Und schon wieder „aus Versehen“: Tagesschau zeigt Anti-AfD-Graffiti im Hintergrund

Tagesschau (Symbolbild: shutterstock.com/Von Sharaf Maksumov)
Tagesschau (Symbolbild: shutterstock.com/Von Sharaf Maksumov)

So geht „Neutralität“ bei den Öffentlich-Rechtlichen: Die Tagesschau blendet bei der Verkündung der neuesten „Corona-Nachrichten“ im Hintergrund einen Anti-AfD-Slogan ein.

Als es im öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformat der ARD um die Corona-Notbremse ging, blendete die Redaktion hinter ihrer Sprecherin Julia-Niharika Sen die Ansicht der leeren Innenstadt von Marburg ein. Im Hintergrund ein Graffiti mit der Aufschrift „FCK AFD“.

„Im Netz sorgte die versteckte Botschaft für weitestgehend positive Reaktionen“, befand das Boulevardblatt stern beleglos in einem Beitrag, versäumte aber nicht, auf die „Neutralitätspflicht“ der ÖR hinzuweisen. Dies jedoch mit dem Zusatz versehen, dass dies insbesondere natürlich gegenüber der AfD gelte, „die den öffentlich-rechtlichen Sendern gegenüber ohnehin extrem kritisch gegenübersteht“.

Auf die öffentlich-rechtlich Anti-AfD-Werbung habe die Tagesschau-Redaktion mittlerweile reagiert: Online ist nun ein anderes Hintergrundbild zu sehen. Auch aus der Fassung mit Gebärdensprache wurde das umstrittene Foto entfernt.

Das wiederum passt dem linkspolitisch aktiven Portal Netzpolitik nicht und wirft der Tagesschau „falsch verstandene Neutralität“ und „vorauseilenden Gehorsam“ vor. Die Tagesschau hat mittlerweile auf die Fragen des Portals geantwortet. Man habe Änderungen vorgenommen, weil das benutzte Bild das Potential habe, von der Nachricht abzulenken. Zur Retuschierung in der Gebärdensprache-Version sagt die Tagesschau: „Die Tagesschau hat diese Veränderung nicht vorgenommen. Wie sie zustande kam, versuchen wir gerade zu klären.“ Darüber hinaus habe es beim aktuellen Bild wie auch in der Vergangenheit keine Beschwerden der AfD wegen der Bildauswahl gegeben.

Ob das AfD-Bashing den Machern der „Tagesschau“ schlicht nicht aufgefallen war oder jemand aus der Redaktion die politische Botschaft in die Sendung geschmuggelt hatte, sei unklar, so stern abschließend. Rein aufgrund der Fülle von Anti-AfD-Statements in mit Zwangsgebühren finanzierten Produktionen darf diese Darstellung angezweifelt werden. Eine kleine „Auswahl“:

  • So tauchte in einer Folge des „Polizeiruf 110“ ein Anti-AfD-Sticker im Bild auf.  Bei einer Szene war Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) im Büro zu sehen. Im Hintergrund und an ihrem Computer waren unter anderem „FCK NZS“ und „FCK AFD“-Symbole angebracht. Auch ein Poster der linksextremen Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ hing ebenso wie „Refugee-welcome“-Aufkleber in der Kulisse.
  • Beim „Thüringen-Journal“ im öffentlich-rechtlichen MDR-Sender lief in der Mitte der Sendung ein Tontechniker ganz offen und ohne Verdeckung mit einem „FCK-AFD“ T-Shirt im Bild herum.
  • In der Tatort-Folge „Borowski und das Glück der Anderen“ läuft die Frau Kommissarin an einem Verteilerkasten mit dem Graffito „FCK AFD“ vorbei
  • Die Tagesthemen blenden – es ging um den Mietenanstieg – den obligatorischen „FCK AFD“–Aufkleber ein
  • Die  Band „Von wegen Lisbeth“ durfte sich mit einem  „FCK-AFD“-Aufkleber am Keyboard direkt vorm Kameramann des @ZDF @morgenmagazin präsentieren
  • Die MDR-Sendung „Elefant, Tiger & Co“ zeigt mehrere Minuten lang einen „FCK AFD“-Sticker