Zeuge des Wahnsinns: Eine Meldung aus Deutschland

Rot-grüne Quotenfrauen (Bild Chebli: shutterstock.com/Photocosmos1 // Schulze: Henning Schlottmann (User:H-stt) ; siehe Link; CC BY-SA 4.0)
Per Videokonferenz diskriminiert? - (Bild Chebli: shutterstock.com/Photocosmos1 // Schulze: Henning Schlottmann (User:H-stt) ; siehe Link; CC BY-SA 4.0)

Wie wird man Zeuge des Wahnsinns? Man muß nur die „taz“ lesen. Die schonungslose Medienkritik, bei der kein Auge trocken bleibt.

von Max Erdinger

Wollen Sie Zeuge des Wahnsinns werden? Folgen Sie mir zur „taz“ und erfahren Sie alles über die „Diskriminierung in Videochats“. Wer sind die Diskriminierten? – Was für eine Frage. Die Weiber natürlich. – Warum? Deshalb: „Die Klangfilter von „Zoom“ und Co lassen Stimmen von Frauen weniger ausdrucksstark erscheinen – und bewirken eine strukturelle Benachteiligung.“ – Sie glauben das mit der „strukturellen Benachteiligung“ nicht? Ich auch nicht. Weil ich nämlich noch nie gehört habe, daß sich eine der hunderttausenden von Weibspersonen, die vor der Webcam Schweinkram herzeigen, bei ihrem Provider darüber beschwert hätte, daß ihre Stimme nicht ausdrucksstark genug beim zahlenden Männe rübergekommen sei. Woraus sich schließen läßt, daß das fortgesetzte Weibsgenöle über die „strukturelle Benachteiligung“ in züchtigen Videokonferenzen seinen wahren Grund in der Tatsache haben muß, daß die Konferenzweiber ihre Klamotten anbehalten. Freilich könnte das auch ein Trugschluß sein, einer gewissen Voreiligkeit geschuldet – und einer sexistischen Drecksmännerattitüde außerdem. Alt und weiß, wie meinereiner ist, hat er einen fatalen Hang zu beidem. Das sollte aber kein Problem sein im Lande der gleichberechtigten Meinung.

Die fehlerhafte Entwicklung ist männlich

Die Stimmen von Frauen werden in Onlinegesprächen benachteiligt, haben Fort­sche­r*in­nen herausgefunden. Meldungen wie diese bringen das Bild „nüchterner“ Technologie zum Bröckeln. Doch wenn digitale Anwendungen diskriminieren, liegt das meist an den Menschen, die sie entwickeln.“ – yeah, diese „Fortscher*innen“ sind wahre Tausendsass:innen. Sofort fällt mir jene „Fortscher*in“ ein, die sich über Menschen irgendeines Geschlechts beschwerte – Männer wahrscheinlich, Unmenschen also – , die möglichst sichere Automobile entwickeln. Diese Unmenschen, schrieb die „Fortscher*in“, würden ausschließlich männliche Crash-Test-Dummies verwenden in ihren Sicherheitstests, was dazu führe, daß Weibspersonen, die außer einer großen Geschwätzigkeit nichts entwickeln, bei Autounfällen strukturell benachteiligt seien, da sie ein um 47 Prozent erhöhtes Sterberisiko hätten. Mich alarmierte das in meinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeiten aller Art derartig, daß ich die Behauptungen der „Fortscher:in“ im „Crätshtetschzentrum“ eines namhaften Automobilherstellers überprüfte und hernach einen wertvollen Erkenntnisgewinn beisteuern konnte: Männliche Crash-Test-Dummies sind schwul. Und die Personen irgendeines Geschlechts, die sie entwickeln, erstrecht. Schwul-schwuler-am schwulsten.

Aber zurück zum Thema. „In Zusammenarbeit mit der dänischen Universität Sønderborg fanden Wis­sen­schaft­le­r*in­nen heraus, dass Frauen wegen der Stimmverarbeitung in Onlinegesprächen benachteiligt sind. Nicht alle Anteile der Sprache werden übertragen, gerade höhere Frequenzen werden ausgedünnt, heißt es dort. In der Konsequenz werden weibliche Redebeiträge als weniger ausdrucksstark, kompetent und charismatisch wahrgenommen.“ – Ha! Das könnte ebenfalls ein Trugschluß gewesen sein. Meinereiner nimmt nämlich videokonferenzierende Weibspersonen als besonders ausdrucksstark, kompetent und charismatisch wahr und vermutet schon länger, es könne daran liegen, daß die höheren Frequenzen ausgedünnt worden sind. An dem, was Weibspersonen in Videokonferenzen gesagt haben, kann der überaus vorteilhafte Eindruck, den sie bei meinemeinen hinterließen, nicht gelegen haben. Inhaltlich unterschieden sie sich nämlich nicht von Weibern, wie man sie als Zeuge eines Plauschs unter ihresgleichen vor dem Eingang zu jenem Kindergarten kennt, an welchem man zügig vorbeizukommen trachtet. Sehr wahrscheinlich liegt es nicht an der Ausdünnung höherer Frequenzen, wenn jemandem, ganz anders als meinemeinen, Weibspersonen in Videokonferenzen weniger charismatisch, kompetent und ausdrucksstark vorkommen. Auch das habe ich überprüft, indem ich einen Nachmittag mit Weibsbeobachtung an der örtlichen Großtankstelle verbrachte. Ergebnis: Selbst dann, wenn Frauen nur etwas tun, ohne dabei zu sprechen, stellt sich der Eindruck ein, es handle sich um Personen, die wenig charismatisch, ausdrucksstark und kompetent sind. Seither treibt mich die Frage um, ob bei der Entwicklung von Tankstellen ausschließlich männliche Tank-Test-Dummies verwendet werden. Und ob sie schwul sind.

„An der Entwicklung von Informationstechnik sind nun mal vor allem Männer beteiligt. Im Jahr 2018 waren beispielsweise im deutschen IT-Bereich nur knapp 17 Prozent aller Angestellten Frauen“, erklärt Lisa Hanstein und bezieht sich dabei auf eine Untersuchung der auf Tech-Jobs spezialisierten Plattform „Honeypot“. – das ist ja jetzt kein Beinbruch. Noch nicht einmal ein Thema ist es. Schließlich liegt der männliche Anteil im Schweinkram-Webcam-Gewerbe ebenfalls nicht bei mehr als 17 Prozent. Nur der Anteil zahlender Männer ist wesentlich höher. Ungefähr so hoch wie der Anteil der Männer, die bei der Entwicklung der digitalen Schweinkram-Technik ausdrucksstark, charismatisch und kompetent mitwirkten. Aber das ist ein alter Hut. Obwohl Männer so gut wie alles erfunden haben, gibt es immer wieder Weibspersonen irgendeines Geschlechts, die man dabei beobachten kann, wie sie, konfrontiert mit einer männlichen Erfindung, die Augen verdrehen und den folgenden Stoßseufzer gen Himmel schicken: „Diesen Scheißdreck hat doch bestimmt wieder ein Mann erfunden!“. Daß dem so ist, scheinen sie also wenigstens begriffen zu haben.

Der konstruierte Rassismus des Seifenspenders

Frau Lisa Hanstein sei selbst lange bei SAP beschäftigt gewesen, heißt es in der „taz“. Weswegen sie Erfahrung habe mit den Übeln, die eine fehlende Diversität in der Belegschaft zeitige. Die „Belange zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen“ würden „bei der Entwicklung neuer Anwendungen schlicht nicht mitgedacht„. Um ihre Behauptung zu untermauern, liefert sie ein auf den ersten Blick besorgniserregendes Extrembeispiel: „Besondere Aufmerksamkeit erlangten etwa automatische Seifenspender, deren Infrarot-Sensor nur die Hände von weißen Menschen erkennt, nicht aber die von Schwarzen. Ein mehrere Millionen Mal geklicktes Video, in dem ein Schwarzer Mann demonstriert, dass besagte Technologie zwar nicht auf seine Hand, dafür aber ein weißes Papierhandtuch reagiert, führt die teils absurden Auswirkungen des Problems vor Augen.“ – tja, was soll man dazu noch sagen? Ein Seifenspender, der die schwarzen, ölverschmierten Hände eines Weißen nicht erkennt, ist tatsächlich mit einem lausigen Infrarot-Sensor versehen.

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So ein Gelumpe braucht kein weißer Automechaniker. Vielleicht hat aber der schwarze Seifendiskriminierungs-Experte seine Hände auch nur neben den Seifenspender gehalten, statt untendrunter. Könnte ja sein. Vielleicht hätte er auch nur die Hand-Innenfläche unter dem Seifenspender nach oben halten müssen – und nicht den Handrücken. Die Handinnenflächen von schwarzen Seifenspender-Testern sind nämlich im sauberen Zustand gar nicht so schwarz. Und sogar, wenn der Seifenspender sich nuancenreich weigert, eine so gut wie weiße Handinnenfläche mit einem weißen Handtuch gleichzustellen, wäre für den Schwarzen noch nicht aller Dreckstage Abend. Er müßte zunächst nur ein weißes Handtuch unter den rassistischen Seifenspender halten, das Handtuch dann unter den Wasserhahn – und könnte sich die Hände mit einem nassen und seifegetränkten Handtuch abwaschen. Unterstellt, daß Frau Lisa Hanstein selbst an die Geschichte vom rassistischen Seifenspender glaubt, müsste man sie eine Rassistin nennen, weil sie ihrerseits offensichtlich unterstellte, Schwarze seien geistig nicht flexibel genug, um einen rassistischen Seifenspender auszutricksen. Prinzipiell hätte sie natürlich recht: Dirty Black Hands Matter.

Licht am Ende des digitalen Fehlertunnels

Immerhin hat man auch bei der „taz“ noch optimistisch stimmende Aspekte der frauenfeindlichen und rassistischen Digitalwelt entdeckt. „Als Beispiel für eine KI, die gesellschaftlichen Problemen ausdrücklich entgegenwirken könnte, nennt sie (Lisa Hanstein, Anm.d.Verf.) das Projekt „Decoding Antisemitism“. Die Alfred Landecker Foundation arbeitet unter anderem mit der Technischen Universität Berlin und dem King’s College London an einer Open-Source-Lösung, die implizite Hassrede, beispielsweise in Form von verunglimpfenden Stereotypen oder Verschwörungsmythen in den sozialen Medien, ausfindig machen soll.“ – so toll das auch klingt: Mir wäre die Entwicklung einer menschlichen Intelligenz statt einer künstlichen deutlich sympathischer. Man stelle sich vor, die Menschen wären „ganz ohne digital“ eines Tages so intelligent, daß sie einen „taz“-Artikel als „Scheißdreck“ identifizieren können, den „bestimmt wieder eine Frau erfunden hat“. – Traumhaft! „Implizite Haßrede per Open-Source-Lösung ausfindig machen“ – ein absolut wahnsinniger Scheißdreck, der von „die Menschen“ auch als solcher identifiziert werden könnte, wenn sie erst einmal intelligent geworden sind. Da rechnen sich sämtliche Entwicklungskosten. Ganz ehrlich.