Inzidenz sinkt auf 5, Bürger bleiben im Panik-Modus, Grüne wollen die Kontrollen verstärken

Foto: Hinweis auf Maskenpflicht in Bremens Innenstadt (über dts Nachrichtenagentur)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 649 so genannte Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 16,1 Prozent oder „125“ Fälle weniger als am Freitagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 5,1 auf heute 5 neue „Fälle“ je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 11.900 positiv Getestet aus, das sind etwa 6.200 weniger als vor einer Woche.

Corona ist also trotz der angeblich hoch infektiösen Delta-Variante und der „tödlichen“ Fußball-EM fast gänzlich verschwunden.

Deshalb ist wohl auch die Sorge der Bundesbürger, dass sie sich selbst oder Teile ihrer Familien sich mit Corona anstecken könnten, jetzt in etwa auf dem Niveau vom vergangenen Sommer. Aktuell treibt diese Sorge gut ein Viertel (27 Prozent) um – im vergangenen August waren es 28 Prozent, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“. Weit mehr Sorgen machen sich die Deutschen allerdings  vor einer neuen Infektionswelle: 62 Prozent gaben in dieser Woche an, sehr große oder große Sorgen zu haben, dass die Infektionen in den kommenden Wochen wieder steigen könnten.

Knapp zwei Drittel (64 Prozent) zeigen sich hinsichtlich neuer Varianten des Coronavirus, wie der sogenannten Delta-Mutation, besorgt. Die Sorge um die Infektionsentwicklung in den nächsten Monaten lässt fast jeden Zweiten (46 Prozent) befürchten, dass auch die Freiheitsrechte längerfristig eingeschränkt bleiben könnten. Mit Abstand am meisten Gedanken machen sich die Deutschen in Sachen Corona derzeit jedoch um die Situation von Kindern.

Aufgrund ihrer bisherigen Pandemie-Erfahrungen und der Einschränkungen von Betreuungsangeboten und im Schulbetrieb in den vergangenen Monaten fürchten 79 Prozent der Wahlberechtigten und 89 Prozent der Eltern mit schulpflichtigen Kindern Beeinträchtigungen in der Entwicklung von Kindern. Mit Blick auf die Schulen befürworten daher für die Zeit nach den Sommerferien acht von zehn Deutschen (84 Prozent aller Befragten und 80 Prozent der Eltern), in den Unterrichtsräumen Luftfilteranlagen zu installieren. Wechselunterricht bei hohen Inzidenzzahlen unterstützen 68 Prozent der Deutschen und 56 Prozent der Eltern.

Drei Viertel der Befragten (76 Prozent aller Befragten und 71 Prozent der Eltern) sprechen sich für die Beibehaltung von zwei Corona-Tests pro Woche aus – zumindest für nichtgeimpfte Schüler. Weniger Zustimmung gibt es für eine Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht: Nur vier von zehn Deutschen (37 Prozent) und nur 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder unterstützen diese Maßnahme. Für die Erhebung befragte Infratest insgesamt 1.317 Personen vom 28. bis 30. Juni 2021.

Die Gehirnwäsche scheint also immer noch gut zu funktionieren, und damit das so bleibt, legen die Grünen noch einmal nach:

Sie haben jetzt noch mal eine konsequentere Kontrolle der Tests bei Reiserückkehrern gefordert. „Während Zehntausende im Stadion sind, werden Einreisebeschränkungen erlassen“, sagte die europapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Statt weiterer Verschärfungen brauche man mehr und konsequentere Kontrollen der Tests vor Ort an den Flughäfen und einen schnelleren Austausch der Daten in der EU. Mit Blick auf den offiziellen Start des EU-Impfzertifikats am 1. Juli sprach Brantner von einem „wichtigen Tag für die Reisefreiheit in Europa“.

„Damit wir uns diese Freiheit erhalten können, brauchen wir mehr gemeinsame Regeln zur Einreise“, so die Grünen-Politikerin weiter. Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, sieht die Voraussetzungen für konsequente Kontrollen der Einreise- und Quarantäneregeln bei Reiserückkehrern jedoch durch die Gesundheitsämter nicht gegeben. „Damit derartige Kontrollen überhaupt möglich sind, müssen bundesweit einheitliche Richtlinien und Regelungen zum Umgang mit Reiserückkehrern durchgesetzt werden“, sagte sie der „Rheinischen Post“.

Sie forderte: „Um dieser Aufgabe flächendeckend und möglichst lückenlos nachkommen zu können, müssten die Gesundheitsämter außerdem personell und digital entsprechend ausgestattet werden.“ Am Donnerstag hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sich auf die Überwachung der Einreiseregeln durch die Gesundheitsämter bezogen. „Die entscheidende Kontrollmöglichkeit ist die Kontrolle durch die Gesundheitsämter“, sagte Seehofer.

Was für eine üble Heuchelei seitens der Grünen. Sie wissen ganz genau, dass der Urlaub verdorben wird, wenn man bei der Rückreise kontrolliert und dann in Quarantäne muss, weil man sich zufällig in einem Land aufgehalten hat, dass während des Urlaubs vom RKI als „Risiko- oder Variantengebiet“ eingeordnet wurde.

Kein Wunder, dass die Verunsicherung wächst:

Fast jeder Vierte (24 Prozent) in Deutschland ist wegen der Delta-Mutation des Coronavirus verunsichert und wird seine Urlaubsplanung ändern. Das ist das Ergebnis einer Kantar-Umfrage im Auftrag des Focus. 73 Prozent dagegen wollen demnach an ihrer Reiseplanung festhalten.

Wer allerdings jetzt noch für den Sommerurlaub in Deutschland eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus sucht, muss vor allem in beliebten Regionen am Meer und in den Alpen länger suchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Portals für Selbstversorger-Unterkünfte Fewo-Direkt für den Focus. Das Frankfurter Institut analysierte die Buchungslage in den beliebtesten Urlaubsregionen unter mehr als 325.000 Angeboten.

Danach ist die Auswahl an Ferienunterkünften im Inland besonders an der norddeutschen Ostseeküste in Rendsburg-Eckernförde sowie tief im Südosten (Berchtesgadener Land) im August knapp: lediglich zehn Prozent aller buchbaren Ferienobjekte waren hier noch verfügbar. Rund um Königsee und Berchtesgaden ist es bereits auch im Juli genauso ausgebucht. Erst im September gibt es in den beiden Regionen wieder deutlich mehr Verfügbarkeiten.

Im auto-nahen Ausland ist dieses Jahr im Juli und August vor allem Dänemark (Süden und Jütland) so gut wie ausgebucht. Dagegen haben Urlauber mehr Chancen, in Frankreich, Kroatien, Österreich oder Italien noch eine Unterkunft zu finden.

Viel Spaß im Urlaub zu Hause. (Mit Material von dts)