Nach einem Jahr gibt es immer noch kein wirksames Covid-Medikament – dafür aber Massenimpfungen

(Symbolbild:Oleksiy Mark/shutterstock)

Während die Impfkampagne mit einer sektenähnlichen Dogmatik und religiöser Inbrunst weltweit vorangetrieben wird und niemand groß einen Gedanken daran verschwendet, dass dabei weniger medizinischer Nutzen als monströse kommerzielle Interessen ausschlaggebend sind, fällt auf, dass die Entwicklung von Medikamenten gegen Corona bzw. zumindest gegen schwere Covid-Verlaufsformen nach wie vor gar nicht bis bestenfalls stiefmütterlich betrieben wird. Und dies, obwohl bei einer seltenen Erkrankung, die nur einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung tatsächlich betrifft, medikamentöse Anwendungen prinzipiell schneller, zielgenauer und vor allem günstiger sind als ein (inter-)nationales Impfprogramm.

Der Grund liegt auch hier ausschließlich an einer verfehlten Prioritätensetzung der Politik – und an rein wirtschaftlichen Lobbyinteressen, deren Fürsprecher beim Roll-Out der Covid-Impfstoffe ganze Arbeit geleistet haben. Denn nur indem – zumindest der erklärten Zielsetzung nach – ausnahmslos jeder geimpft wird (darunter vor allem auch all jene, die an Corona ernsthaft nie erkranken würden) und die bereits Geimpften durch Auffrischungen immer wieder, kann der selbsterhaltende Regelkreis aus künstlicher staatlicher Nachfrage, Monopolisierung von Anbietern und der Hauptschubkraft perpetuierter Panikmache aufrechterhalten werden.

Das Gegenteil davon wäre die Bereitstellung von speziellen hochwirksamen Arzneimitteln, die erst und nur dann zur Anwendung kommen, wenn Corona-Erkrankungen gefährlich oder wenigstens überhaupt symptomatisch werden – eine zweckrationale, dem Gesundheitssystem nach dem ökonomischen Sparsamkeits- und therapeutischen Minimalprinzip („so viel wie nötig, so wenig wie möglich“) weitaus eher entsprechendere und somit schonendere Alternative zur Menschheitsbeglückung durch in Windeseile entwickelte, in ihren potenziellen Langzeitwirkungen noch nicht ansatzweise ausgeforschten Experimentalimpfstoffen.

Tatsächlich sind in Deutschland derzeit gerade einmal zwei Impfstoffe gegen Corona zugelassen: Remdesivir, in das in der Anfangsphase der Pandemie große Hoffnungen gesetzt wurden, und und Dexamethason. Viele weitere werden im Rahmen klinischer Studien getestet, hinzu kommt eine ganze Palette mutmaßlicher Off-Label-Use-Produkte, also ursprünglich für andere Anwendungen entwickelter Wirkstoffe, die sich gegen schwere klinische Fälle von Covid als hochwirksam erwiesen haben; am bekanntesten ist hierbei das auf Stickstoffmonoxidbasis entwickelte Nasenspray „SONS“ (Nitric Oxide Nasal Spray) des Herstellers Sanotize, das Coronaviren bereits in den Nasenschleimhäuten effektiv abtötet.

Gezielte Verschleppung, vorsätzliches Desinteresse

Doch auch weitere Nasensprays, etwa des Unternehmen Starpharma mit dem Dendrimer SPL7013, oder verschiedene Anbieter, die auf dem Algen-Wirkstoff Iota-Carrageen basieren und seit Jahren zur Prophylaxe und Therapie von Erkältungskrankheiten im Einsatz sind, könnten bereits viel weiter sein in Verbreitung und Anwendungstiefe, wenn hier ein sich nur ansatzweise vergleichbarer politischer Wille dahinterstünde wie bei den Impfungen.

Doch noch viele weitere Medikamente sind in der Entwicklung; nicht nur solche, die Viren bereits in den oberen Atemwegen abfangen sollen, sondern Dutzende Präparate, die Viren am Eindringen in die Zellen hindern sollen. Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen VFA listet in einer aktuellen Übersicht zahlreiche Substanzen und Wirkstoffe auf. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass auch nur mit einem Bruchteil desselben Aufwands, der in die Impfstoffforschung gepumpt wurde, hier längst bahnbrechende Durchbrüche erreicht worden sein könnten. Doch daran besteht offenkundig kein Interesse.

Und so werden all diese – zumeist von Startups und kleineren Wissenschaftlerteams aus der Grundlagenforschung betriebenen –  Ansätze nur im Stillen weiterverfolgt, ohne dass dies von der medialen Öffentlichkeit und Regierenden gewürdigt geschweige denn beschleunigt würde. Die große Kohle gibt es nur für Impfungen – von der Inkubatorenphase der Entwicklung bis zur Endabnahme im zweistelligen Milliardenvolumen, was die entsprechende Industrie absehbar in Kürze reicher machen wird als die Rüstungsbranche – selbst zu Kriegszeiten. (DM)