Zwei Jahre nach Lübcke-Mord: Hat Helge Lindh ebenfalls „mitgeschossen“?

SPD-Bazooka Helge Lindh (Foto:Imago/PoliticalMoments)

Am 1.6.2019 starb der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke, feige erschossen von einem Neonazi auf der Veranda seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha. Er war noch nicht bestattet (und die Hintergründe der Tat noch lange nicht ausermittelt), da überschlugen sich die etablierten Parteien bereits mit ihren Schuldzuweisungen an freie Medien, die AfD und praktisch jedem, der sich irgendwann einmal kritisch zur Flüchtlingspolitik geäußert hatte: Sie alle hätten sich an diesem Mord mitschuldig gemacht. Die beispiellose Spaltung der Gesellschaft erklomm damals einen neuen Höhepunkt.

Vom ersten Tag an war es lupenreine Volksverhetzung gewesen, legitime inner- wie außerparlamentarische Opposition gegenüber der deutschen Regierungspolitik gerade in Fragen der Migration in die geistige Nähe eines politischen Mordes zu rücken und so zu kriminalisieren; doch weder im Bundestag noch in den Medien wurde dieser bösartigen und niederträchtigen Aufwiegelungsarbeit ein Riegel vorgeschoben. Die Differenzierung zwischen berechtigter und zulässiger Kritik an Äußerungen Lübckes auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise (er hatte unter anderem der Gegnern der verfassungswidrigen Massenaufnahme infolge Merkels Alleingang erwidert: „Wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen„) und einem grausamen, durch nichts zu rechtfertigten Terrorakt blieb dabei völlig auf der Strecke.

Zu denen, die es bis heute nicht lassen können, ihr Gift der Spaltung zu verspritzen und den politischen Gegner zu entmenschlichen, indem sie gegen ihn hetzen und ihren undemokratischen, bleckenden Hass bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck bringen, zählt der Wuppertaler SPD-Abgeordnete Helge Lindh. Er veröffentlichte vorgestern zum zweiten Todestag Lübckes auf Twitter folgende bemerkenswerte Einlassung:

(Screenshot:Twitter)

Irgendeinen Beweis dafür, dass die Bürger, die Lübcke damals filmten, AfD-ler waren, erbringt Lindh selbstverständlich nicht. Das hindert ihn jedoch nicht, die AfD zu Mittätern zu erklären.

Ferner drängt sich bei dem obigen Tweet aus zweierlei Gründen die Frage auf: Hat – seiner eigenen Logik nach – nicht auch Helge Lindh „qua Propaganda mitgeschossen“? Erstens trägt er mit seinen Tweets seit langem dazu bei, dass sich das politische Klima zunehmend Weimarer Verhältnissen annähert – indem er wahllos Andersdenkende und ihm nichtgenehme Personen als Rassisten oder „Nazi“ bezeichnet.

Zweitens – und das wiegt noch schwerer – ist Helge Lindh, höchst verdächtig, ein weißer Mann – genau wie Stephan Ernst, der Mörder Lübckes, der ebenfalls Weißer ist. Mehr noch: Beides sind Deutsche, beide entstammen Vorfahren, deren Generation in epochale Menschheitsverbrechen verstrickt war. Und beide sprechen Deutsch. Auffällig viele Parallelen also. Wenn das nicht ausreicht, um eine Mittäterschaft anzunehmen, was dann? (DM)