Totalausfall Baerbock: Sie hat nicht einmal Ahnung vom eigenen Wahlkreis

Baerbock: Die inhaltsleere Pose in Vollendung (Foto:Imago)

Allmählich wird eine runde Sache draus, ergibt sich ein in sich stimmiges Gesamtpaket: Annalena Baerbock erweist sich seit ihrer Aufstellung zur Bundestagskandidatin, in diesem gesamten grünen Selbstzerstörungswahlkampf, nicht nur als völlig unoriginelle, sprachlich überforderte und fachlich unqualifizierte Schummlerin – vom eigenen Lebenslauf bis zu „ihrem“ jüngsten Buch. Und jetzt offenbart sie sogar peinliche Wissenslücken da, wo sie eigentlich genauer Bescheid wissen sollte: in ihrem eigenen Wahlkreis.

Anscheinend beginnt bei Baerbock der geistige Blackout nicht erst da, wo sie einmal nicht abschreibt, abliest oder nachplappert – sondern auch schon bei den Einlassungen, die einmal nicht von Dritten abgekupfert oder übernommen sind. So brachte nun ein akribischer Nachtrag der „taz“ – der wohl als Reaktion auf die Attacken von Grünen-Hetzonkel Jürgen Trittin gegen das Spontiblatt zu verstehen war, nachdem dieses mit Baerbock gebrochen hatte („Annalena, es reicht„) – weitere Ungeheuerlichkeiten aus dem Baerbock Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ ans Licht.

So weiß die Ober-Grüne offenbar nicht einmal, welche Großunternehmen in dem von ihr im Bundestag vertretenen Wahlkreis ansässig sind: Wie „Bild“ berichtet, schildert Baerbock auf Seite 92 ihres Buchs, im Kapitel „Flugverkehr„, einen Besuch bei einem Triebwerksunternehmen; dort heißt es: „Als ich im Herbst 2020 zu Gast beim Triebwerksunternehmen MTU Aero Engines in Berlin-Ludwigsfelde war, einem Unternehmen, das Luftfahrtantriebe herstellt und wartet, traute ich meinen Ohren kaum.“ Dumm bloß, dass Ludwigsfelde nicht zu Berlin gehört, sondern eine selbstständige Stadt in Brandenburg ist – und ausgerechnet in dem Bundestagswahlkreis 61 liegt, in dem Annalena Baerbock kandidiert, wie der „taz“-Korrektor genüsslich ausführt.

Kein Plan von gar nichts

Dass das Rigorosum des akribischen Faktenchecks zu Baerbocks Buch ausgerechnet von der „taz“ (die vom einstigen Grünen-Kampfblatt zum Renegaten „rechter Hetzer“ mutiert ist, jedenfalls was Baerbock anlangt) neuen Sprengstoff bergen würde, hätte der Kandidatin und und ihren Wahlkampfmanagern klar sein müssen, als sie – statt sich in Demut zu üben und ihre Fehler einzugestehen – die Flucht nach vorne antrat, als Baerbocks unterirdische Wahlhelfer vom Schlage eines Oliver Krischer & Co. (der sich bei „Lanz“ im ZDF nach Kräften blamieren durfte) deren literarische Arbeitsweise verteidigten und von einer „Schmutzkampagne“ sprachen.

Eines ist die Berichterstattung zu Baerbock ganz sicher nicht: Eine „Schmutzkampagne“. Doch selbst wenn sie eine wäre (überraschend oder gar unstatthaft wäre das nicht, es ist übrigens gerade Wahlkampf), so gehören dazu immer noch zwei: Einer, der nach Fehlern und Blößen sucht – und einer der sie liefert. Und Baerbock hat überreichlich geliefert – so sehr, dass man gar nicht in den Krümeln suchen oder tiefer in den Stoff eintauchen muss. Ihre Schlampigkeit beim Bücherschreiben ist dabei nicht minder skandalös wie ihr unerträglich arroganter, selbstgerechter Umgang mit der Kritik. So verhalten sich Vertreter einer Partei, die moralische Überheblichkeit und Unfehlbarkeit so verinnerlicht hat und so wenig an Kritik und Widerspruch gewohnt ist, dass sie einen Anspruch darauf zu haben glaubt, mit praktisch allem durchzukommen. Es wird Zeit, dass hier eine Erdung erfolgt – ob behutsam in Zeitlupe oder durch Totalabsturz, ist sekundär. (DM)