Strategische Idiotie: Eitler Fatzke Söder ramponiert Union-Wahlchancen vollends

Markus Söder auf Merkels Thron; Foto: © jouwatch Collage
Markus Söder auf dem Eisernen Corona-Thron; Foto: © jouwatch Collage

Zur absoluten Unzeit, kurz vor Beginn der heißen Wahlkampfphase, besinnt sich der Bayern-Egoman auf die freistaatliche Eigenständigkeit – und schert aus der taktischen Eintracht mit der Schwesterpartei aus. Er wünscht eigene Plakate mit seinem Konterfei, einen auf die CSU zugeschnittenen Wahlkampf – und will sich selbst als starken Mann inszenieren. Anscheinend empfindet er jede Unterstützung für Kanzlerkandidat Armin Laschet als persönliche Unterwerfung und Erniedrigung.

In einer Grundsatzrede vor der eigenen Landtagsfraktion kündigte der CSU-Chef kampflustig an, er werde für die Bundestagswahl im Herbst „Plakate mit meinem Kopf“ drucken zu lassen, so der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Laut Zuhörern sagte Söder, man werde im Wahlkampf „nicht nur den Armin zeigen„, sondern, auf vielfachen Wunsch der Basis, auch ihn selbst. Fadenscheiniger Vorwand für Söders Selbstverliebtheit: Auf diese Weise würde er der Union Stimmen sichern helfen.

Als wüssten seine eigenen Wähler nicht genau, dass sich nun einmal die gesamte Union auf Laschet als Kandidaten geeinigt hat, sollen auf diese Weise – das meint Söder wohl – schwankende Wähler „ihm“ ihre Stimme geben, zum Wohl der Union. Denn am Wahltag, so soll sich Söder weiter geäußert haben, entscheide „ein Wimpernschlag“ darüber, ob die Union oder die Grünen die Wahl gewönnen. Die CSU müsse in den kommenden Wochen „eine eigene Linie finden„, weil es „mit dem Bundestrend ja nicht so gut“ laufe. In Umfragen hat die Union zuletzt stark abgebaut und ist zeitweise hinter die Grünen zurückgefallen. Deshalb also Profilierungsversuche jeder Schwesterpartei für sich, kurz vor der Bundestagswahl? Ein strategischer Nonsens erster Güte.

Mitten im Galopp die Pferde wechseln?

Dass es „nicht so gut läuft“, scheint Söder insgeheim zu freuen – tritt doch genau das ein, was seine Anhänger im Falle der Aufstellung von „Lusche“ Laschet prophezeit haben: Ein weiterer Absturz in den Umfragen – obwohl es in der Sache selbst, realpolitisch betrachtet, gar keinen Unterschied macht, wer sich im künftigen Kabinett von den Grünen den Kurs diktieren lässt – ob diese nun die Kanzlerin stellen oder einen Unions-Kanzlerdarsteller vor sich hertreiben. Unverdrossen erklärte Söder laut übereinstimmenden Teilnehmerangaben aus der Fraktion: „Wir sind keine Filiale der CDU„. Man unterstütze Armin Laschet, „aber wir sind nicht gegen jemand. Wir sind für Bayern und für uns.“ Nichts als Wortklaubereien: In Wahrheit interessiert sich Söder für niemand anderen als Söder.

In hochrangigen Kreisen der CSU kursiert Medienberichten zufolge sogar die Hoffnung, dass die CDU die Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni krachend verliert. Dann nämlich, so Söders Hoffnung, könne jener doch noch Kanzlerkandidat werden – indem eine panikverschreckte CDU ihn doch noch als Retter in der Not benennt. Zumindest erklärt diese Hypothese gut, warum Söder keine Gelegenheit auslässt, sein Mütchen zu kühlen und der Laschet-Union zu schaden. Und da auch die Grünen ihre Kandidatin Annalena Baerbock erst im Juni offiziell bestätigen und ins Rennen schicken, hofft er vielleicht auch von dort noch auf eine Überraschung nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, die ihm zur Krönung seines Egotrips verhelfen könnte: dem Bundeskanzler Södolf. (DM)