Hoch die Tassen: „Linke“-Stammtischbrüder wollen Sektsteuer abschaffen

Linke wollen billiger saufen (Von Milan Ilic Photographer/shutterstock)

Ein Wahlprogramm, das man sich nur noch schönsaufen kann: Da ist es nur folgerichtig, dass sich die Linkspartei nun ganz offen für die Abschaffung der Schaumweinsteuer stark macht. Die offizielle Begründung ist allerdings eine andere: Da der Klassenkampf „auch am Stammtisch geführt“ werde, so Michael Neuhaus von der Linksjugendvertretung „solid“, gelte es, eine „feuchtfröhliche Zeit“ einzuläuten.

Bemerkenswert ist hier die überfällige realistische Selbsteinschätzung: Denn tatsächlich handelt es sich bei der SED-Nachfolgetruppe um die mit Abstand populistischste Partei Deutschlands, deren zentrale Forderungen als eine Aneinanderreihung von Stammtischparolen daherkommt. Nichtsdestotrotz ist in Deutschland stets nur von „Rechtspopulisten“, nie jedoch von Linkspopulisten die Rede.

Die Primitivität und Einfältigkeit der meisten Inhalte sind jedoch bestenfalls für bildungs- und politikferne Wählerschichten glaubhaft: Neid- um Umverteilungsparolen, Gewaltphantasien gegen Besitzende („das eine Prozent Reiche erschießen„) oder sozialistische Heilsversprechen vermögen nur Menschen mit mehreren Promille oder eingetrockneter Großhirnrinde mehr zu überzeugen.

Klassenkampf am Stammtisch?

Insofern ist es gar nicht allzu überraschend, dass der Parteitag  der Linken die Forderung der „solid“-Spinner ins Wahlprogramm aufnahm – und sich damit offiziell für die Beseitigung der noch aus dem Kaiserreich stammenden, damals zur Finanzierung der Kriegsflotte eingeführten Sektsteuer stark macht. Dieser der Abgabe immanente „Militarismus“ half wohl, die meisten Delegierten von der Abschaffung zu überzeugen.

Manche der Parteitagsredner jedoch sprachen sich gegen die Forderung aus; so erklärte der Delegierte Axel Trost laut „n-tv„: „Ich glaube nicht, dass wir wirklich gut damit wegkommen, wenn anschließend die Bild-Zeitung sagt: ‚Linksjugend kann jetzt verbilligt Rotkäppchensekt saufen.‚“ Genau darauf wird es am Ende herauslaufen – spätestens wenn es darum geht, den Frust der absehbaren nächsten Schlappe bei der Bundestagswahl im September herunterzuspülen. (DM)