Abt. Wärmflaschen: Was die deutsche Klimaliesl alles weiß

Luisa Neubauer im Panikrausch (Foto:Imago/Scheffen)

Luisa Neubauer fällt ein vernichtendes Urteil über die Union. Das Wahlprogramm der Schwarzen lasse beim Thema Klimaschutz vieles im Ungefähren. Schlimmer noch: Die Union weigere sich, „uns“ vor der Klimakrise zu schützen. Wer schützt „uns“ vor der Klimaliesl? Die Schutzsuche.

von Max Erdinger

Allseits bekannt und lediglich von Wohlstandsleugnern bestritten: Deutschland ist ein reiches Land. Deutschland ist sogar ein ganz unglaublich reiches Land. Es herrscht ein regelrechter Überfluß an Propagandisten, Ideologen, Utopisten, Phantasten, Pharisäern, Rosinenpicker:innen und Sozialpsychodingsbumsen aller Art. Die Freude an diesem Reichtum wird nur dadurch geschmälert, daß „uns“ kaum jemand darum beneidet. Studien & Umfragen in Ungarn hätten das gezeigt, behaupten Experten.

Ein besonders funkelndes Juwel in der deutschen Schatzkiste heißt Luisa Neubauer. Es ist 25 Jahre alt und hat die Weisheit nicht mit dem Löffel, sondern mit der Baggerschaufel gefressen. Logisch, daß man dazu ein großes Mundwerk braucht. Jedoch gibt es auch kritische Geister, bei denen vor der Freude über ein großes Mundwerk erst einmal die Skepsis kommt. Die stellen sich dann solche Fragen wie die hier: Was hat es eigentlich zu bedeuten, daß erwachsene Deutsche an den Lippen zweier züchtiger Jungmaiden hängen, die als „Klimagretl & Klimaliesl“ durch die Medien turnen, um den Erwachsenen die Welt zu erklären? Ob der Fortschritt wohl schon so weit hinfortgeschritten ist, daß sich die ursprüngliche Bedeutung von „grün hinter den Ohren“ in ihr Gegenteil verwandelt hat?

Bei „n-tv“ kann man jedenfalls Luisa Neubauers großes Mundwerk bestaunen. Sehen wir also nach bei „n-tv“. Vielleicht ist ja die deutsche Vorliebe für Titel wie „Schneeweißchen & Rosenrot“, „Hanny & Fanny“ sowie „Hänsel & Gretel“ gar nicht die Ursache dafür, daß „Gretl & Liesl“ so viel Aufmerksamkeit bekommen. Es könnte ja sein, daß es um „Rotkäppchen & der böse Wolf“ geht – und daß der böse Wolf vom deutschen Omakiller zum deutschen Klimakiller geworden ist.

„n-tv“ berichtet

Klimaschützer und Umweltverbände rügen das Wahlprogramm von CDU und CSU als völlig unzureichend im Kampf gegen die Erderhitzung„, heißt es bei der Hardcore-Propagandabteilung der RTL-Group. Wenn man sich überlegt, daß aus der Erderwärmung schon eine Erderhitzung geworden ist, kann man sich an drei Fingern abzählen, wie lange es noch dauert, bis von einem Versagen im Kampf gegen die Erdschmelze die Rede sein wird. Wenn jemand wegen exzessiven Fingernagelkauens aber gar keine drei Finger mehr hat, an denen sie sich etwas abzählen könnte, – kein Problem. Auch der Abgekautesten ist klar, daß es keine Rolle spielt, wie skrupellos und verbissen deutsche Kämpfer:innen sind, weil Deutschland den Krieg sowieso immer verliert. Egal gegen wen.

Noch immer – oder schon wieder? – in der Illusion vom möglichen Endsieg im Kampf gegen die Erdschmelze gefangen ist jedoch die deutsche Klimamaid Luisa, bekannt auch als die „Langstreckenluisa“, weil sie mit dem bösen Strahlenflugzeug schon überall dort auf Gottes schönem Erdenrund gelandet ist, wo es gern ein wenig heiß ist. „n-tv“ kennt die jüngsten Äußerungen der jungen Frau irgendeines Geschlechts. „Luisa Neubauer von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sagte der „Rheinischen Post“: „Dieses Parteiprogramm ist eine 139 Seiten lange Weigerung, uns vor der Klimakrise zu schützen und das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Die noch größte Volkspartei weigert sich, die größte Krise anzuerkennen, geschweige denn sie anzugehen. Erschütternd.“ – In der Tat: Diese Äußerung ist erschütternd. Und daß sie dem deutschen Märchenfreund als Nachricht präsentiert wird, ist noch erschütternder. Mit „Klimaschutzbewegung“ geht es schon los. Warum heißt die eigentlich nicht „Schutzkampfbewegung“, wenn es doch dauernd um einen Kampf für den Schutz geht? Und weshalb wäre die „noch größte Volkspartei“, die ja immerhin von etwa 10 Prozent der deutschen Wahlberechtigten – wahlberechtigte Nichtwähler eingeschlossen – auch gewählt wird, dafür verantwortlich, daß die Langstreckenkampfluisa ihren Endsieg gegen die vermaledeite Erdschmelze feiern kann?

Kann es wirklich wahr sein, daß die deutsche Klimaliesl noch immer – oder schon wieder – in dem Wahn lebt, die teutonische Kampfeskraft sei so gewaltig, daß 1,15 Prozent der Weltbevölkerung den hitzigen Kampf gegen die globale Schmelzkäserei gewinnen könnten? Und wehr macht der euphorischen Klimaliesl solche Illusionen? Hat sie womöglich nicht nur die Weisheit, sondern auch die Panzerschokolade mit der Baggerschaufel gefressen? Das kann sein, muß aber nicht sein. Gut möglich ist nämlich, daß die Alarmklingel im Lieslschädel von genau dem Schellnhuber bedient wird, der dadurch auch dafür verantwortlich ist, daß die Langstreckenluisa mit dem verdammungswürdigen Strahlenflugzeug dem Weltklima folgt. So ein Klimafolgenforscher wird schließlich gerade in Deutschland leicht zum Idol des Jetsets.

Das kann man schon daran sehen, daß eine Frau Bundestagsvizepräsident namens Roth, Claudia, vor ein oder zwei Jahren dem Weltklima mit dem weltklimatödlichen Strahlenflugzeug bis zu den Fidschi-Inseln gefolgt ist, um den klimagebeutelten Eilanden dabei zuzusehen, wie sie im südwestpazifischen Ozean versinken. Da muß vorher ebenfalls der Schellnhuber im Schädel geklingelt haben.

Der Düsentrip ans andere Ende der Welt ist trotzdem die reine Verschwendung von Steuergeld gewesen, weil es völlig ausgereicht hätte, Frau Roth in einem angebohrten Tretboot auf einem Baggersee bei Augsburg auszusetzen, damit sie zu der Überzeugung gelangt, daß der Meeresspiegel steigt. Die Fidschi-Inseln versinken hauptsächlich wegen einer tektonischen Plattensenkung im Pazifik. Und so eine tektonische Plattensenkung hätte sich für die wißbegierige Erlebnisreisende sowohl kostengünstig als auch klimafreundlich mit einem angebohrten Tretboot simulieren lassen. „Titanic“ außen draufgepinselt – und schon wäre die Simulation auch noch gefühlsauthentisch gewesen. Ist doch egal, ob „Jack Dawson“ im ansteigenden Meeresspiegel ersäuft oder die „grüne Erdmutter“. Traurig ist es in jedem Fall. Schon wegen der Gleichstellung, besonders derjenigen von Inländern mit Ausländern und der von Einbildung mit Ausbildung. – Aber zurück zu „n-tv“ und der deutschen Klimaliesl.

Des alten Neubauers junge Klimaliesl im O-Ton: „Während die Menschen in Deutschland hautnah erleben, was entfesselte Klimakrise heißt – nämlich Hitzewellen mit Tropennächten, gesundheitliche und wirtschaftliche Belastungen – veröffentlicht die CDU allen Ernstes ein „Entfesselungspaket für die Wirtschaft“ – ohne konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu nennen.“ – Walle-wolle-welle: Hitzewellen mit Tropennächten wären vielleicht dann ein Grund zur beiläufigen Kenntnisnahme, wenn sie im deutschen April oder im deutschen Mai stattfänden. Heuer waren die frühlingshaften Hitzewellen aber ein ausgesprochener Kälte-Tsunami. Wegen der großen Tsunahme von Kälte. Und im Juni war es bisher an ein paar wenigen Tagen richtig sommerlich. Ein paar Tage machen aber noch keine Hitzwelle – und eine „entfesselte Klimakrise“, welche „die Menschen in Deutschland“ auch noch „hautnah“ erleben mussten, war der Kälte-Tsunami im April und im Mai auch nicht. Weiß der Geier, in welchen heißen Weltgegenden die fotogene Langstreckenluisa wieder umeinander gedüst ist mit dem bösen Strahlenflugzeug. Wahrscheinlich kann sie sich einfach nicht mehr merken, wann sie wo genau gewesen ist. Eine andere Erklärung gibt es wohl kaum für ihr Alarmgeklingel. Außer der Schellnhuber … – aber der Gag ist jetzt auch schon alt.

Weil aber der gemeinsame „Black Friday“ auch im „Future live“ nicht „mattert“, wie Roy Black bereits wußte, als er sich Ende der Sechziger Jahre mit seinem Sangesstück „Du bist nicht allein“ zum Führer der deutschen Hitparade hochschmachtete, faselt die deutsche Klimaliesl ihren wirtschaftsignoranten Future-Stuß ebenfalls nicht allein, sondern in Begleitung ihrer Cousine, Carla Reemtsma, ebenfalls eine Sprecherin von „Black Fridays For Future Mattern Überhaupt Nicht“ (BFFFMÜN).

Die vom entfesselten Klima krisengeschüttelte Zigaretten-Carla bei „n-tv“: „Mit ihrem Wahlprogramm hat sich die Union gegen jede einzelne Maßnahme entschieden, die die Emissionen senken würde“, sagte sie dem Portal „Watson“. „Die Union hält weiterhin am Kohleausstieg 2038, Steuererleichterungen für Kohle, Öl und Gas sowie Erdgas als „Brückentechnologie“ fest. Stattdessen will sie die Klimaziele allen Ernstes mit Vorhaben wie Flugtaxis einhalten.“ Das Wahlprogramm sei eine Fortsetzung des klimapolitischen Stillstands, der in die aktuelle Klimakrise hineingeführt habe und diese weiter eskalieren werde.“ – Was sagt „uns“ das? – Nix. Wenn „wir“ aber statt eines Klimaziels ein Erkenntnisziel haben sollten, dann müssten wir uns ein Foto von Carla & Luisa anschauen. Sofort würden wir erkennen: Luisa ist hübscher als Carla. Jedenfalls so lange, wie beide den Mund halten. Von einem Video ist diesbezüglich kein Erkenntnisgewinn zu erwarten, weil in Videos meistens gesprochen wird.

Aufs Ziel gezielt

Das Klimaziel messerscharf im Visier haben aber nicht nur die beiden jungen Frauen irgendeines Geschlechts von BFFFMÜN, sondern auch der oberste Grünfriedler von Deutschland, Martin Kaiser von „Greenpeace“. Vermutlich, weil es bei VW gerade keine Autoschlüssel zu klauen gab, und weil Luftraumverletzungen über Fußballstadien samt der Gefährdung von Stadionbesuchern ebenfalls nicht auf der klimazielistischen Agenda standen, fand er ebenfalls Zeit für ein Statement bei „n-tv“: „CDU und CSU blieben zu vage angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise und das Artensterben. ‚Armin Laschet drückt sich weiter vor dem Unübersehbaren: Klimaschutz braucht unbedingt einen schnelleren Kohleausstieg, einen festen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und klare Ausbauziele für Erneuerbare Energien.‘ Die Union lasse erschreckend offen, wie sie die Natur künftig schützen und ihre Erholung sicherstellen wolle.“ – Offenbar hat der Herr Kaiser von den Grünfriedlichen ein Problem mit der offenen Gesellschaft. Es ist nämlich keine Überraschung, daß die CDU etwas offen läßt. Mit den Grenzen ging es los, mit der Weltoffenheit ging es weiter. „Offenlassen“ ist hip. Deswegen lasse ich hier auch offen, ob ich der Ansicht bin, daß es jemandem gewaltig Buttersäure in den Schädel geregnet haben muß oder nicht, der offensichtlich der Ansicht ist, eine unbedeutende Partei im Lande von 1,15 Prozent der Weltbevölkerung versage bei „unserer“ Rettung vor einer „entfesselten Weltklimakrise“, obwohl das ansich schon komplett hirnrissige Ziel, bis zum Jahr 2040 eine sogenannte „Klimaneutralität“ unter den 1,15-Prozentlern zu erreichen, bereits dadurch als hirnrissig zu erkennen wäre, daß die 1,15-Prozentler bis dahin so viel CO2-Ausstoß einsparen sollen, wie allein China binnen sechs Monaten in die liebe Weltklima-Atmosphäre entläßt – und das mit weiter steigender Tendenz, und ohne das Wort „Indien“ überhaupt in den Mund zu nehmen.

Deshalb bleibt es wohl wieder einmal an Meinemeinen hängen, mit dem Hammer den Nagel auf den Kopf, respektive mit der Faust das Auge, kurz: das Ziel zu treffen. Sowohl der Grünfriedler als auch die deutsche Klimaliesl und ihre Tabakscousine Carla haben genau ein Ziel. Sie wollen als Gewissen der Nation wahrgenommen werden, weil sie finden, daß ihnen das gut steht. Und weil sie wissen, daß man ohne die Medien kaum wahrgenommen wird, erzählen sie allerlei merkwürdiges Zeug. Der Sensationsgehalt von Merkwürdigkeiten aller Art ist hoch – und die Medien sind scharf auf sensationelle Meldungen.

So gesehen habe auch ich wieder etwas gelernt bei „n-tv“. Ich weiß jetzt, welche Geschichte ich erzählen müsste, um von „n-tv“ und den anderen Mainstream-Medien ebenfalls eine Plattform zur Erhöhung meiner Bekanntheit in der allgemeinen Hochmoral geboten zu bekommen. Als nächstes haue ich eine Meldung raus, derzufolge Experten angeblich nachgewiesen hätten, daß der böse Wolf, welcher in der Geschichte vom Rotkäppchen mit Wackersteinen im Bauch verendet ist, in Wahrheit ein hinübergeschlechtliches Lama war, das in der Wolfsschanze von den Nazis diskriminiert worden ist, und im Kofferraum von Stauffenbergs Fluchtauto in den Wald entkommen konnte, um sich dort am deutschen Rotkäppchen listig für seine Ungleichbehandlung zu rächen. Das müsste hinhauen.