Nach Sixt-Werbung: Grüne Heuchler stinken auf Twitter rum

Grüne werden motzig (Symbolbild:Imago/Becker&Bredel)

Dass der Autovermieter Sixt so ziemlich alle politischen Gruppierungen und jede Menge Promis in seinen oft geistreichen, witzigen Kampagnen auf die Schippe nahm und als eines der wenigen Beispiele für gelungene politische Werbung gewertet werden kann (vor allem weil hier parteiübergreifend jeder mal sein Fett abbekommt), das passt im zunehmend autoritären und sich ideologisch verfinsternden Meinungsklima des späten Merkeldeutschlands nicht mehr in die Zeit. Vor allem die Grünen verstehen keinen Spaß, wenn es – und wäre der Anlass noch so begründet – gegen sie selbst geht.

Inzwischen ist die sakrosankte Unantastbarkeit an der selbsterklärten grünen Zukunfts- und Menschheitserrettungssekte soweit verinnerlicht, dass es vielen wohl wie Majestätsbeleidigung vorkommt, wenn die Lichtgestalten dieser Partei zum Gegenstand von Satire werden. Über Annalena Baerbock macht man keine Witze. Man darf sie auch nicht kritisieren, selbst wenn sie noch so objektiven Mist gebaut hat – und wer es doch wagt, der gehört zwingend zum „rechten Shitstorm„, macht sich gemein mit rechter Hetze, rechten Trollen und Populisten. Dieses neobolschewistische Freund-Feind-Denken ist in der linksgrünen Wohlstandscommunity weit verbreitet; zumindest den publicitywirksamen Vektoren der „veröffentlichten Meinung“.

Da ist es wenig überraschend, dass das Sixt-Werbe-Meme (siehe nachfolgenden Tweet) zu Baerbock bei ihren Fanboys gar nicht gut ankam, die der grünen Kanzlerkandidatin als Inkarnation der Frauenquote und Inbegriff politischer Nichtigkeit fast schon religiös huldigen.

(Screenshot:Twitter)

Prompt hagelte es von der grünen Unterstützungsfront – dem bildungsbürgerlichen Teil der deutschen Wohlstandsgesellschaft, der längst das Spießigkeitserbe der einzigen Adenauer-Gefolgschaft im Nachkriegsdeutschland angetreten hat – wütende Kommentare unter diesem Tweet. Dort „scheint der Platz für Humor ausgegangen zu sein„, schreibt Marco Schimpfhauser auf „Tag24“ (T24), und zitiert aus den Hasstiraden der empörten Baerbock-Anhänger. Neben Anwürfen gegen Sixt wie „Populistische Flachpfeifen“ oder Kalauern à la „den Scherz kopier ich nicht“ waren auch Boykottaufrufe und Trotzbekundungen zu lesen. „Haben soeben unsere Firma abgemeldet„, schrieb da einer; ein anderer: „Das war das letzte Mal, dass ich Kunde bei euch war.

Auch die Grünen-Fraktion im Bundestag gab sich „konsequent“: „Und Tschüss Sixt. Ein Lacher mehr – aber auch ein Kunde weniger!“ und „Schön auf den Hetzzug aufgesprungen! Lächerlich und armselig„, heißt es da. Oder: „Springt schön auf den Hetzzug der CDU und Bild auf. Autos sind in Städten unnötig. Zumindest in Innenstädten.“ Gerade was letztere Reaktion anlangt, sollten die Grünen besser genauer hinschauen – und vor der eigenen Türe kehren; die Super-Heuchlerei in dieser Partei wurde nämlich soeben wieder im grün mitregierten Shithole Berlin auf die Spitze getrieben:

(Screenshot:Twitter/Argonerd)

Eine ähnliche Doppelmoral sahen übrigens auch viele Gegenstimmungen in der Aufregung über Sixt in den Kommentarspalten – die darauf verwiesen, dass auch andere Parteien, wie schon erwähnt, dort regelmäßig durch den Kakao gezogen wurden… freilich ohne dass hier dann analog von einer „linken Schmutzkampagne“ oder „Hetze“ die Rede gewesen wäre. „Zweierlei Maß?! Heuchlerpack„, schrieb einer, oder: „Bei Sixt kriegt jeder sein Fett ab. Kriegt euch ein, grüner Kigatrupp.“ Ein anderer wird von T24 wie folgt zitiert: „jetzt kommen sie alle daher mit ihren Vergleichen a la afd und für die csu… etc. Man wird doch wohl Leute auf den Arm nehmen dürfen.“ Oder, besonders erhellend und unbedingt als Empfehlung hier wiederholt, die Aufforderung: „Google mal „Sixt Werbung“ bei Bildersuche. Und schon hat sich die angebliche Verschwörung gegen die Grünen erledigt.“ Genau dort finden sich nämlich dann auch ältere Sixt-Memes wie dieses:

(Screenshot:Twitter)

Die FDP hatte damals übrigens weit mehr Souveränität bewiesen als die verbohrten und in ihrer „Angriff-ist-die-beste-Verteidigung“-Strategie verhafteten Grünen – und mitgelacht. T24 kommentiert: „Humor ist wie ein Auto – hat nicht jeder. Sixt hingegen hat das erreicht, was man erreichen wollte: Ein kleiner Seitenhieb gegen Politiker, große Reichweite für die Werbung und mindestens ein Schmunzler für alle anderen.“ Der hysterische und gänzlich unentspannte Umgang mit dieser Lappalie, die mit Sicherheit noch das geringste Problem der im freien Fall befindlichen Grünen sein dürfte, wirft jedenfalls bedenkliche Schatten auf die Zukunft der Meinungsfreiheit in diesem Land voraus, wenn diese Grünen im Bund (mit-)regieren sollten. Zu lachen hat dann nämlich bald niemand mehr etwas. (DM)