Werden die Impfskeptiker mit der „Vierten Welle“ erpresst?

Bevor es kalt wird: Surfen auf der Vierten Welle (Foto: Von James Parascandola/Shutterstock)

Jeder klar denkende Mensch weiß, dass die ganze Impferei so gut wie nichts bringt, außer dass die zweibeinigen Versuchskaninchen unkalkulierbare Risiken für ihre Gesundheit eingehen und sich womöglich später mit katastrophalen Folgeschäden herumschlagen müssen.

Selbst die Ständige Impfkommission hat jetzt wieder einmal Bedenken geäußert:

Sie geht mittlerweile davon aus, dass etliche Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Immunschutz gegen das Coronavirus aufgebaut haben. Es gebe mehrere Studien, die zeigten, dass die Impfung gegen Covid-19 bei Menschen, deren Immunsystem medikamentös gebremst wird, nicht so gut wirke wie bei anderen, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Abhängig vom Ausmaß der Immunsuppression und den verwendeten Medikamenten ist die Immunantwort sogar trotz vollständiger Impfung deutlich schlechter oder fällt ganz aus.“

Im Moment könne man noch nicht abschätzen, wie groß die Gruppe der Patienten sei, die trotz vollständiger Impfung keinen oder einen zu geringen Immunschutz aufgebaut hätten, so Mertens. Das gelte auch für die Frage, wann diese Menschen erneut geimpft werden sollten. Dazu liefen aktuell noch etliche Studien.

„Wir müssen aber davon ausgehen, dass es nicht nur Einzelfälle sind“, so Mertens Betroffen seien etwa Menschen nach einer Organtransplantation oder zum Teil auch Krebspatienten. In solchen Fällen sei es wichtig, das Ansteckungsrisiko im Umfeld durch Impfungen so weit wie möglich zu verringern. „Man nennt das Kokonstrategie“, so Mertens.

Auch bei Rheumapatienten sei die Immunantwort je nach Art der Immunsuppression zumindest reduziert. An diesem Donnerstag wird trotzdem die Empfehlung der Stiko zur Impfung von Kindern ab 12 Jahren erwartet. Ein Entwurf dazu sieht eine Impfempfehlung in dieser Altersgruppe unter anderem in solchen Fällen vor, in denen es Angehörige oder andere Kontaktpersonen gibt, bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz trotz erfolgter Impfung besteht.

Nichtsdestotrotz sollen die Impfskeptiker erpresst werden, schließlich ist die Profitgier der Pharmaindustrie unersättlich und ihre Strohpuppen müssen deshalb ganze Arbeit leisten:

In der Diskussion um einen Rückgang der Impfwilligkeit bei niedrigen Inzidenzen warnt deshalb der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor einem möglichen Lockdown im Herbst. „Es wird ja schon so im Hintergrund-Rauschen ein bisschen von der drohenden vierten Welle im Herbst geredet“, sagte er den Sendern RTL/ntv, „das ist keine Angstmache.“ In dem Maße, in dem wir im Sommer mit dem Impfen nachließen, werde man im Herbst wieder Lockdown-Maßnahmen einführen müssen.

„Um dauerhaft Ruhe vor dem Virus zu haben, brauchen wir eine Impfquote in der Dimension von 80 Prozent der Bevölkerung“, so Montgomery, „wir können das nur durch Überzeugung schaffen“. Eine Impfpflicht hielte er für „nicht so schlecht“, sie sei aber in Deutschland nicht durchsetzbar. Angesichts der Ausbreitung der Virusvarianten Alpha (Früher: „Britische“) und Delta (Früher: „Indische“) hält es die Modelliererin Anita Schöbel für möglich, dass die Infektionszahlen ab Herbst wieder ansteigen und eine „Herdenimmunität“ unter Umständen gar nicht erreicht wird.

„Wir sind vor einem Jahr noch davon ausgegangen, dass der R-Wert unter 1 fällt, wenn 70 Prozent der Bevölkerung geimpft oder genesen sind“, sagte die Leiterin des Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik der Fraunhofer-Gesellschaft gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Leider gilt das so nicht mehr.“ Weil Alpha und Delta ansteckender als die Ursprungsvariante des Virus seien, müsse der Anteil der immunisierten Bevölkerung inzwischen höher ausfallen.

„Die Schätzungen gehen derzeit bei der Alpha-Variante von knapp 80 Prozent aus, bei der Delta-Variante liegt der Anteil vermutlich noch höher“, erklärte die Mathematikprofessorin, die auch an der Technischen Universität Kaiserslautern forscht. Die Virusvarianten beeinflussten auch den Impfschutz, warnte Schöbel. „Je nach Impfstoff und Virusvariante beträgt der Schutz gegen die Varianten Alpha und Delta zwischen 60 und 90 Prozent“, sagte sie dem RND. „Geimpfte können die Krankheit also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit trotz Impfung bekommen und das Virus auch weitergeben.“

Bleibt der R-Wert über 1, bedeutet das der Statistikexpertin zufolge, dass sich das Virus bei allen Ungeimpften ausbreiten werde, die die Krankheit noch nicht selbst durchlaufen haben. Das trete ein, „sobald wir die Corona-Maßnahmen ganz fallen lassen und sich wieder viele Menschen ohne Masken in geschlossenen Räumen oder auf großen Veranstaltungen treffen“, so Schöbel.

Die Grünen, als Freunde des Totalitären, drohen natürlich mit:

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt vor einem verlorenen Sommer für die Corona-Bekämpfung gewarnt. Die Pandemie sei „noch nicht vorbei“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Für die Verantwortlichen in Bund und Ländern ist deshalb jetzt die Zeit, den Herbst vorzubereiten. Sollten die Corona-Zahlen nach dem Sommer erneut ansteigen, dürfen wir nicht wieder unvorbereitet sein.“ Göring-Eckardt rief Bund und Länder dazu auf, vor allem die Schulen besser auszustatten, damit Schülerinnen und Schüler „ab Herbst ein normales Schuljahr ohne erneute massive Einschränkungen erleben können und Lernrückstrände aufgearbeitet werden“. Erst im Herbst mit dem Einbau von Luftfiltern zu beginnen wäre nach den Worten der Fraktionsvorsitzenden zu spät.

„Unterricht muss in Sicherheit möglich sein, selbst wenn die Infektionszahlen wieder steigen sollten“, sagte sie. Darüber hinaus forderte Göring-Eckardt ein „wirklich gutes Impfmanagement über den Sommer“. Impfwilligen Jugendlichen müsse so bald wie möglich ein Angebot gemacht werden.

Eventuell notwendige Auffrischimpfungen seien jetzt vorzubereiten. Bevölkerungsgruppen, die sich bislang wenig impfen ließen, müssten durch gezielte Ansprache und Aufklärung erreicht werden. Dazu müsse Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „eine Informations- und Aufklärungskampagne starten“, verlangte die Grünen-Politikerin.

Hier weitere Meldungen aus der Coronahölle:

Britische Corona-Variante „Alpha“ bleibt in Deutschland dominant

Die früher „britische“ und jetzt „Alpha“ genannte Corona-Mutation B117 hat ihren Anteil in Deutschland noch einmal kräftig ausgebaut und andere Varianten damit zum Teil verdrängt. Das geht aus dem wöchentlichen „Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland“ hervor, den das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch veröffentlicht hat. Demnach steigerte „Alpha“ seinen Anteil laut Gesamtgenomsequenzierungen von der 20. zur 21. Kalenderwoche von 90,2 auf 93,6 Prozent.

Die besonders gefürchtete, früher „indische“ und nun „Delta“ genannte Corona-Mutante B16172 hat demnach von 3,1 auf 2,5 Prozent nachgelassen. Die früher „südafrikanische“ und jetzt „Beta“ genannte Variante B1351 verlor von 0,7 auf 0,4 Prozent, auch andere Mutationen wurden seltener. Bei der RKI-Testzahlerfassung allerdings, einer anderen Methode, zeigt sich, dass die zuerst in Indien festgestellte Delta-Variante weiterhin gefährlich bleibt.

Hier liegen deutlich andere, aber dafür aktuellere Daten vor, wonach diese Mutation ihren Anteil von der 21. zur 22. Kalenderwoche von 0,9 auf 2,0 Prozent mehr als verdoppelte. Diese Zahlen unterlägen allerdings Verzerrungen, weil nicht alle testenden Labore in Deutschland an der Abfrage teilnähmen, so das RKI.

Betriebsärzte klagen über fehlenden Impfstoff

Die seit Montag laufende Impfkampagne durch Betriebsärzte in Unternehmen leidet unter Lieferengpässen. Das schreibt das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf die beteiligten Konzerne. So berichten die Deutsche Börse in Frankfurt, die Deutsche Wohnen in Berlin und Henkel in Düsseldorf, dass sie bis Mittwochmittag keine der bestellten Biontech-Lieferungen erhalten haben.

Den genauen Grund für die Lieferverzögerung kennt man in den Konzernzentralen nicht. In Unternehmen, in denen die Impfungen bereits begonnen haben, laufen sie schleppend. Bayer hat von den 20.000 bestellten Dosen lediglich 3.000 bekommen.

Bei der Allianz kamen von den 12.500 georderten nur 3.200 an. Beide Konzerne impfen bereits seit Montag. Siemens wurde am Mittwoch mit 6.000 Dosen beliefert und will ab Donnerstag die Impfungen starten.

RWE verimpft seit Mittwoch 1.800 Dosen an seine Mitarbeiter. Betriebsärzte sind seit diesen Montag Teil der deutschen Impfkampagne. Zunächst werden sie ausschließlich mit Biontech/Pfizer beliefert.

Für die kommende Woche konnten sie pro Betriebsarzt bis zu 300 Dosen bestellen. Viele Firmen rechnen aber damit, dass nur gut 80 Dosen pro Arzt ankommen werden. Für die 25. Kalenderwoche (ab dem 21. Juni) ist die Bestellmenge auf 350 Dosen begrenzt. Darunter sind auch erstmals 50 Dosen von Johnson & Johnson.

Veranstaltungswirtschaft will Events ohne Abstandsregeln

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) hat vor dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag die Corona-Politik kritisiert. „Es ist nicht erkennbar, was noch geschehen soll, damit die Branche endlich wieder Geld verdienen kann, anstatt auf staatliche Hilfen angewiesen zu bleiben“, sagte BDKV-Präsident Jens Michow den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Die Branche sei in der Lage, nur geimpften, getesteten oder genesenen Personen den Zutritt zu Veranstaltungen zu gewähren.

Das staatliche Handeln müsse verhältnismäßig sein, mahnte der BDKV-Präsident. „Sofern sich die aktuelle Entwicklung der Inzidenzrate fortsetzt, ist für mich nicht erkennbar, wieso Kapazitätseinschränkungen in Veranstaltungsstätten noch verhältnismäßig sein sollten“, sagte Michow. Er forderte, dass Rahmenbedingungen genannt werden, wie Veranstaltungen ohne Abstandsregeln wieder möglich sein können.

Testzentren sollen nur noch 12,50 Euro pro Schnelltest erhalten

Nach Betrugsfällen in Testzentren sollen die Kontrollen verschärft und die staatliche Kostenerstattung verringert werden. Private Betreiber von Teststellen sollen vom 1. Juli an nicht mehr 18 Euro sondern nur noch bis zu 12,50 Euro pro Schnelltest abrechnen können. Das geht aus der Neufassung der Corona-Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben) berichten und die sich nun in der Ressortabstimmung befindet.

In der künftigen Erstattungssumme sind acht Euro für die Dienstleistung und bis zu 4,50 Euro für Sachkosten enthalten. Zudem soll die Beauftragung privater Testanbieter strenger geregelt werden: Sie sollen künftig individuell beauftragt werden, dabei müssen Qualität und Zuverlässigkeit geprüft werden. Dazu werden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, die Plausibilität der Abrechnung zu überprüfen.

Zudem soll es mehr Kontrollen geben: „Die Kassenärztliche Vereinigung hat stichprobenartig und, sofern dazu Veranlassung besteht, gezielte Prüfungen durchzuführen“, heißt es dazu in der Verordnung. Und weiter: „Die Kassenärztliche Vereinigung soll die Staatsanwaltschaft unverzüglich unterrichten, wenn die Prüfung ergibt, dass ein Anfangsverdacht auf strafbare Handlungen mit nicht nur geringfügiger Bedeutung bestehen könnte.“ Sammelabrechnungen, zum Beispiel für mehrere Teststellen insbesondere für überregionale Teststellenbetreiber, sind künftig laut Verordnung nicht mehr möglich. (Mit Material von dts)