Tuntiges Geschrei um eine „Schwuchtelbinde“

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Ein AfD-Politiker hat mal wieder was losgelassen und die ganze Welt macht sich ins Höschen.

Der Kapitän der „Mannschaft“, Manuel Neuer, hatte beim Spiel gegen Portugal eine regenbogenfarbige Binde am Arm getragen – wohl als Generalprobe für den Auftritt im islamischen Katar gedacht – und der ehemalige Fraktionschef der AfD in Rheinland-Pfalz und Bundeswehroffizier a.D. hatte daraufhin auf Twitter etwas gepostet, dass nun mit Sicherheit den Verfassungsschutz wieder auf den Plan rufen wird:

Die „Bild“ und natürlich auch alle anderen reaktionären Spießer, die überall Homphobie riechen, wenn jemand einen sanften Wind fahren lässt, titelte daraufhin in gewohnter Hass- und Hetz-Manie:

AfD-Mann hetzt gegen die Nationalmannschaft und Homosexuelle

Die linke Filterblase drohte ebenfalls zu platzen und selbst Alice Weidel musste wieder einmal einen ihrer völlig überflüssigen Kommentare abgeben und vor den linksradikalen Queerköppen auf die Knie fallen:

So kann man sich auch lächerlich machen. Denn für den Autoren dieser Zeilen ist als überzeugter Schwuler der Begriff „Schwuchtelbinde“ (in gewissen Kreisen auch gerne Tuntenwindel genannt) keineswegs skandalös. Er wurde früher, als die Linksradikalen noch nicht die Schwulenszene zerfressen haben, immer gerne benutzt – sicherlich für andere Sachen, über die ich hier nicht schreiben möchte, aber „Schwuchtelbinde“ und andere Utensilien gehörten zum Alltag in den Darkrooms.

Diese heuchlerische Aufregung von heute zeigt wieder einmal, wie spießig und reaktionär die linke- und rechte Schwulenszene geworden ist. Und denjenigen, die sich als Vertreter und Beschützer der Querer-Szene sehen und bezeichnet, wünsche ich mehr Gelassenheit und weniger Hasszerfressenheit.

Und mehr Spaß am schwulen Leben.

Und der „Bild“ wünsche ich, dass sie endlich aufhört, so verlogen und heuchlerisch daher zu schreiben und die Serie über „Meinungsfreiheit“ wieder aus dem Heft nimmt.