Merkel und Spahn: Impfen macht eben doch frei

Ab an die Nadel: Bald gibt es kein Entrinnen für kerngesunde Jugendliche (Foto:Imago/Simon)

Was in Frankreich beschlossen wurde, soll es in Deutschland nicht geben, betonte gestern Angela Merkel: Eine direkte, formale Impfpflicht, wie sie im Nachbarland vorerst für bestimmte Berufsgruppen des Gesundheitssystems gilt. In Deutschland gehe man „einen anderen Weg“, so die Kanzlerin und ihr Skandal-Gesundheitsminister Spahn. Wohl wahr: Dieser typische merkeldeutsche Weg nämlich führt im Ergebnis genau zum selben Ziel –  bloß tarnt er sich cleverer. Er kommt mit kaum verhohlener Erpressung, sozialem Druck und systematischer Diskriminierung daher, die als eine Art „Entscheidungshilfe“ für Impfunwillige gelten sollen. Es ist eine weitere unredliche Strategie einer insgesamt unredlichen Politik.

Inzwischen vertritt diese Regierung – das wurde gestern beim Auftritt Merkels und Spahns bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Cheftierarzt Lothar Wieler einmal mehr überdeutlich – ausschließlich Interessen der Impfhersteller, und nicht mehr die des deutschen Volkes, dessen „Schutz“ und Gesundheitsfürsorge nur vorgeschobener Aufhänger zur Sicherstellung des „Return-of-Invest“ der Pharmaindustrie darstellt – und dem angerichteten Schaden, den monströsen Kosten dieses eineinhalbjährigen pandemischen Fehlalarms nachträgliche Legitimität verschaffen soll.

Denn das, was Merkel gestern wieder nicht müde wurde mit dem ihr eigenen verwaschenen, platten Pathos zu beschwören („Sie schützen mit der Impfung nicht nur sich selbst, sondern jemanden, der ihnen nahesteht, den Sie lieben„), ist ja in Tat und Wahrheit überhaupt nicht gegeben: Weder gewährleisten sämtliche aktuellen – und nicht ohne Grund allesamt nur per Notzulassung verfügbaren – Impfstoffe einen sicheren Eigenschutz des Geimpften vor Infektionen, noch vermögen sie die Weitergabe des Virus zu verhindern. Aus diesem Grund gelten ja auch für Geimpfte weiterhin die „Maßnahmen„, wo sie vorgeschrieben sind; aus diesem Grund kommt es weiterhin zu „Ausbrüchen“ (ob durch Delta, Gamma, Lambda oder was uns dereinst an Varianten noch beglücken wird).

Hingegen können die Impfungen Risikogruppen wohl durchaus vor schweren Verläufen schützen – was sich auch überall dort zeigt, wo Delta „wütet“ und die „Inzidenzen“ hoch sind, ohne dass dies mit irgendeinem realen Krankheitswert und steigenden Hospitalisierenden einherginge. Dies allerdings bedeutet dann, dass die als Durchimpfungsziel genannte „Herdenimmunität“ überhaupt nicht erreichbar ist, selbst wenn jeder geimpft wäre; es geht bestenfalls um einen Individualschutz – und den kann sich jeder Impfbereite ja bereits verschaffen. Ungeimpfte stellen damit in Wahrheit überhaupt kein Risiko für Geimpfte dar – denn genau dafür ließen sich diese ja impfen. Diese selbst Kleinkindern einleuchtende Logik wird von der Politik inzwischen mit sektenartiger Irrationalität ignoriert. Sie erhöhen trotzdem stetig den Druck auf jene, die die angeblich „freie Entscheidung“ gegen eine Impfung getroffen haben, und dafür gibt es nur einen vernünftigen Grund: Der bestellte Impfstoff muss uns Volk, das Multi-Milliarden-Opfer sanktioniert werden und das neugeschaffene Geschäftsmodell eines Perpetuum Mobiles der immerwährenden Impfungen am Laufen gehalten werden.

Alles im Interesse der Impf- und Pharmalobby

Nur der zweite Teil des Satzes ist daher wahr, den die Kanzlerin gestern aussprach: Eine Impfung bewahre „nicht nur vor schwerer Krankheit, sondern auch vor den belastenden Beschränkungen des Alltags„. Genau hier liegt der eigentliche Grund für die allermeisten Menschen, sich impfen zu lassen: Sie wollen wieder „frei“ sein – und nicht etwa von einem Virus, das ihnen ohnehin in der übergroßen Mehrzahl aller Fälle nicht gefährlich werden kann, sondern „frei“ von den politisch geschaffenen, willkürlichen Beschränkungen. „Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein, umso freier können wir wieder leben„, sagt Merkel. Dies ist nichts als glasklare Erpressung. Den Rest soll dann der Gruppenzwang erledigen, in Verbindung mit einer gezielten Überrumpelungsstrategie vor Ort: Kurzentschlossene da spontan zur Nadel bringen, wo sie nicht lange nachdenken können.

Ob, wie Söder gestern schwärmte, „im Wirtshaus„, vor dem Club, oder laut Spahn „auf dem Markt- oder Sportplatz, vor Kirchen, Moscheen oder im Drive-In„. Als „kreative Impfaktionen vor Ort, um Unentschlossene zu erreichen„, euphemisiert der Gesundheitsminister seinen marktschreierischen Appell. Ikea meldet in Berlin bereits Vollzug – und bietet das Impfen vorm Shoppen auf seinen Parkplätzen an. Was das in den vergangenen Monaten vielerorts zur Normalität gewordene In-der-Nase-Herumpulen mit Wattestäbchen vor Geschäften und Restaurants war, soll künftig das Massenspritzen an den unmöglichsten Orten werden. Was bislang nur in sterilen Praxen, diskret und ausschließlich von Vertrauensärzten nach individueller Aufklärung und reiflicher Überlegung einmal alle Jubeljahre stattfand, wird jetzt zum Straßen-Event – so wie einst die chirurgischen Eingriffe von Quacksalbern auf dem Jahrmarktsrummel.

Spahn schob bei der gestrigen RKI-Pressekonferenz auch gleich noch nach, wohin die Reise für alle Nichtgeimpften gehen wird: Für selbst noch so Kerngesunde und länger als sechs Monate Genesene (die somit ebenfalls impfpflichtig werden, selbst wenn sie nachweislich randvoll sind mit Antikörpern) soll der kostenpflichtige PCR-Test für jegliche Teilnahme am Leben verpflichtend werden; auch wenn dies noch nicht spruchreif ist, so wollte es Spahn gestern bezeichnenderweise keinesfalls ausschließen. Für den angeblich in „freier Entscheidung“ getroffenen Verzicht auf die Impfung muss dann künftig also ständig tief in die Tasche gegriffen werden – oder es winkt der Ausschluss aus der Öffentlichkeit:

(Screenshot:Twitter)
Und der Gesundheitsminister erlaubt sich sogar noch ein paar zynische Schlussbemerkungen: „Wer sich nicht impfen lässt, darf sich nicht beschweren.“ Und: „Die Impfung hilft uns als Nation, zu einer neuen Normalität zu finden.“ Es sind passende Parolen für diese ganz typisch deutsche Perversion von Freiwilligkeit. Alice Weidel (leider kommt man auch bei diesem alles überlagernden Thema nicht umhin, eine AfD-Politikerin zu zitieren, da  alle anderen Parteien die fortschreitende Gesundheitsapartheid gutheißen oder zumindest nicht den Mund dagegen aufmachen) kommentierte hierzu gestern treffend: „Wir wollen keine neue Normalität, sondern unser altes Leben zurück. Eben Deutschland. Aber normal.“ (DM)