Wenn’s mal wieder etwas länger dauert: Rufe nach Ende der Corona-Maßnahmen

(Symbolfoto: Von frankie's/Shutterstock)

Die Grippesaison ist wohl endgültig vorbei. Der dumme, nichtssagende Inzidenzwert ist abgestürzt, das Leben normalisiert sich wieder. Die Bürger dürfen sich wieder anlächeln, tief durchatmen und sogar hier und da an der frischen Luft ein Bierchen schlürfen.

Doch die pandemische Lage bleibt politisch gewollt natürlich weiterhin bestehen, das alles andere aushebelnde Infektionsschutzgesetz hat weiterhin Gültigkeit. So leicht lassen sich die Machthaber ihr neues, viel größeres Spielfeld nicht mehr einschränken.

Die Forderungen nach mehr Freiheit sind von daher auch eher lächerlich:

Angesichts fallender Infektionsrirsiken fordern Politiker und Rechtsexperten ein zügiges Ende der Corona-Maßnahmen und eine Anpassung der Beschränkungen an das tatsächliche Risiko der Betroffenen. Der Berliner Rechtswissenschaftler Ulrich Battis erklärte gegenüber „Bild“ (Mittwochausgabe): „Grundrechtseinschränkungen können gegenüber nachweisbar nicht infektiösen Menschen (Geimpfte und Getestete) nicht rechtmäßig angeordnet werden. Es ist überfällig und verfassungsrechtlich geboten, dass die Parlamente dem ein Ende setzen.“

FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte dem Blatt: „Wo die Infektionsgefahr objektiv sinkt, müssen auch Freiheitseinschränkungen Stück für Stück fallen.“ Alles andere sei verfassungswidrig. Der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Weiler verlangt in „Bild“ ein generelles Ende der Kontaktregulierungen ab einer Inzidenz unter 20. „Wenn die Ansteckung unter das Maß einer normalen Grippe fällt, darf man aus meiner Sicht die Menschen nicht weiter einschränken.“

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese fordert in „Bild“: „Bei weiter zunehmendem Impffortschritt und weiter absinkenden Inzidenzen sollten die Länder ihre Regeln stark vereinfachen und mehr auf die Eigenverantwortung der Bürger setzen.“

Warum eigentlich nicht schon früher? In normalen Zeiten blieben die kranken und damit infektiösen Menschen zu Hause. In den Restaurants und Geschäften dagegen haben sich die ohnehin schon Gesunden aufgehalten. Wer Angst vor einer Ansteckung hat, kann sich natürlich einen Jammerlappen ans Gesicht tackern, die anderen hoffen auf ein starkes Immunsystem.

Während also über die längst überfällige Rückgabe der Grundrechte weiter debattiert wird, geht der Anteil positiver Corona-Tests in Deutschland immer weiter zurück. Nach Angaben des Laborverbandes ALM waren in der zurückliegenden Kalenderwoche 22 nur noch 3,2 Prozent aller PCR-Tests positiv. In der Vorwoche waren es noch 4,4 Prozent.

Insgesamt wurden in den beobachteten 178 Laboren innerhalb von sieben Tagen rund 770.000 PCR-Tests durchgeführt, drei Prozent weniger als eine Woche zuvor. Dies habe wohl auch an dem Feiertag in einigen Bundesländern gelegen, teilte der Verband mit. Die Testkapazität liegt seit Wochen bei rund zwei Millionen PCR-Tests, die Auslastung sinkt jedoch stetig.

Der Laborverband klagte am Dienstag darüber, keine finanzielle Unterstützung für das Vorhalten der Kapazität zu erhalten. Auch die Absenkung der PCR-Kosterstattung ab dem 1. Juli sei „kritisch und nicht sachgerecht“.

Es geht also – wie in fast allen anderen Bereichen auch – nur ums Geld. Das war von Anfang an der Fall, nur die Gier einiger Menschen hat die Welt an den Rand des Abgrunds geführt.

Derweil hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am frühen Mittwochmorgen vorläufig 3.254 so genannte Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 34 Prozent oder 1.663 „Fälle“ weniger als am Mittwochmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 22,9 auf heute 20,8 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 58.900 aktiven Corona-Fällen (besser: positiv getestete Personen mit Nachweis) aus, das sind etwa 30.600 weniger als vor einer Woche.

Wer hier noch von einer Pandemie schwafelt, führt Böses im Schilde. (Mit Material von dts)