UNHCR fordert, dass Deutschland seine Aufnahmeplätze für „Resettlement-Flüchtling“ deutlich ausweitet

Migration (Symbolbild: Shutterstock/Crawford)

Die deutsche Vertreterin des UN-Flüchtlingshilfswerks, Katharina Lumpp, hat die EU-Staaten dazu aufgerufen, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder aufzunehmen. Deutschland soll hier mit guten Beispiel vorangehen und „10.000“ „Schutzberechtigte“ pro Jahr aufnehmen und rundumversorgen.

„Was uns in der Tat Sorge macht, ist der Anstieg der Zahl der Todesopfer unter denjenigen, die sich über das zentrale Mittelmeer auf den Weg machen“, so Lumpp gegenüber der „Welt“ hinter der Bezahlschranke. Bislang hätten in diesem Jahr mindestens 800 Menschen dabei ihr Leben verloren.

„Das zeigt, wie dringend die EU in Seenotrettung und vorhersehbare Mechanismen der Verantwortungsteilung für gerettete Personen investieren sollte.“ Ziel müsse „ein solidarischer und vorhersehbarer Mechanismus“ sein, der die Länder an der EU-Außengrenze entlaste, sagte Lumpp. „Wenn es nicht gelingt, alle 27 Staaten einzubinden, wäre es gut, wenn zumindest einige Staaten für diesen Sommer vorhersehbare Mechanismen schaffen.“

Wünschenswert wäre, „dass Deutschland Länder, in die ausgeschifft wird, wie etwa Italien, auch in diesem Jahr unterstützt“. Lumpp, die Dame besetzt den Posten der Vertreterin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) in Deutschland, plädierte dafür, die Aufnahmeplätze für sogenannte Resettlement-Flüchtlinge deutlich auszuweiten. „Die USA haben unter dem neuen Präsidenten Joe Biden ihre Zusagen bereits deutlich ausgebaut“, so die UNHCR-Funktionärin. „Wenn Deutschland im Jahr rund 10.000 Plätze zur Verfügung stellen könnte, wäre das sicherlich ein gutes Signal.“ Auf der offiziellen UNHCR-Homepage freut sich Lumpp: „Deutschland ist einer der wichtigsten Partner für UNHCR, um den globalen Flüchtlingsschutz voranzubringen. Das zeigte sich auch beim ersten Globalen Flüchtlingsforum, bei dem Deutschland eine führende Rolle übernommen hat“.

Eines dieser „guten Signale“ ist es, wenn Deutschland nicht, wie Lumpp fordert, 10.000, sondern gleich 40.000 „Schutzberechtigte“ pro Jahr aufnimmt und auch diese rundumversorgt. Das meinte zumindest Angela Merkels Türkeideal-Erfinder Gerald Knaus in der vergangenen Woche. Heftig in seiner Forderung unterstützt hat ihn dann auch gleich der Grünen-Politiker Cem Özdemir in der öffentlich-rechtlichen Hart-aber-faier-Plapperrunde. Am besten sollte man ein Resettlement-Programm aufsetzen, sagt er – die Leute direkt aus den nahöstlichen Flüchtlingslagern nach Deutschland fliegen. Dann wird zumindest die tödliche Mittelmeerroute vermieden: „Warum gehen wir nicht her und sagen, wir nehmen 40.000 Menschen auf?“, fragt der Grünen-Politiker. (dts/SB)