Neuer Plan? Werden Raucher bald zu Hause eingeschlossen?

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Wiesbaden – Es gibt sie also doch noch: Die Bürger, die NICHT an Corona erkranken und sterben: Immer mehr Menschen in Deutschland werden wegen einer „raucherspezifischen Erkrankung“ im Krankenhaus behandelt – gleichzeitig geht der Konsum von Zigaretten zurück.

Innerhalb von knapp zehn Jahren legten die Behandlungszahlen um 18 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Es verglich dafür die aktuellsten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2019 mit denen von 2010.

In einem um ein Jahr verschobenen Zeitraum – nämlich von 2011 bis 2020 – ging der Konsum von Zigaretten um 19 Prozent zurück. Einzig beim Pfeifentabak sei ein gegenläufiger Trend zu beobachten, hieß es. Konsumierte im Jahr 2011 im Schnitt noch jeder Erwachsene 1.305 Zigaretten, waren es 2020 nach vorläufigen Zahlen noch 1.063. Infolge einer „raucherspezifischen Erkrankung“ wurden in Deutschland im Jahr 2019 insgesamt 458.000 Patienten im Krankenhaus behandelt, davon waren 57 Prozent Männer.

Knapp 77.600 Menschen in Deutschland starben 2019 an den Folgen der typischen Raucherkrankheiten. Lungen- und Bronchialkrebs war mit rund 45.000 Todesfällen die dritthäufigste Todesursache insgesamt, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) mit mehr als 31.000 Gestorbenen die sechsthäufigste. Bei Frauen ist das Risiko, an einem Lungen- und Bronchialkrebs zu sterben, in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Betraf diese Todesursache im Jahr 2010 noch knapp 33 Frauen je 100.000 Einwohner, waren es 2019 gut 40 – ein Anstieg um knapp 24 Prozent. Bei Männern sank der Anteil von 73 auf 68 Sterbefälle je 100.000 Einwohner. Rauchen ist unter Männern stärker verbreitet als unter Frauen: Gut jeder vierte Mann über 15 Jahre (26 Prozent) war nach Ergebnissen des Mikrozensus aus dem Jahr 2017 Raucher, bei den Frauen war es fast jede fünfte (19 Prozent).

Zu den Nichtrauchern zählten insgesamt gut drei Viertel (78 Prozent) der Bevölkerung über 15 Jahren. Von allen Personen dieses Alters gaben 58 Prozent an, überhaupt noch nie geraucht zu haben, 19 Prozent waren ehemalige Raucher, so das Statistische Bundesamt.

Man darf gespannt sein, ob der Herr Spahn nun endlich einschreitet und eine Ausgangssperre für Raucher verhängt, schließlich sollen ja auch passive Raucher gefährdet sein. Vielleicht reicht es aber auch aus, wenn wir alle weiterhin mit Masken herumlaufen, damit wenigstens der Qualm draußen bleibt. (Mit Material von dts)