Mit den Grünen mitten im Krieg: Baerbock versucht Habecks Säbelrasseln einzufangen

Baerbock und Habeck (Bild: shutterstock.com/ Von photocosmos1)
Baerbock und Habeck (Bild: shutterstock.com/ Von photocosmos1)

Nachdem Robert Habeck sich für eine grüne Beteiligung an gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Ukraine durch Waffenlieferungen in das Krisengebiet ausgesprochen hat, versucht die zur nächsten Kanzlerin hochgespielte Baerbock das grüne Säbelrasseln einzufangen uns spricht sich dagegen aus. Sonderzahlungen-Nachmelder Özdemir hingegen springt Habeck bei. Apropos Sonderzahlung: Baerbock hat nichts falsch gemacht! Sie hat sich ihr Weihnachtsgeld einfach nur selbst genehmigt!

Nein, nein. Die Grünen wollen doch keine Waffen in ein Krisengebiet liefern, beteuert die angeschlagene grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. „Das steht auch in unserem Programm, und das sehen wir als Parteivorsitzende beide so“, bekräftigt die grüne Wunderwaffe Baerbock am Mittwochabend in der öffentlich-rechtlichen ARD-Plapperrunde „Maischberger. Die Woche“.

Nachdem der Philosoph Habeck sich laut und vernehmlich vor seinem medienwirksamen Besuch – beeindruckend die Aufnahmen, die Habeck mit Stahlhelm behütet an der Front in der Ostukraine vor ein paar Tagen zeigen – für Waffenlieferungen in das Krisengebiet aussprach, will er mit „Waffenlieferung“ nun ja nur Nachtsichtgeräte und Aufklärungsgeräte gemeint haben. Auch wenn ihm diese billige Ausrede mutmaßlich nur Hardcore-Grüne glauben werden, kommt noch hinzu, dass die deutsche Rüstungskontrolle nicht zwischen Offensiv- und Defensivwaffen unterscheidet.

Und da Baerbock es mit Fakten nicht so genau nimmt – ob Kobolde oder Waffen ist dann schon mal egal –  erklärt die Obergrüne nun kurzerhand zu Habecks Waffenlieferungs-Forderungen: „Hat er so nicht gesagt“. Die Baerbock´sche Schützenhilfe mündete dann am Mittwoch in der unfallfrei vorgetragenen Aussage: „Robert Habeck hat heute Morgen ja genau klargestellt, dass es nicht um Defensivwaffen geht, sondern – wie wir auch schon vor Kurzem deutlich gemacht haben – um Munitionsräumung, um die Bergung von verwundeten Personen, Zivilisten, mit gepanzerten Fahrzeugen und auch um die Frage der Unterstützung der OSZE-Mission.“ Und auch hier eine glatte Falschdarstellung des grünen Supertalents. Denn: Habeck hatte sich in dem erwähnten Radiointerview vom Mittwochmorgen gar nicht zur OSZE-Mission geäußert.

Grünen Kameradengeist beweist indes laut dem Spiegel der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir. Der Sonderzahlungen-Nachmelder – auch er hatte „versehentlich“ sein Weihnachtsgeld (2014 – 2017) in Höhe von insgesamt 20.580,11 Euro bei der Bundestagsverwaltung nicht angezeigt – kann in „Roberts Äußerungen nichts Falsches erkennen“.

Annalena´s Lernphase

Ebenfalls nicht Falsches kann Annalena darin erkennen, wenn sie satte 25.000 Euro, „verdient“ in den Jahren 2018 – 2020, „nachmelden muss. Leider, leider, so die Grüne beim öffentlich-rechtlichen Maischberger-Plausch, hatte sie es nicht „auf dem Schirm“, dass die „da Weihnachtsgeld ihrer Partei auch an den Bundestagspräsidenten hätte melden müssen.“ Maischberger, eigentlich als Grünenfreundin bekannt, stellt fest: „Sie haben sich das Weihnachtsgeld also selber genehmigt“ – „Ja“, muss das grüne Sturmgeschoss Baerbock notgedrungen zugeben.

Der Unternehmer und Maischberger-Gast Frank Thelen zeigte sich überzeugt davon, solche Gelder seien für andere Leute gedacht gewesen. Es sei „nicht okay, dass sie da so einfach einen Bonus einnimmt“. Von Thelens Vorschlag, einfach 1500 an „Ein Herz für Kinder“ zu spenden – er würde die gleiche Summe nochmals oben auf legen – will das grüne Sturmgeschoss jedoch nichts wissen: „Das ist gerade aber nicht meine Haltung, dass ich sage, ich habe einen Fehler gemacht, und jetzt verdeale ich mal was, und jemand anders legt noch mal was oben drauf!“ murrt Baerbock. „Sondern ich habe sehr deutlich gemacht, dass es mir sehr, sehr leid tut!“

Baerbock steigert das grüne Gejammere nochmals: „Ich habe in den vier Wochen, wo ich Kanzlerkandidatin bin, Heftigstes erlebt“, klagt die Kanzlerkandidatin dann. „Ich habe auch eigene Fehler gemacht. Dazu muss man stehen, aber was ich schon krass finde, ist diese Art von Shitstorm, wo über Fake news, wir kennen das aus den USA, Dinge behauptet werden …“. (SB)

 

 

(SB)