Die Pandemie, die nie eine war: Corona betraf vor allem Pflegebedürftige, Alte und Vorerkrankte

Krisenlage in den Heimen - dank der fahrlässigen Regierungspolitik (Foto:Imago/photothek)

Der Pflege-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK 2021 bestätigt indirekt das, was Statistiker, Maßnahmenkritiker und unaufgeregte rationale Stimmen der hausgemachten „Menschheitskrise“ Corona seit Langem wissen und – Rufern in der Wüste gleich – versuchen, einer hysterieverhetzten Öffentlichkeit klarzumachen: Die, denen Sars-CoV2 und Covid in dieser sogenannten Pandemie tatsächlich gefährlich wurde, waren vor allem Alte, Kranke und Pflegebedürftige – und damit Menschen, denen außer diesem Virus eine Vielzahl anderer Infektionen ähnlich gefährlich geworden wäre.

Der deutliche Anstieg der Sterblichkeit in Pflegeheimen – allerdings auch nur dort – während der ersten und zweiten Pandemiewelle bestätigt diese gruppenspezifische Mortalität und bekräftigt, dass die eingeschlagene Strategie eines gesamtgesellschaftlichen Lockdowns definitiv falsch war – und zu Lasten eines eigentlich angezeigten selektiven Schutzes für akut Gefährdete, Immunschwache ging.

Und noch ein weiteres Resultat erbrachte die für den Report durchgeführte Online-Befragung: Die unmögliche Behandlung der Alten und Pflegepatienten, durch Isolation, Kontaktbeschränkungen und Vereinsamung, trug zu einem erheblichen Teil zu Hoffnungslosigkeit, Lebensmüdigkeit und damit zusätzlichen Opferzahlen bei. Diese „Einschränkungen der sozialen Teilhabe“ wirkten sich vor allem in der ersten Welle aus.

Letalitätsanstieg auch Folge der Lockdownmaßnahmen

Inwieweit diese politisch verordneten sozialen Kollateralschaden zum Anstieg der Letalität in Pflegeheimen beitrug, ist unklar, Tatsache ist jedoch, dass bereits rund drei Wochen nach Start des ersten Lockdowns – in der Woche vom 6. bis 12. April 2020 – die Sterblichkeitszahlen in den untersuchten Einrichtungen um 20 Prozent höher lag als im Mittel der Vorjahre. Hier scheint vor allem die Isolation eine Rolle gespielt zu haben – während es dann in der „zweiten Welle“, von Oktober bis Dezember 2020, eher das Virus war, durch welches das Niveau der Vorjahre dann sogar um durchschnittlich 30 Prozent überschritten wurde, wie die AOK in ihrer Auswertung des Pflegereports schriebt.

Die Infektionsschutzmaßnahmen während der Pandemie reichten nicht aus, um die im Heim lebenden pflegebedürftigen Menschen ausreichend zu schützen„, wird die Leiterin des Forschungsbereichs Pflege im AOK-Wissenschaftsinstitut Dr. Antje Schwinger zitiert – allerdings entsprach das, was in der zweiten Welle mit coronabedingter wissenschaftlicher Akribie, begleitet von Dauertests und überzogenen Präventionsmaßnahmen, zur Epidemie aufgebauscht wurde (inklusive Absonderung oder Hospitalisierung positiv Getesteter Patienten), genau dem, was in früheren Jahren als normale saisonale Grippe durchging – und auch da gab es massive Schwankungen, zuletzt 2014/2015 oder auch in früheren Jahren. (DM)