Interessante Frage: Gibt es die Klimakrise auch ohne Anton Hofreiter?

Anton Hofreiter: Wer Hochwasser für Klimakrise hält, verwechselt auch Maske mit Taucherbrille (Foto: Imago)

Anton Hofreiter, Co-Fraktionschef der Grünen im Bundestag, schlägt Alarm. Das wäre jetzt nichts Neues. Aber die Art, wie er es wieder macht, ist einfach sensationell. Der Pegelstand der Krise.

von Max Erdinger

Anton Hofreiter ist ganz aufgeregt. Das wäre jetzt ebenfalls nichts Neues. „Die Klimakrise ist da!„, schreibt er bei Facebook – und man fragt sich, ob er sich wohl sehr hat zusammenreißen müssen, um es bei einem einzigen Ausrufezeichen zu belassen.

„Rapunzel“ Hofreiter würde aber nie einfach so etwas behaupten. Er liefert Beweise dafür, daß die Klimakrise da ist. Genauer: Er liefert etwas, von dem er hofft, daß es ihm als Beweis durchgeht. Bei Facebook sind es neue Fotos aus Landshut und Achdorf. Was gibt es zu sehen? – Überschwemmungen nach starken Regenfällen.

Hochwassermarkierungen in der Küche von Schloß Pillnitz/Dresden – Foto: Imago

Als ich das bei Facebook gelesen habe, schoß mir sofort die Frage durch den Kopf, ob es überhaupt eine Klimakrise ohne Anton Hofreiter geben kann. Ich habe nämlich schon viele Markierungen von Pegelständen der „Klimakrise“ gesehen. Allesamt stammen sie aus Zeiten, zu denen noch niemand von „Klimakrise“ geredet hat. Das waren Zeiten, als Anton Hofreiter (*1970) noch nicht auf der Welt gewesen ist.

Am 28. Juni 1824 z.B. stand das Wasser der Elbe ungefähr zwei Meter hoch in der Küche von Schloß Pillnitz. Egal, ob an Rhein, Main, Donau oder Mosel: In jeder der Städte an diesen Flüssen gibt es massenhaft Markierungen von Pegelständen, die anzeigen, wie hoch das Wasser schon einmal in den Häusern gestanden hat, ohne daß die Unwissenden darüber belehrt worden wären, daß es sich nicht um Hochwasser, sondern um Krisenwasser handelt.

Jedenfalls hat sich der alarmistische Anton beim Verfassen seines Facebook-Eintrags wieder mordsmäßig in die Panik hineingesteigert. Begonnen hatte er mit Krise. „Die Klimakrise ist da!„. Ein paar Zeilen haben dann aber schon ausgereicht, um die Krise zur Katastrophe werden zu lassen. „Rapunzels“ letzter Satz: „Wir müssen endlich handeln und die Klimakatastrophe aufhalten!

Eingedenk der Datierungen an der Küchensäule von Schloß Pillnitz wäre natürlich verständlich, sollte sich jemand fragen, ob es vielleicht sein könnte, daß „Rapunzel“ gar kein panischer Alarmist -, sondern lediglich kein Schnellmerker ist, wenn ihm erst jetzt auffällt, daß „die Klimakrise da ist“.  In Pillnitz wussten sie das schon vor 197 Jahren.

Ehrlich gesagt halte ich es für vernünftiger, statt der „Klimakatastrophe“ den grünen Anton aufzuhalten. Weil: Ohne Hofreiter keine Klimakrise. So viel steht fest.