Gesichtstuning: Wird der „hässliche Deutsche“ hinter der Maske schöner?

Umweltbewußt und gesundheitssolidarisch: Formel 1-Rennfahrer ohne Auto zu Fuß und mit Maske unterwegs auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg, Österreich - Foto: Imago

In den Niederlanden fiel die Maskenpflicht, der Lockdown im Land von Normal Null ist zuende. Währenddessen in Deutschland: Maske auf! Haben die Niederländer die hübscheren Gesichter? Die Suche nach der Erklärung.

von Max Erdinger

Deutschland 2021 im Juni. Ich befinde mich in der westmittelfränkischen Provinz. Eine Tankstelle. Ich betrete sie wie so oft und hoffe inständig, daß nicht wieder Meier (Name geändert) hinter dem Kassentresen steht. Es geht nur um eine Schachtel Zigaretten, und es gibt Verkäufer, die Zigaretten einzeln schneller verkaufen, als Meier ganze Packungen. Meier hat bei der Erfindung der Schlaftablette Modell gestanden. Jedoch: Pech gehabt, Meier hat gerade seine Schicht. Es gibt nur zwei Personen im Verkaufsraum, Meier und mich. Aber wie immer ist Meier gerade mit etwas anderem, sehr Wichtigem beschäftigt – und er läßt sich ungern dabei stören – weswegen er die Kundschaft zunächst ignoriert. Und zwar jedes Mal. Heute hat er mir den Rücken zugedreht. Was treibt der Kerl? Er scheint in seinem Gesicht herumzufummeln. – „Grüß Gott schön, Herr Meier!“, sage ich nach einer etwa 15-sekündigen Toleranzphase der Höflichkeit. Meier dreht sich um 90 Grad, so daß ich von der Seite beobachten kann, womit er beschäftigt ist. Meier scheint eine Erkältung zu haben. Er rotzt und schnieft in ein Tempo-Taschentuch, hustet ein wenig, der Nasenglibber rinnt ihm dabei über die Finger, dann zieht er das Tempo-Taschentuch noch einmal von links nach rechts unter seinem Zinken durch, wischt sich die Glibberfinger an der Hosennaht ab – und dann wäre er so weit. Endlich blickt er mir direkt in die Augen – und bevor ich einen förmlichen Antrag auf die Aushändigung einer Packung Zigaretten stellen kann, erhebt er langsam seinen Zeigefinger, deutet direkt in mein Gesicht und sagt: „Maske!“. Ich habe nämlich keine auf. Ich frage ihn, ob er noch alle Tassen im Schrank hat …

Mit der Schachtel Zigaretten in der Hand, lasse ich Meier in seinem verrotzten Elend zurück. Nächste Station ist der Schilderladen gegenüber der Zulassungsstelle. Ich brauche ein Namensschild für die Haustür. Auch hier: Keine Kundschaft. Die Chefin der Gravurmaschine sitzt allein und unmaskiert hinter einer Plexiglasscheibe im Laden und telefoniert. Dem Tonfall nach ist die „beste Freundin“ am anderen Ende der Strippe. Sie legt kurz die Hand über ihr Telefon, blickt auf und sagt: „Autonummer?“ – Ich antworte kurz: „Namensschild“. Sie wieder ins Telefon: „Ich habe gerade Kundschaft. Ich rufe später nochmal an.“ Ich sage ihr, welcher Name auf das Schild soll. Sie braucht einen Zettel, um sich den zu notieren. Ihr Telefon klingelt erneut, sie hebt ab. Der Zettel mit dem Kugelschreiber liegt hinter der Plexiglasscheibe. Ich greife drunter durch, um mir den Zettel und den Stift zu angeln. Während sie dem neuen Anrufer weitschweifig erzählt, daß auch er auf ihren Rückruf warten muß, weil sie gerade Kundschaft hat, kann ich den Namen ja schon einmal auf den Zettel schreiben. Das hätte ich besser bleiben lassen, denn bei meinem Versuch, an den Zettel zu kommen, verschob ich die Plexiglasscheibe um zwei bis drei Zentimeter. Eindeutig eine Kompetenzüberschreitung meinerseits. Sofort wird die unmaskierte Chefin der Namensgravur amtlich. „Was soll das? Desinfizieren Sie Ihre Hände und setzen Sie eine Maske auf!“. – „Geht´s noch?“ – “ Ich habe meine Vorgaben.“ – „Verstand schlägt Vorgabe. Ich kaufe mein Schild woanders.“ – Schon bin ich wieder draußen.

Deutschland im Juni 2021: Die Maske wurde trotz eines ansich schon schwachsinnigen „Inzidenzwerts“, der zu allem Überfluß noch nahe bei Normal Null liegt, zu einem Instrument der Machtausübung durch die Machtlosen. Da ist es eben wieder: Das Gesicht des „hässlichen Deutschen“. Es ist wirklich hässlich. Das Untertanenvolk drangsaliert sich mit der Maske gegenseitig. Und meinereiner, der Linkenhasser par excellence, kann der linken Parole vom wünschenswerten Volkstod leider täglich immer mehr abgewinnen. Einen Vorteil hat der Juni 2021 in Deutschland jedoch: Ein Mysterium, das ich jahrelang unbeantwortet mit mir durchs Leben schleppte, ist keines mehr. Heute weiß ich, weshalb die politische und die mediale Klasse so genau wissen, welche abgefahrenen Attitüden sie sich erlauben können. Es stimmt schon: Jedes Volk führt die Debatten, zu denen es noch imstande ist.

Jeder will erben, aber keiner will sterben

Mit der Maske wiederholt sich, was der Alteingesessene schon von der Mülltrennung, dem Tempolimit und etlichen anderen Sachverhalten kennt. Einem traditionsreichen Spruch zufolge darf der Deutsche alles, außer sich erwischen zu lassen. Deshalb ist es Volkssport, sich die eigene Überlegenheit dadurch zu bestätigen, daß man einen anderen erwischt, wobei auch immer. Legendär sind die Müllschnüffler, die in den Abfalltonnen der anderen nachsehen, ob die ihren Müll auch richtig getrennt haben. Günstigstenfalls suchen sie bei einem positiven Befund das Gespräch mit den Nachbarn, um sich zur Steigerung des Gemeinschaftsgefühls unter den Gerechten über jenen zweifelhaften Volksgenossen das Maul zu zerreißen, der seinen Müll nicht ordentlich getrennt hatte. Im ungünstigsten Fall rufen sie gleich bei der Stadtverwaltung an und verraten, daß sie eine Information für den Leiter des Wertstoffhofes hätten.

Und wenn sie zu dämlich sind, mit Tempo 130 geradeaus zu fahren, fordern sie für alle anderen ein Tempolimit. Werden sie andauernd rechts überholt, liegt es nicht etwa daran, daß sie selbst sich angewöhnt haben, mit großer Pelzigkeit die linke Spur zu blockieren, sondern daran, daß die anderen einem ganz unglaublichen Sittenverfall frönen. Dergleichen Beispiele gibt es in großer Zahl. Der Experte spricht von einer weitverbreiteten „Blockwartmentalität“. Weswegen es auch in keinem Land derartig angezeigt ist wie in Deutschland, darauf zu achten, daß man dem einfachen Volksgenossen keinesfalls irgendwelche Steilvorlagen wie z.B. die Maskenpflicht liefert, weil er die nämlich zuverlässig dazu nutzt, seine reale Machtlosigkeit durch Allmachtsphantasien seinen Volksgenossen gegenüber zum beschämenden Ärgernis aufzupeppen.

Ein Freund von mir war kürzlich in Kroatien und lieferte fast täglich begeisterte Reportagen von der unmaskierten Lebensfreude in den Straßencafes und den Freiluft-Restaurants dort. Seine Gedanken zur bevorstehenden Rückkehr nach Deutschland sind deprimierend gewesen. Je näher er der deutschen Grenze kam, desto unwohler fühlte er sich.

Die Niederländer haben die Maskenpflicht aufgehoben und die „Pandemie“ für beendet erklärt. Ano Turtiainen, Mitglied des finnischen Parlaments, klärte seine Kollegen anläßlich der Covid-Impfungen und den damit einhergehenden Hirnvenenthrombosen über die Konsequenzen hinsichtlich des Genozid-Vorwurfs auf, der den Parlamentariern gemacht werden könnte. Die Zahl der nach einer Impfung Verstorbenen erreicht täglich neue Höhen. Mehrere US-Senatoren erklärten öffentlich, daß das „Pandemie-Narrativ“ eine einzige Lüge gewesen sei – kurz und gut: Fast überall auf der Welt wird erkannt, daß es sich bei der „Pandemie“ um eine handelt, die in der Realität nie eine gewesen ist, und daß ihre behauptete Existenz lediglich einer Neudefinition des Begriffs „Pandemie“ durch die WHO im Jahre 2009 geschuldet war. Es handelte sich um eine Bedrohung, die ihrer Schwere nach lediglich in den Köpfen der Masse existierte, weil sie dort mit erheblichem medialen Aufwand installiert worden war – und zwar zur Erreichung ganz anderer Ziele als dem „Schutz“ der Volksgesundheit.

Auch wenn man sich als Laie selbst schwerlich ein zutreffendes Bild von den Gefahren machen kann, die von Sars-Cov-2 und den Mutationen ausgehen, so kann man doch mit Leichtigkeit feststellen, daß ein von der Öffentlichkeit zu beobachtender, ergebnisoffener Streit unter Wissenschaftlern eher behindert worden ist, als daß er gefördert worden wäre – sowie, daß das herrschende Narrativ zur „Pandemie“ per Zensur und einseitiger Berichterstattung durchgedrückt wurde. Und daß das für sich genommen schon höchst verdächtig ist. Dann noch ein paar Statistiken zur Entwicklung der allgemeinen Mortalitätsrate, dem Durchschnittsalter der „Coronatoten“ und der Anzahl der (multipel) Vorerkrankten unter ihnen zur Kenntnis genommen – und fest stehen müsste eigentlich, daß die „Pandemie“-Geschichte so, wie sie im Mainstream erzählt wird, zwar keinesfalls stimmen kann, daß dennoch aber die amtlich verordneten „Schutzmaßnahmen“ seltsam kompatibel sind mit dem offiziellen Narrativ.

Sehnsucht nach der Suhle?

Es wären auch einmal soziologische Untersuchungen interessant zu der Frage, wer eigentlich im Juni 2021 noch die eifrigsten Maskenträger sind. Ich habe den Eindruck, daß es überproportional häufig Angehörige der „abgehängten Klasse“ sind, die sich in der Öffentlichkeit, auf Rad- und Gehwegen z.B., mit einer Maske im Gesicht zeigen. Von vielen Politikern in ihrem steuerfinanzierten Wohlleben hingegen wurde bekannt, daß sie sich nur dann mit Maske zeigen, wenn Kameras in der Nähe sind. Für die „Abgehängten“ scheint die Maske noch eine andere Funktion zu haben, als den eingebildeten Schutz vor Viren. Für denkbar halte ich, daß sie dort als Kompensationsmittel dient. Wer seine Wichtigkeit in der Öffentlichkeit nicht mit Statussymbolen herzeigen kann, findet in der Maske vermutlich das ideale Mittel, um wenigstens sein besonderes Verantwortungsgefühl auszustellen – und gesellschaftliche Anerkennung eben dafür zu finden. Betonung mehr auf „Gefühl“ als auf „Verantwortung“. Vielleicht dient diesen Leuten die Maske auch als wortlose Formulierung ihres Anspruchs auf einen gleichberechtigten Platz in der kollektiven Suhle. Möglicherweise ist das Maskentragen unterbewußt als eine Möglichkeit identifiziert worden, die gesellschaftliche Anerkennung einzuheimsen, die den „sozial Benachteiligten“ in „pandemielosen“ Zeiten verwehrt bleiben würde. Auf alle Fälle scheint die Gesundheitsvorsorge als Motiv für das Maskentragen einem anderen Motiv gegenüber deutlich in den Hintergrund getreten zu sein. Ein sehr deutsches Motiv wäre, seinen Mitbürgern per eigener Vorbildlichkeit deren moralische Inferiorität vor Augen zu stellen. Sowohl der deutsche Hang zum moralisierenden Oberlehrertum als auch die legendäre „German Angst“ sind weltweit berüchtigt. Wenn es ein Volk gäbe, dem man massenhaft Versicherungen gegen Nagelpilz verkaufen könnte, dann wäre es vermutlich das deutsche.

Die Gesundheit

Im Zuge der „Pandemie“ sind mir im Lande, in welchem die Krankenkasse zur Gesundheitskasse mutiert ist, gerade in letzter Zeit zwei Werbeclips aufgefallen, die ich in ihrer Effizienz für äußerst perfide halte. Im ersten Clip kann man einen gutaussehenden Mann mittleren Alters sehen, der auf den ersten Blick „rüberkommt“ wie einer der Erfolgsmenschen, die sich Deutsche gern auch in Vorabendserien als erstrebenswertes Vorbild andienen lassen. Zunächst schaut er mit einem freundlichen Gesicht in die Kamera, jedoch verfinstert sich seine Miene zusehends, bis er endlich mit seiner Frage herausrückt: „Wissen Sie, wie ich mich fühle, wenn ich an meinen Nagelpilz denke?“. Um es vorweg zu nehmen: Man fragt sich, wie er das Gefühl ausdrücken will, das er hätte, wäre ihm das Haus abgebrannt, wenn er schon wegen des Gedankens an seinen Nagelpilz so dreinschaut, daß keine weitere Steigerung der Dramatik in seiner Mimik mehr denkbar ist.

Im zweiten Werbeclip wandert eine offensichtlich fitte Sechzigjährige mit Freunden frohgemut durch Gottes schöne Natur. Sie scherzt und lacht, zeigt mit den Fingern begeistert bald hierhin, bald dorthin, und ist folglich kompetent. Dann beginnt der Sprecher aus dem Off mit seiner Erzählung vom Immunsystem. Wenn er an dem Punkt ankommt, an dem das Immunsystem altersbedingt schwächer wird, droht der fitten Sechzigjährigen plötzlich die Gürtelrose. Beim Wort „Gürtelrose“ ist es vorbei mit ihrer freundlichen Zuversicht. Sie schaut in die Kamera, als wäre sie barfuß in einen Hundehaufen getreten.

Das ist das Land, in dem jedes Jahr neu die perfekte Zahnbürste erfunden- und dann auch so vermarktet wird. Wenn Eckardt von Hirschhausen, jener Wissenschaftler, der Glück hatte, nicht als „von Hierscheißen“ auf die Welt gekommen zu sein, etwas Dümmliches zur Klimakatastrophe sagen will, hängt er sich zur Erhöhung seiner Glaubwürdigkeit erst einmal ein Stethoskop um den Hals, bevor er sich ablichten läßt. Wer eine minderwertige Lackpolitur für Automobile verkaufen will, täte gut daran, in der Werbung einen Arzt im strahlend weißen Kittel herzuzeigen, der mit Hingabe seinen kostbaren Oldtimer poliert. „Lack-O-Kratz“ – damit poliert der Zahnarzt seine Familie“, wäre der einprägsame Slogan am Schluß einer solchen Werbung. Und Meister Propper sorgt heutzutage zweckmäßigerweise nicht nur für strahlenden Glanz, sondern am besten auch gleich noch für den bärenstarken Schutz vor bösen Bakterien und Viren, während der Hustinettenbär mit Maske durch den Wald talpert.

Um es auf den Punkt zu bringen: Was ihre Gesundheit resp. ihre Furcht vor Krankheiten aller Art angeht, scheinen die Deutschen inzwischen ein Level von Abgedrehtheit erreicht zu haben, mit dem sich nicht nur unter Werbungsgesichtspunkten, sondern auch in politischer Hinsicht prächtig kalkulieren läßt. Außerdem wimmelt es nur so vor Kommunikations- und Werbepsychologen, die, rein branchenintern betrachtet, einen „hervorragenden Job“ machen. Von kunstvoll eingesetzten, millisekundenlangen „subliminal messages“ bis hin zum ubiquitären „Framing“ ist die Gehirnwäsche derartig perfektioniert worden, daß nur noch die Alleraufmerksamsten mitbekommen, was ihr Werbungs- und Medienkonsum tatsächlich mit ihnen anstellt.

Dazu noch die parallel installierte Überzeugung, daß dem „Gesundheitsbewußten“ alles gehört (mein Möbelhaus, mein gmx, meine Bank etc.pp.) und daß „deine Meinung zählt“, daß er sich ständig „einbringen“ soll, damit er dabei ist, wenn die Welt „gemeinsam“ gerechter, freiheitlicher und überhaupt viel schöner gemacht wird – und schon ist der Gedanke, daß man dumm genug sein könnte, sich von Werbe- und Medienprofis Länge mal Breite verarschen zu lassen, in unerreichbare Ferne entrückt. Überhaupt ist die Annahme Wahnsinn, man sei Herr über die Dinge, die einem Andere ins Hirn drücken. Diejenigen, die tatsächlich Herr darüber sind, dürften eine verschwindend kleine Minderheit darstellen. Ich kenne eine Frau, die während einer Naturreportage aus der Serengeti im Fernsehen die Szene, in welcher der Gepard das Antilopenjunge riß, kommentierte mit dem Satz: „Der Gepard ist ein Arschloch“. Zwei Minuten später bestand sie in einem anderen Zusammenhang darauf, unbedingt ernstgenommen werden zu müssen. Wahrscheinlich läuft sie im Juni 2021 mit Maske durch den Wald und bezichtigt den unmaskierten Förster großer Verantwortungslosigkeit.

Deutsche Erfolglosigkeit

Ob der Deutsche jetzt wegen seines merkwürdigen Maskenfetischismus´, der ihm in Europa zunehmend ein erneutes Alleinstellungsmerkmal verschafft, als der „hässliche Deutsche“ gilt, kann man dahingestellt sein lassen. Es ist ohnehin klar, daß er gerade wegen seines notorisch albernen Bemühens, unter keinen Umständen länger mehr als der „hässliche Deutsche“ wahrgenommen zu werden, als besonders hässlich gilt. Experten behaupten, Studien & Umfragen aus Ungarn hätten das bestätigt.