Regenbogen-Stadionbeleuchtung beim Ungarn-Spiel: Verschwulung des Sports und ausländerfeindliche Provokation

Die EM im Zeichen des Regenbogens: Wo Fussball Nebensache wird (Foto:Imago/ActionPress)

Früher, als es bei der Europameisterschaft noch um Fußball ging und nicht um Weltanschauungen, brauchte niemand Farben oder Armbinden, um seine Gesinnung penetrant der Welt mitzuteilen. Schwule rangen jahrzehntelang um rechtliche Emanzipation und darum, ihr Liebesleben nicht mehr verbergen zu müssen. Doch es war nicht damit getan, dass sie es schließlich durften und seither selbst bei jeder Gelegenheit zur Schau stellten. Nein: heute muss auch jeder Nichtschwule durch Virtue-Signalling und sichtbare Symbole bekennen, dass er mit LBGQT sympathisiert und sich solidarisiert.

Wer diesen Affentanz im Zeitgeistreigen nicht mittanzen will, ist „homophob“ – und wer die Sexualisierung von Familie und Kindererziehung durch Transgender- und Identitätsindoktrinierung nicht gutheißt, gar „homosexuellenfeindlich“. Dass die konservative ungarische Regierung das traditionelle Familienbild der Vater-Mutter-Kind-Familie gemäß der Verfassung schützt und fördert, und dass sie eine an Kindesmissbrauch grenzende Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Heranwachsenden durch „queere“ Ideologen verbietet, hat nicht das Geringste mit „Schwulenfeindlichkeit“ zu tun. Der ungarische Staat verfolgt keine Schwulen; er erteilt nur den verhängnisvollen Gesellschaftsentwürfen eine klare Absage, die in den westeuropäischen Staaten zunehmend zur kulturellen Degeneration führen: Neben einer entgrenzten muslimischen Problemmigration eben auch einer penetrante, krampfhaften „Diversität“ unter zum Exzess getriebener Aufweichung aller Normen, auf die ein intaktes Gemeinwesen gegründet sein muss.

Künstliche Geschlechteridentitäten, „sexuelle Selbstbestimmung“ durch Aneignung von Rollen und die ständige Zurschaustellung der eigenen Sexualität (alles private Dinge, die ins Schlafzimmer und nicht an die Öffentlichkeit gehören): Bei Erwachsenen mögen sie in Ordnung gehen – doch wenn es um Kinder geht, endet der Hyperindividualismus; hier hat die Gesellschaft Schutzpflichten. Im kaputten Westen sind diese abgeschafft worden – doch in Osteuropa zum Glück noch nicht und genau das ist es, was die ungarische Regierung in ihrem neuen Gesetz beschlossen hat: Die Verbannung von LBGQT-Propaganda aus dem öffentlichen Raum, aus der Werbung und den Schulen. Die Entscheidung dafür erfolgte übrigens nicht durch einen „Diktator“, sondern urdemokratisch, da die Mehrheit der Ungarn – wie auch die Polen und teilweise Tschechen – den Irrweg Deutschlands und anderer pathologisch progressiver Ländern eben nicht mitgehen möchten.

Pathologisch progressiver Irrweg

Für Deutschlands Linke reicht dies bereits aus, um Ungarn zum neuen Feindbild zu stempeln – und deshalb will der Münchner Stadtrat auf Vorschlag von SPD-Oberbürgermeisters Dieter Reiter die Allianz-Arena für eine billige, deplatzierte und unsportliche Show-Illuminierung nutzen – und das Stadion in Regenbogenfarben zwecks Solidarität mit der ungarischen LBGQT-Bewegung beleuchten. „La Mannschaft“, die Jogi-„National“-Elf, ist ja schon seit Längerem Werbebotschafter für das neue Merkeldeutschland: bunt, beliebig, divers – und dank Manuel Neuer nun auch noch schwulen-solidarisch. Wo früher eine Kapitänsbinde oder Schwarz-Rot-Gold stolz prangten, muss heute eine wohlfeile „Haltungsbinde“ getragen werden, während sich der Trainer am Spielfeldrand im Schritt kratzt (vermutlich ebenfalls ein politisches Signal). Passend dazu soll nun, soviel zum Thema Gastfreundlichkeit, der muffige Geist deutscher Bevormundung und moralischer Überheblichkeit, den ungarischen Gästen gezeigt werden, aus welchem „rückständigen“ Reich des Bösen sie kommen und wie weltoffen dagegen Deutschland ist.

Die UEFA tat am Wochenende recht daran, Ermittlungen gegen diese unerträgliche Vereinnahmung des Sports für eine politische Agenda einzuleiten (auch wenn diese – wohl auf politischen Druck hin – schon wieder eingestellt wurden). Denn Propaganda hat im Sport nichts verloren; diese Lehre aus der Geschichte sollte eigentlich common sense sein. Der DFB (dessen Sprecher Jens Grittner gestern ernsthaft erklärte: „Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von ‚Pride‘, um sich für mehr Vielfalt stark zu machen„), hätte es auch schon vor der geplanten unsäglichen Aktion am Mittwoch verdient, richtig zur Kasse gebeten zu werden – ebenso wie Neuer; vor allem dann, wenn am Mittwoch die Allianz-Arena tatsächlich in Regenbogenfarben erleuchten sollte: OB Reiter hat bei der UEFA in einem Schreiben die Motive für die geplante Beleuchtung begründet und um Ausnahmeerlaubnis gebeten. Einsicht, dass Sport nichts mit Weltanschauung und gesellschaftspolitischem Aktivismus zu tun hat? Fehlanzeige. Selbst wenn die UEFA hart geblieben wäre, hätten sich Politik und Funktionäre in Deutschland über ein negatives Verbandsvotum hinweggesetzt, um der Welt ihre „Botschaft“ zeigen: Wir haben Fortschrittlichkeit, Gutmenschlichkeit und Toleranz gepachtet!

Das Gegenteil von Toleranz

Wenn das passiert, handelt es sich mit Sicherheit um eines nicht: eine tolerante Aktion. Im Gegenteil. Die „bunte“ Stadionbeleuchtung ist ebenso verlogen wie feige: Weder bei Länderspielen gegen Saudi-Arabien, Katar oder den Iran wurden derartige Holzhammermethoden zur Belehrung und Maßregelung der Gäste (bzw. Gastgeber) je riskiert, und in islamischen Ländern würde sich auch kein Neuer trauen, mit der „Schwuchtelbinde“ (Uwe Junge) aufzulaufen. Doch was die Münchner beabsichtigen, ist im Gegenteil auch noch eine ausländerfeindliche Provokation erster Güte: Einmal natürlich gegen die ungarischen Gäste selbst.

Doch vor allem auch gegen die schwulen- und judenfeindliche Migranten, die zu Millionen nach Deutschland gelockt wurden oder als Flüchtlinge überwiegend in die Sozialsysteme eingewandert sind – und deren Einstellung gegenüber Homosexualität um Dimensionen ablehnender und feindseliger ist als es den Ungarn unterstellt wird. Sie alle müssen sich durch das LBGQT-Testimonial brüskiert fühlen. Es ist bezeichnend, dass im Umgang mit diesen real homophoben, islamischen Zuwanderern der Staat seine woke und queere Agenda verschämt vermeidet: Weder im Bamf noch in den Erstaufnahmeeinrichtungen tragen die Verwaltungsangestellten, Flüchtlingshelfer oder Sozialarbeiter Regenbogenbinden.

Ist Deutschland nicht das Land, das sonst so „kultursensibel“ Rücksicht auf andere Gesellschaften und die Gepflogenheiten fremder Länder nimmt – und selbst für harmonische Beziehungen mit Staaten eintritt, in denen Schwule an Baukränen aufgehängt, öffentlich kastriert oder gelyncht werden? Wann immer es um den Islam geht, zeigt sich Deutschland tolerant bis zum Erbrechen. Doch den Ungarn, ein christliches und traditionsreiches Land in Mitteleuropa und EU-Partnerstaat, bleibt diese Nachsicht verwehrt. (DM)