Testen statt Tanzen – auch für Geimpfte: Erste Club-Eröffnung seit Corona

Mächtig was los auf der Tanzfläche? (Symbolbild:Imago)

Soll das etwa die „Exit-Strategie“ aus Corona darstellen? Als erster Club eröffnet heute Abend die Leipziger „Distillery“ – zu Bedingungen, die alles in den Schatten stellen, was man selbst aus Gaga-Deutschland mittlerweile gewöhnt ist. Denn wer hier einen Abklatsch des vorpandemischen ungezwungenen Nachtlebens erleben will, muss einen wahren Test-Marathon über sich ergehen lassen – sogar Geimpfte, denen damit einmal mehr vor Augen geführt wird, wie sinnlos ihre „Immunisierung“ in der Praxis ist (und wie sehr die Behörden der Impfung in Wahrheit misstrauen).

Dass beim Einlass die Impfung nichts zählt, ist dabei mehr als nur bittere Ironie in einem Land, das den Spritzenkult als unumgängliche Voraussetzung jeglicher Form von noch so verhaltener Normalitätswiedererlangung etabliert hat. Es ist eine glatte Unverschämtheit für die Geimpften – und zugleich ein schwacher Trost für die, die noch auf ihren Pieks warten oder sich diesen gar nicht verabreichen lassen wollen… werden hier doch endlich wieder mal alle gleichermaßen schikaniert.

Die Wiedereröffnung der ersten Zappelhalle ist aber noch an ganz andere Maso-Bedingungen geknüpft: Nicht nur einmal, sondern dreimal muss laut „Bild“ getestet werden, wer sich eines der begehrten Tickets auf der Gästeliste gesichert hat (die schon vor Wochen voll war): Einmal einen Antigen-Schnelltest im mobilen Testzentrum einer Apothekerin, die – praktisch als „Warm Up“ – heute Vormittag vor der „Distillery“ am Fließband die Besucher abstreicht.

Party für Sado-Maso-Freaks

Wer dann sein tagaktuelles Schnelltestzertifikat in Händen hält, darf sich mit anderen Gästen in Zehnergruppen an einem fröhlichen Spuck-Test beteiligen. Findet sich in dem „Pool“ dieser Zehner-Probe ein Hinweis auf Corona, darf die gesamte Kohorte gleich zum Test Nummer drei, einem PCR-Test im eigenen Testbus – dessen Ergebnis dann bis 19 Uhr, rechtzeitig zum Einlass, vorliegen soll. Für die, die hier „durchfallen“, heißt es: Quarantäne zu Hause statt Tanzfläche.

Zusätzlich ist die normale Besucherzahl halbiert, es gelten Empfehlungen für Abstand und Maske – und alle „Feiernden“ sind automatisch noch Forschungsobjekte der „Club-Studie“ die gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, dem Klinikum Sankt Georg und der Uniklinik Leipzig seit Februar durchgeführt wird. Das darin entwickelte „Öffnungskonzept“ sieht auch vor, dass alle, die heute in der „Distillery“ zu Gast sind, in sieben Tagen gleich nochmals zum PCR-Nachtest dürfen.

Keine Frage: Wenn dies das neue deutsche „Clubleben“ sein soll, dann gute Nacht. Dann lasst besser alles zu, und wir feiern im Ausland weiter. (DM)