Delta-Verblödung weiter auf dem Vormarsch: Deutsche Urlauber werden aus Portugal zurückgeholt

Reiserückholung im März 2020 mit gecharterten Spezialmaschinen, hier am Frankfurter Flughafen (Foto:Imago)

Je mehr diese Pandemie nicht nur ihren Schrecken, sondern ihre Existenzgrundlage verliert, indem mittlerweile ein Bruchteil der Zahl an aktiven Covid-Fällen erreicht ist, die bereits für eine EU-Einstufung als „seltene Krankheit“ nötig wäre, desto hysterischer stürzen sich Coronapolitik und -medien auf alle sich bietenden Anlässe, die fabrizierte Bedrohungslage aufrechtzuerhalten und die Mär von der großen Gesundheitsgefährdung fortzuschreiben: Bei großflächiger annähernder Nullinzidenz wird die vierte Welle beschworen, die Delta-Variante wird zur Zeitbombe stilisiert.

Und um dieser – mittlerweile selbst für den idiotischsten Laien offen durchschaubare – inszenierten Panikmache Nachdruck zu verleihen, wird nun gar zu Mitteln gegriffen, die ganz vom Anfang dieser Krise her in Erinnerung sind: Die Rückholung deutscher Urlauber aus „Delta-Risikogebieten„. Im März vergangenen Jahres, als wirklich jedermann fürchtete, gerade an der Schwelle einer Menschheitskatastrophe zu stehen, selbst schwer bis tödlich zu erkranken oder zumindest in Kürze hunderttausende bis Millionen Menschen sterben zu sehen, hatte die Bundesregierung für 50 Millionen Euro und über hunderte Sonderflüge alle deutschen Urlauber nach Deutschland zurückfliegen lassen.

Das wiederholt sich nun im zwar kleineren Stil, aber mit nicht minder unbegründetem Alarmismus im Fall Portugals: Aufgrund der von Dienstag an geltenden Einstufung des Landes als „Corona-Virusvariantengebiet“ will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere hundert Bundesbürger nun „schnell zurückholen„, wie „Bild“ berichtet. Das auf portugiesische Reisen spezialisierte Kölner Reiseunternehmen habe, so die Zeitung, seinen Gästen gleich nach der entsprechenden Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend in Aussicht gestellt. Die meisten der Reisenden wollen das „Angebot“ der Rückkehr annehmen – schon vermutlich, weil sie keine Lust haben, größtenteils trotz Impfung und/oder negativen PCR-Test nach ihrer Rückkehr in Zwangsquarantäne gesteckt zu werden. Jedoch: „Etwa zehn Prozent unserer Gäste wollen ihren Urlaub jedoch eventuell verlängern„, so Olimar-Sprecher Pascal Zahn.

Groteske Überreaktion auf Phantombedrohung

Die –  nach Schätzungen des Reiseverbandes DRV – derzeit rund 1.000 in Portugal urlaubenden Deutschen hatten sich trotz der RKI-„Warnungen“ (und teilweise trotz der schließlich vorgestern erfolgten Ausrufung des Landes als „Virusvariantengebiet“ durch RKI-Cheftierarzt Lothar Wieler) für den Urlaub entschlossen – aus gutem Grund: Denn egal wie „ansteckend“ die Delta-Variante auch sein mag, Tatsache ist, dass sie so gut wie mit keiner tatsächlichen Krankheitslast einhergeht. Die Touristen, überwiegend Jüngere und junge Erwachsenene als Teil der Aktivbevölkerung, sind dadurch in der absolut übergroßen Zahl aller Fälle in keiner Weise gefährdet, und die Risikogruppen inzwischen bereits geimpft, was doch angeblich vor schweren Verläufen schützen soll.

Wieso die Bundesregierung weiterhin zu derart unverhältnismäßigen und übertriebenen Maßnahmen greift, ist daher rational nicht mehr zu fassen – bedeutet die Einstufung als Virusvariantengebiet konkret doch ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen, plus die strikte 14-tägige Quarantänepflicht, auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt und nicht einmal durch einen oder mehrere parallele negative PCR- geschweige denn Schnelltests verkürzt werden kann. Hier feiert der Schwachsinn fröhliche Urständ.

Wie bei einer Allergie, wo der Organismus auf eine gar nicht vorhandene Bedrohung überreagiert, wird hier mit einem geradezu missbräuchlichen Maßnahmenbündel auf eine Scheingefahr reagiert, die verglichen mit so vielen anderen ausgeblendeten Alltags- und Lebensrisiken praktisch vernachlässigbar ist. (DM)