Unseriös, zensierend, planlos: Bei Facebook weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut

Facebook (Symbolbild: shutterstock.com)

Bei Facebook gilt für kritische und unabhängig denkende Blogger, Autoren und Journalisten nicht nur der Spruch „Hier werden Sie geholfen“, sobald sie sich zu kritisch und mainstream-nonkonform äußern (indem nämlich ihre Seiten plattgemacht werden); nein, der dubiose Zuckerberg-Konzern setzt noch eins drauf und verhöhnt die Opfer seiner Zensurwillkür auch noch nach Strich und Faden. Ausgerechnet die Seiten, die vom Facebook-Algorithmus erfasst, geshadowbanned oder ganz gelöscht werden, werden von der Marketingabteilung kontaktiert – die dabei behilflich sein wollen, die „Reichweite“ zu vergrößern.

Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, ist wohl eher Ausdruck eines organisatorischen, technischen und vor allem von der Kundenorientierung hier nur noch als saumäßig bezeichnenden Chaos bei diesem krakenhaften Moloch von Unternehmen, dessen Börsennotierung nach dem Etappensieg gegen die US-Kartellbehörde FTC zwar erstmals eine Billion Dollar überstieg, das jedoch offenbar schlechter gemanagt wird als jede Dorfwirtschaft.

Zum wiederholten Male hat Jouwatch und seine Facebook-Auftritt in den letzten Jahren dasselbe Schicksal ereilt, von dem fast alle freien Medien ein leidvolles Lied zu singen wissen: Wieder und wieder wurde unsere Facebook-Seite mit wieder und wieder erneut zehntausenden Abonnenten gelöscht, von „Faktenschindern“ getaggt und abgeschaltet – wohl jeweils auf eifrige Denunziationsaktionen linker Blockwarte hin. Jouwatch führt darum ständig (auch aktuell gerade wieder) mehrere Prozesse gegen Facebook wegen dieses geschäftsschädigenden, wettbewerbswidrigen und rechtlich unbegründeten Missbrauchs seiner Provider-Macht.

Umso erstaunlicher die Werbeanschreiben, mit denen sich die deutsche Marketingabteilung des Konzerns seit Längerem an die Admins der Jouwatch-Seite wendet und ihnen „Hilfe“ anbietet, die Seite von Journalistenwatch zu bewerben. Etwa dieses, das gleich mehrfach an unseren Mitarbeiter Daniel Matissek geschickt wurde:

Stellvertretend für Jouwatch antwortete Matissek an Facebook – freilich ohne darauf irgendeine Antwort erhalten zu haben – folgendes:

„Hallo, lieber Bot namens Julia K.,
bevor Du Beratungsgespräche anbietest, solltest Du vielleicht erst einmal dafür Sorge tragen, dass die Seiten, denen Du diese Dienste anbietest, nicht durch absurde Willkürentscheidungen gesperrt, ihre Beiträge gelöscht und in ihrer Reichweite begrenzt werden. Uns würde als Werbemaßnahme fürs erste völlig ausreichen, wenn die immer schlimmere Einschränkung der Meinungsfreiheit, Diffamierung und Aussperrung missliebiger Inhalte enden würde und vor allem die in unserem Fall zu Unrecht und ohne jede Einspruchmöglichkeit, als ‚Verstoß gegen Gemeinschaftsstandards‘ geflaggten Sperrungen aufgehoben würden. 
Übrigens betrifft dies nicht nur die Seite Journalistenwatch, sondern zufällig auch meine Privatseite, die derzeit ebenfalls wegen eines grotesken Vorwurfs wieder einmal für 30 Tage gesperrt wurde – obwohl Facebook selbst auf meine Bitte um Überprüfung hin bestätigt hat, dass es sich dabei um einen ‚Irrtum‘ handelte und die Sperre zurückgenommen würde (was selbstverständlich bis heute nicht erfolgt ist).
Solltest Du, liebe Julia K., wieder Erwarten KEIN Bot sein, so würde mich an Deiner Stelle schämen, für ein Unternehmen zu arbeiten und mit meinem Foto und Namen einzustehen, das mit solchen unseriösen und willkürlichen Methoden seine eigenen Kunden schikaniert, und würde mich zuerst einmal über Einzelheiten des Geschäftsgebarens meines Arbeitgebers informieren. Vor allem seines Auftretens denen gegenüber, die Du zuständigkeitshalber für Marketingmaßnahmen kontaktieren sollst, und wie mit diesen ansonsten umgesprungen wird.
Das ist wirklich nur noch peinlich.
Mit der Dir gebührenden Hochachtung
DM“