jeder Mensch grundsätzlich unser Mitgefühl verdient.“ – Nein, falsch, gaaanz falsch! Daß heutzutage Unterschiede negiert werden, indem alle die ganze Zeit immer nur als „die Menschen“ beschrieben werden, ändert nichts daran, daß es die Halunken, die Betrüger, die Lügner, die Diebe, die Egoisten, die Berechnenden – kurz: die „Arschlöcher“ – genauso gibt wie eh und je. Und die haben kein Mitgefühl verdient, sondern jeden Anreiz, den man ihnen nur liefern kann, um sich Fragen über sich selbst zu stellen.

Was allerdings auffällt, ist, daß der Artikel des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ grundsätzlich auf derselben Welle dahergesurft kommt wie der in der „Süddeutschen Zeitung“: Du, lieber Leser, bist derjenige, dem gegenüber „wir“ (also die Presse) es uns als letztes erlauben könnten, ihm einmal gehörig die Meinung zu geigen. Weil „wir“ nämlich darauf angewiesen sind, daß dir gefällt, was du bei uns zu lesen bekommst. Damit du auch künftig wieder bei uns hereinschaust. Noch wichtiger als Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe sind uns nämlich die eigenen Auflagenzahlen. Wir müssen ja auch von etwas leben. Und wenn du ein Idiot bist, dann leben wir eben von deiner Idiotie und bemühen uns nach Kräften darum, daß dir Depp dieser Sachverhalt nicht allzu offensichtlich ins Auge springt. Komm‘ bloß nicht auf die Idee, du stündest in einer „toxischen Beziehung“ zu deinem Medien-Mainstream, der dir Tag für Tag den Bauch pinselt, indem er dir deine Wichtigkeit so oft bestätigt, wie du es gerne hören und lesen willst. Also dauernd.

Es hat einmal Zeiten gegeben, zu denen der deutsche Erwachsene sozusagen aus sich heraus lebenstüchtig gewesen ist. Ohne, daß er sich ständig irgendwelchen Sozialpsychologen- oder Psychologenseich auf die Pupillen oder in die Gehörgänge hat schmieren lassen müssen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“

Vermieter sollen künftig Hälfte der Kosten für CO2-Preis tragen„, heißt es in der Schlagzeile unter „Deutschlands Energiewende„. Na, klingt das nicht wieder einmal wundervoll nach „soziale Gerechtigkeit“? Doch, genau danach klingt es. Dabei ist es lediglich eine alte sozialistische Hirnblähung in einem neu formulierten Satz.

Niemand vermietet Wohnungen, wenn er damit keinen Gewinn machen kann. Schmälert oder vernichtet künftig die „Hälfte der Kosten für CO2-Preis“ den Gewinn, wird sich der Vermieter überlegen, wie er einen solchen Verlust auf andere Weise wieder wettmachen kann. Dann findet eine ursprünglich geplante Wohnungsrenovierung eben nicht statt. Oder die Kaltmiete wird im Rahmen des gesetztlich Erlaubten erhöht. Was die Vermieter „sollen“, ist realiter irrelevant. Von Relevanz ist, was sie tun werden. Brief & Siegel darauf, daß sie nichts tun werden, womit sie selbst den Kürzeren ziehen. Warum sollten sie auch?

Das ist derselbe Sozialisten-Hirnfurz, der schon beim „Arbeitnehmeranteil/Arbeitgeberanteil“ zur Sozialversicherung für allgemeine Verblödung gesorgt hat. Es ist egal, wer welchen Anteil an der Sozialversicherung bezahlt, weil die gesamte Summe auf jeden Fall erst einmal erwirtschaftet worden sein muß, ehe sie dann an die Sozialversicherung abgeführt werden kann. Es ist auch egal, wie der Fiskus das Geld nennt, das er sich beim Bürger holt. Ob er das als Öko-, Einkommens-, Mehrwert-, Tabak-, Alkohol-, Mineralöl-, Lohn- oder Vergnügungssteuer bezeichnet: Es ist immer ein und dasselbe Geld. Nämlich dasjenige, das dem fiskalisch Geschröpften hernach in der Tasche fehlt.

Zu einem realistischen Bild hinsichtlich der „moralischen Qualität von Steuernzahlen“ kommt niemand, der sich nicht auch die Ausgabenseite anschaut. Wie geht der Staat mit den zwangsweise konfisizierten Summen um? Wer ist eigentlich ein „Steuersünder“? Derjenige, der möglichst wenig Steuern zahlen will, oder derjenige, der des Bürgers sauer verdientes Geld mit offenen Händen zum Fenster hinauswirft? – Na eben. Einfach einmal die richtigen Fragen stellen, „FAZ“, anstatt wieder eine „linkspopulistische“ Schlagzeile rauszuhauen.

Die Frage ist nicht, wer welchen Teil des „CO2-Preises“ zahlt, sondern die Frage ist, was dieser „CO2-Preis“ überhaupt anderes sein soll, als ebenfalls wieder nur ein phantasievoller Euphemismus für „Ausplünderung des Bürgers per weiterer Steuererhöhung“. Deutsche sind inzwischen Steuerquoten-Weltmeister. Hurra. Daß Deutsche selbst dann, wenn man unterstellt, das Weltklima sei davon abhängig, was der „allmächtige“ Mensch „macht“, nicht die „Retter des Weltklimas“ sein können, versteht sich angesichts ihrer Zahl von selbst. China stößt inzwischen so viel „Treibhausgas“ aus wie alle anderen Industrienationen zusammengenommen, Tendenz weiter steigend. Aber: „Vermieter sollen künftig Hälfte der Kosten für CO2-Preis tragen.“ – was für eine Information.

Google und Israel

Schlimm genug, daß sich offensichtlich nicht wenige Zeitgenossen fragen, wem eigentlich das Land Israel gehört – den Israelis natürlich – Google „kennt“ die „richtige“ Antwort: „Vor der Staatsgründung im Jahr 1948 waren circa 7 Prozent des Territoriums, das zum israelischen Staatsgebiet wurde, in jüdischem Besitz, während mehr als 80 Prozent davon Palästinenser*innen gehörte.“ – Weißte Bescheid, nä? Einmal davon abgesehen, daß „Palästinenser“ eine Wortschöpfung ist, die erst lange nach 1948 international populär geworden ist: Wie wäre es, wenn die Google-Mannschaft in den Gazastreifen einreisen würde, um in Gaza-Stadt „die Palästinenser“ mit einem großen Demo-Plakat moralisch zu unterstützen, auf dem zu lesen steht: „Liebe Palästinenser*innen, laßt euch bloß nichts gefallen!“ – ??

Systematische Verblödung, so weit das Auge reicht. Die Zustände sind dementsprechend.