Trans-Gedöns: Was bin ich und welches Schweinchen hätten Sie denn gerne

Symbolfoto: Von Red Umbrella and Donkey/Shutterstock

Für alle, die nicht genau wissen, wie, wo und als was sie sich in der Geschlechterwelt einordnen oder festlegen wollen, gibt es neue Hoffnung – wenn diese Partei demnächst mitbestimmen darf:  

Die Grünen hoffen durch die Regenbogenfarben-Debatte im Fußball auf wachsende Solidarität mit Homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen und damit auf die Abschaffung des 40 Jahre alten Transsexuellengesetzes in Deutschland. Das Gesetz sei „menschunwürdig“ und müsse durch ein neues Selbstbestimmungsrecht ersetzt werden, sagte der sozialpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Sven Lehmann, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Transgeschlechtliche Menschen müssen teils übergriffige Fragen nach sexuellen Vorlieben, Masturbationsverhalten oder Unterwäsche über sich ergehen lassen.“

Teure Gerichtsverfahren, Begutachtungszwang und unbegründete Hürden beeinträchtigten ihr Selbstbestimmungsrecht. Lehmann forderte, sie in dem Geschlecht anzuerkennen, mit dem sie sich identifizierten. Das könne nur eine Selbstauskunft sein und bedürfe keines Beweises.

Das Bundesverfassungsgericht hat das Transsexuellengesetz 2011 in Teilen für verfassungswidrig erklärt und eine Reform gefordert, die es bis heute nicht gibt. Die große Koalition hatte Anträge von FDP und Grünen zuletzt im Mai abgelehnt. Mit Blick auf das EM-Spiel der deutschen National-Elf am Abend gegen Ungarn sagte Lehmann, er hoffe nach dem Nein der UEFA zu einer Beleuchtung des Stadions in Regenbogenfarben, dass viele Fußballfans „Flagge“ zeigen.

„Die ungarische Regierung verletzt seit Jahren die Menschenrechte von Homo- und Transsexuellen. Das darf sich eine offene Gesellschaft nicht bieten lassen.“ Die Debatte sei wichtig, weil sie der Auseinandersetzung und Solidarität in der Gesellschaft mit den Belangen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen helfe.

Offene Gesellschaft – was für ein Schlachtruf. Aber würde sie tatsächlich konsequent durchgesetzt werden, kann sich jeder nach Lust und Laune selbstdefinieren. Man darf gespannt sein, was gewissen Leuten dann noch alles dazu einfällt.

In diesem Zusammenhang hier mal eine Pressemitteilung der AfD aus Hamburg:

„Die Fußball-Europameisterschaft wird immer mehr zur Bühne politischer Auseinandersetzungen. Die UEFA hat heute entschieden, dass die Münchener Allianz-Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch nicht in Regenbogenfarben erstrahlen darf. Kritik an der Entscheidung kommt von der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, aber auch der Hamburger Dragqueen Olivia Jones. Diese fordert in einer Petition „BUH-EFA! Conchita for Nationalhymne!“, dass die Sängerin Conchita Wurst die Nationalhymne singen soll.
In der Petition heißt es konkret: „Wir geben nicht auf und fordern: Lasst Conchita Wurst oder eine/n andere/n bekennend Homosexuelle/n morgen die Deutsche Nationalhymne im Stadion singen. Damit den ewig Gestrigen dieser Welt ordentlich die Augen und Ohren klingeln. Einigkeit und Recht und Freiheit für ALLE!“ [sic].

Dazu der Fraktionsvorsitzende Dirk Nockemann:
„Schwule und Lesben haben bereits die volle Gleichberechtigung und das ist auch gut so. Aber es geht nicht an, dass eine Minderheit der Mehrheit ihren Willen aufdrücken will. Als nächstes kommt vermutlich die Forderung, die deutsche Nationalflagge durch die Regenbogenfahne zu ersetzen – das gleicht einer Herabwürdigung des Staates und seiner Symbole! Unsere Nationalhymne darf nicht zur Satire verkommen.
Die Mehrheitsgesellschaft sieht in Frau oder Herrn Wurst sicher keinen angemessenen Repräsentanten für ein feierliches Singen der Nationalhymne. Nein zur Regenbogenpropaganda – Deutschland, aber normal! Politik hat im Sport nichts verloren. Man kann nicht alle Besucher des Sportstadions für diese Ideologie in Geiselhaft nehmen.““

Diese überaus überlebensnotwendige Debatte wird uns wohl noch lange verfolgen. Wie ein Albtraum, aus dem es kein Entrinnen gibt. (Mit Material von dts)