Nie mehr Shopping ohne Maske? Der Einzelhandelsverband ruiniert seine eigenen Mitglieder

Einzelhandel (Bild: shutterstock.com/Von Axel Bueckert)
Einzelhandel (Bild: shutterstock.com/Von Axel Bueckert)

Wie weit nach den Ländern auch Wirtschaftsverbände vom Corona-Staat gleichgeschaltet und auf Regierungskurs getrimmt wurden, stellte gestern der Handelsverbands Deutschland (HDE) unter Beweis: Statt perspektivisch wieder die vollständige Herstellung des Vor-Pandemie-Zustandes zu verlangen, betet dessen Hauptgeschäftsführer nun die Maskenverherrlichungsparolen der parteiübergreifenden Maulkorb-Lobby nach.

Im Widerspruch zu praktisch allem, was von einem Interessenvertreter des nach der Gastronomie am zweitschlimmsten von den Lockdownmaßnahmen betroffenen   Wirtschaftszweiges eigentlich zu erwarten wäre, erklärt HDE-Chef Stefan Genth allen Ernstes, eine Aufhebung des Maskenzwangs selbst für Geimpfte und Genesene sei „verfrüht„. Im Gegenteil – was er hier äußert, klingt vielmehr so, als spreche sich der Verband für eine zeitlose, die Pandemie weit überdauernde Maskenpflicht aus.

Diese sei nämlich „eine akzeptierte, unproblematische und gleichzeitig hochwirksame Maßnahme„, die sich „bewährt“ habe und außerdem „längst im Alltag der Menschen angekommen“ sei, schwärmt Genth gegenüber „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Sie überstürzt aufzuheben, sei „nicht zielführend.“ Was ist denn das Ziel, möchte man hier einwenden?

Amazon sagt: Danke!

Die Menschen beim Shoppen in einem Gefühl der Beklemmung und maximalen Unfreiheit zu lassen, um ihr „Einkaufserlebnis“ auf das maximal Notwendige zu begrenzen und so schnell wie irgendwie hinter sich zu bringen?

Was Genth hier fordert, ist schlimmer als ein Lockdown, von dem die Bürger einst wenigsten noch hoffen konnten, dass er allen Entbehrungen zum Trotz eben irgendwannvorbei vorbei ist: Er will einen Folgezustand, der das Dauer-Arousal gesundheitsfanatischer und hygienefixierter Kontrolle ewig fortschreibt: Zwar soll es eine bundesweite Wiedereröffnung des Einzelhandels geben, auch ohne Testpflicht bei Inzidenzen unter 100  – aber dafür fortan nur noch mit Abstand, Maske und Hygienevorschriften. Amazon & Co. werden ihr Glück über solche Verbandsvertreter kaum fassen können – und ein Großteil der deutschen Einzelhändler wird sich bedanken. (DM)

Dazu passt dann auch diese Meldung der dts-Nachrichtenagentur:

Städte und Kommunen befürchten im Zuge der Coronakrise eine Verödung der Innenstädte. „Wir befürchten, dass über 100.000 Einzelhandelsgeschäfte schließen oder gar nicht mehr wieder öffnen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Damit stünden allein bis zu 500.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

„Hier müssen wir energisch gegensteuern“, sagte Landsberg. „Die Lage wie sie vor der Pandemie war, kommt nicht zurück.“ Die Menschen hätten die Vorteile des Onlinehandels kennengelernt und genutzt…