Vettel als Grünen-Fan: So konsequent wie der Papst im Swingerclub

Trägt grün, wählt grün: Vettel vor 500-PS-Boliden beim engagierten "Umweltschutz" (Foto:Imago/IPA)

Jede Partei hat die prominenten Werbe-Testimonials, die sie verdient. Für die Super-Heuchler der Grünen kommt da das Bekenntnis von Sebastian Vettel, er werde der Umwelt zuliebe bei den Bundestagswahlen im September grün wählen, gerade recht: Er passt so ganz ins Wählerprofil dieser ökoaffigen Edelsozialisten. Links reden, rechts leben – und Engagement für Umwelt und Klima als eine Art persönlicher Ablasshandel betreiben. Deshalb redet er wohl auch, trotz Wahlgeheimnis, über seine parteipolitischen Präferenzen – anscheinend will er Boden gut machen.

Ausgerechnet Vettel als Grünen-Anhänger – der Mann also, der den ökologischen Fußabdruck einer Kleinstadt hat und eine CO2-Bilanz wie ein Waldbrand, sorgt sich um die Zukunft des Planeten? Das ist in etwa so konsequent, als würden Frank Hanebuth, Hermann Pascha oder Manfred Wollersheim die Bibel-Partei wählen. Der Formel-1-Pilot besitzt privat zwei Elektroautos – und verheizt von Berufs wegen mit Verbrennungsmotoren zu Unterhaltungszwecken Unmassen an fossilen Energien. Konsequent wäre es da, wenn er seinen Job als Rennpilot an den Nagel hängen würde.

Folgender Tweet stammt zwar trotz behaupteter Namensgleichheit nicht von Vettels Rennsportkollege Ralf Schumacher, er bringt jedoch die berechtigte Kritik an dessen Doppelmoral mehr als prägnant auf den Punkt:

(Screenshot:Twitter)

Tatschlich kann es daher nur als Imagepolitur und Greenwashing bezeichnet werden, was Vettel hier mit seinen neuerwachten politischen Bekenntnissen beabsichtigt. Und Blogger Najib Karim schrieb über Vettel auf Facebook: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er der Umwelt noch mehr helfen würde, wenn er statt ein, das Gewissen beruhigende, Wahlkreuz zu machen, einfach damit aufhören würde, täglich nur aus Spaß unnötige Runden um Runden mit Verbrennungsmotoren zu drehen und stattdessen seinen Job als Formel-1-Rennfahrer an den Nagel hängen würde… Sebastian Vettel passt perfekt zu den Grünen. Aus dem Luxus der eigenen materiellen Privilegien und aus egoistischer Perspektive heraus fordert er moralisch die Solidarität aller Unterprivilegierten mit sich ein.

Besonderer Gag dabei als Fußnote: Vettel wählt mit den Grünen eine Partei, die für Umverteilung, noch höhere Staatsquote, weitere Ausbeutung von Leistungsträgern durch Zweckentfremdung und Übernutzung der Sozialsysteme steht – und enthält diesem gefräßigen Staat selbst die Steuern vor, die dafür von anderen umso mehr aufgebracht werden müssen. Denn Vettel hat seinen Hauptwohnsitz in der Schweiz und spart dort seit Jahren die Steuern auf sein Millioneneinkommen – sehr zum Missfallen der etablierten Parteien und vielen seiner Fans. Auch dieser fiskalische Doublestandard ist von grünen Groß- und Besserverdienern her wohlbekannt. (DM)