Afghanistan – der ewige Alptraum: Die nächste Flüchtlingswelle rollt bereits

Junge Frauen in Afghanistan (Foto:Imago/Xinhua)

Auch wenn der beendete Afghanistan-Bundeswehreinsatz ohnehin nur eine militärisch bedeutungslose, ansonsten allenfalls symbolische Haltungsbezeigung war (die gleichwohl fast sechs Dutzend deutsche Soldaten das Leben kostete): Am Ende stellt sich wieder einmal die Frage nach dem Sinn, den Kosten und vor allem dem Effekt des ganzen Einsatzes. Jedesmal, wenn das Ausland sich dort einmischt, ist Afghanistan noch schlimmer dran als zuvor. Die „Neverending Story“ gescheiterter ausländischer Militärinterventionen in einem fremden, unbezwingbaren Land und ihre ruinösen Folgen lässt sich in keinem Staat der Welt eindringlicher nachvollziehen als im Falle Afghanistans.

Spielball der Kolonialmächte, dann Hoffnungsträger eines modernen, westlich orientierten Reformislams, dann Invasionsziel des sowjetischen Imperialismus und eines verdeckten Stellvertreterkriegs, in dem die USA mit den antirussischen „Freiheitskämpfer“ gleich die nächsten Dämonen heranzogen: Fundamentalislamistische Milizen, Warlords und Taliban. Nach dem 11. September griff der Westen erneut ein, um „gemäßigte“ Kräfte gegen das Taliban-Regime zu unterstützen – und um seither den zum Scheitern verdammten Versuch der Quadratur des Kreises zu wagen, aus einem in weiten Bevölkerungsteilen vormittelalterlichen, in einem veritablen Steinzeitislam gefangenen Failed State ein demokratisches System zu erschaffen.

Die Quittung für diese neuerliche Anmaßung bekommt der Westen jetzt einmal mehr – mit dem Abzug seiner Truppen inklusive humanitärer Missionen: Die Taliban sind zurück, mutmaßlich stärker denn je – und wie bei jeder bisherigen Bürgerkriegsepisode und Katastrophe machen sich Millionen afghanischer Binnenflüchtlinge (derzeit gibt es davon über drei Millionen) auf den Weg ins Ausland – wo bereits hunderttausende in den Nachbarstaaten (Pakistan, Iran, aber auch im Irak und der Türkei) verharren, auf jede Gelegenheit fiebernd, sich Richtung Westen, Europa und vor allem Deutschland aufzumachen. Hier gibt es bereits rund 280.000 Afghanen – die Zahl hat sich seit Merkels Einladungspolitik seit Ende 2015 nochmals mehr als verdoppelt.

Nichtintegriertbarkeit vorprogrammiert

Und immer wieder fallen Afghanen in Europa, vor allem in Deutschland aufgrund ihrer kulturell und religiös oftmals völlig mit westlichen Werten und Lebensgewohnheiten inkompatiblen Prägung durch Sexualstraftaten, Messer-Gewaltattacken und auch Tötungsdelikte auf; der Fall der Münchner Gruppenvergewaltigung oder des Sexualmordes an der 13-jährigen Leonie in Wien waren nur jüngste Beispiele einer unerträglichen Verbrechensreihe, begangen von „traumatisierten“ Menschen aus einem Erdteil, in dem vor allem das Leben von Frauen und ihre Selbstbestimmung weniger zählen als der Dreck unter den Fingernägeln. Dies bedeutet keinesfalls, dass alle afghanischen Flüchtlinge Gräueltaten begehen; ja, es ist nur ein kleiner Bruchteil von ihnen. Doch jeder einzelne ist schon zuviel und das von ihnen ausgehende Risiko ist in der Summe enorm; ganz abgesehen davon, dass sich Nichtintegrierbarkeit nicht erst in vollendeten Verbrechen manifestiert, sondern bereits in einer Vielzahl kultureller Divergenzen, die dann bei uns zur Herausbildung von Parallelgesellschaften führen.

Hinzu kommt, dass nicht einmal 1 Prozent der hier Asylanträge stellenden Afghanen als Asylberechtigte anerkannt werden; der meiste Teil von ihnen, etwas über die Hälfte, genießt den diffusen Schutzstatus „Flüchtling“, der Rest ist entweder „illegal-geduldet“ oder akut ausreisepflichtig; alleine die letzte Gruppe stellen hierbei rund 25.000 Personen. Abgeschoben wird kaum einer von ihnen: Seit 2015 waren es gerade einmal knapp über 1.000, seit Corona gar keiner mehr. Schon deshalb ist es hochgradig absurd, wenn nun angesichts der sich verschärfenden Krisenlage durch den Taliban-Vormarsch ein „Abschiebestopp“ gefordert wird – von Flüchtlingsverbänden ohnehin unbefristet, doch nun auch von der afghanischen Regierung als befristete Maßnahme: Man braucht nichts zu stoppen, was ohnehin nicht geschieht. Auch deshalb hat gestern Unionsfraktionsvize Thorsten Frei den Wunsch der afghanischen Regierung nach diesem temporären befristeten Abschiebestopp zurückgewiesen; die Forderung sei nicht nachvollziehbar, da es sich ohnehin nur um sehr wenige Personen handele, so Frei zum „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. „Ich wüsste auch nicht, wie ein Stopp helfen könnte, die angespannte Sicherheitslage zu entspannen„, fügte er hinzu.

„Stopp“ gar nicht vollzogener Abschiebungen gefordert

Das schmeckt natürlich der SPD, Grünen und Linkspolitikern gar nicht – die angesichts der nächsten humanitären Katastrophe in Afghanistan schon Morgenluft für die nächsten Flüchtlingsströme und Massenaufnahmen in Deutschland wittern (zu denen es bei der vorsätzlichen Untätigkeit der Merkelregierung, erst recht aber der nächsten Bundesregierung ohnehin kommen wird). Die SPD-Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, erklärte laut „dts Nachrichtenagentur“, sie könne die Bitte der afghanischen Regierung angesichts aktueller Entwicklungen gut nachvollziehen: „Ich habe mich aufgrund der Sicherheitslage und der humanitären Situation in Afghanistan bereits in der Vergangenheit für eine grundsätzliche Aussetzung aller Abschiebungen dorthin ausgesprochen„. Ein zusätzlicher Pull-Effekt, der nicht als Erpressung eingesetzt wird, sondern bereits konkrete Wirkung entfaltet: Es machen sich bereits aktuell riesige afghanische Treks Richtung Türkei auf, auf der Flucht vor den Taliban.

Den wenigsten Deutschen ist bewusst, dass die Taliban um ein Vielfaches schlimmer sind als der Islamische Staat und für eine Barbarei und Menschenverachtung stehen, die leider weitaus mehr mit dem Wortlaut des Koran und der Scharia gemein hat als die wolkigen Phantasien eines westlich-modernen Reformislam, den deutsche Politiker träumen. Es ist bezeichnend, dass bei uns in Deutschland die Feministinnen, Diversitätsapostel und Menschenrechts-GayPride-&Co.-Aktivisten längst mit der Lupe nach Empörungsanlässen suchen, die sie in fehlenden Gendersternen oder phantomrassistischen Farbbegriffen aufstöbern – während sie feige zu den Abgründen einer wahren Frauenverachtung schweigen, zu Femininen und grässlichsten Erniedrigungen im Zeichen einer vorsintflutlichen, primitiven Ideologie, die hierzulande von ihnen sogar noch verherrlicht und beklatscht wird. „Wir überlassen gerade Millionen Frauen in Afghanistan einer Hölle, sobald die Taliban wieder an die Macht kommen„, schreibt Ali Utlu auf Twitter.

Das Schweigen der feministischen Lämmer

Wenn man den hehren moralischen Ansprüchen, die sich aus der westlichen „Haltungspolitik“ und ihrem aufdringlichen Virtue Signaling ergeben, konsequent Taten folgen ließe, dann müsste eigentlich ein noch entschlossenerer Truppenaufmarsch, eine noch robustere Mandatsausweitung für die humanitären Militärmissionen die Folge sein – statt unverrichteter Dinge und zudem feige ein weiteres Mal dieses Land sich selbst zu überlassen. Am besten wäre es gewesen, man wäre nie dorthin gegangen – doch da Afghanistan nun einmal knapp 18 Jahre lang Wirkungsstätte einer westlichen Anti-Terror- und anschließenden Entwicklungshelfer-Allianz war, würde der Satz von der Verteidigung westlicher Werte am Hindukusch heute erst recht Sinn machen – und eine weitere Verantwortungsübernahme erzwingen. Denn mit den Flüchtlingen wird zwingend auch mehr Gewalt zu uns kommen – und islamistischer Terror. „Bild“-Chefreporter Paul Ronzheimer twitterte hierzu: „Einen Satz höre ich hier in Afghanistan immer wieder: ‚Der schnelle Abzug wird zu einer Flüchtlingswelle Richtung Europa führen – und am Ende auch zu Terror-Anschlägen bei euch!'“. Deshalb hätte es diesen Abzug, schon gar nicht so überstürzt, keinesfalls geben dürfen. Doch unter einem Joe Biden im Weißen Haus und einer mit Corona und dem ökologischen Great Reset beschäftigten EU war nichts anderes erwarten.

Im Gegenteil: den westlichen Regierungen kommt die Destabilisierung eines militärisch nicht zu besiegenden, allenfalls stets auf neue kurzzeitig zu befriedenden Landes sehr gelegen – denn diese Krise liefert ihren Migrations- und Neusiedlungsplänen (böse Zungen sprechen auch von Umvolkung) neuen Auftrieb – und Nachschub. Auch dafür sorgt der Bundeswehrabzug. Schon im letzten Jahr kamen registrierte sogenannte „Schutzsuchende mit offenem Schutzstatus“ am häufigsten aus Afghanistan: 36.000 – überwiegend männliche – Personen, gefolgt vom Irak mit 26.000 und Syrien mit 23.000. Wohlgemerkt trotz der Pandemie. Es dürfte nur ein schwacher Abklatsch dessen sein, was folgt. „Wer halb Kalkutta bei sich aufnimmt, der hilft nicht Kalkutta, der wird selbst Kalkutta“, sagte einst Peter Scholl-Latour. Genau das, Kalkutta – bzw. aktueller: Kabul – zu werden, können viele Linke hierzulande gar nicht erwarten. Was die Taliban-Monster 6.000 Kilometer südöstlich anrichten, kommt ihnen hierbei sehr gelegen. (DM)