Chaos in Südafrika nach Verhaftung von Ex-Präsident Zuma

Lokale Milizen bildeten sich, um ihre Gemeinden zu verteidigen

Bei gewalttätigen Ausschreitungen in Südafrika sind mindestens 100 Menschen gestorben, über tausend wurden verhaftet. Indische, farbige und weiße Bürgerwehren schützen ihre Gemeinden in der Nacht.

 

Am Freitag brachen die Unruhen in der Provinz KwaZulu-Natal um die Hafenstadt Durban aus. Geschäfte und Fabriken wurden geplündert, Straßen gesperrt und LKWs in Brand gesetzt. Bürger organisierten sich, um ihre Gemeinden gegen den Mob zu verteidigen. Die Armee ist im Einsatz und schießt mit scharfer Munition.

Am Mittwoch hatte sich der ehemalige Präsident Jacob Zuma der Polizei ergeben, nachdem er wegen Korruption angeklagt warden sollte. Zuma hatte sich geweigert, vor Gericht zu erscheinen und war deshalb Ende Juni zu 15 Monaten Haft wegen Missachtung des Gerichts verurteilt worden. Daraufhin verschanzte er sich in seinem Villenareal Nkandla in KwaZulu-Natal, umgeben von seinen Anhängern. Sein Bruder und Sohn schworen, sich nicht lebend festnehmen zu lassen. Die Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa entsandte Vermittler, am Mittwoch vergangener Woche ergab sich Zuma schließlich 40 Minuten vor Ablauf der Deadline um Mitternacht der Polizei. Zuvor hatte Zuma vor Ausschreitungen gewarnt, falls er festgenommen werde. Am Freitag gingen seine Anhänger auf die Straßen.

Zuma war der erste Zulu-Anführer des Landes und des African National Congress (ANC), der historisch von Mitgliedern des Volkes der Xhosa dominiert wurde. Unter dem Xhosa-Führer Nelson Mandela führte der ANC 1994 eine blutigen Bürgerkrieg gegen die Inkatha Freedom Party der Zulus, bei dem etwa 20,000 Menschen ums Leben kamen.

Die Unruhen brachen am Freitag in der Provinz KwaZulu-Natal um die Stadt Durban aus, und erreichten von dort aus Johannesburg in der Provinz Gauteng. Straßen wurden abgeschnitten und LKWs in Brand gesetzt. Tausende Plünderer stürmten Einkaufszentren und Lagerhallen und stahlen alles Wertvolle.

Die Reifenfabrik der Firma Dunlop bei Durban wurde von tausenden Plünderern gestürmt, die Lieferwägen vor der Fabrik anzündeten. Ein Video aus Durban zeigte angeblich Einheiten der Südafrikanischen Polizei (South African Police Service – SAPS), die sich an den Plünderungen beteiligten.

Am Montag mobilisierte Ramaphosa die Armee (South African National Defence Force – SANDF), die mit scharfer Munition auf die Randalierer schossen. Videos auf den sozialen Netzwerken zeigten Leichen am Straßenrand, und Plünderer die verhaftet wurden.

Präsident Cyril Ramaphosa sprach am Montag zur Nation und versprach »die Ordnung wiederherzustellen.« 166 Verdächtige seien in KwaZulu-Natal verhaftet worden und 323 in Gauteng, so Ramphosa. Einwohner von KwaZulu-Natal nannten die Ansprache des Präsidenten »enttäuschend«.

Der linkextreme, rassistische Anführer der »Economic Freedom Fighters« Julius Malema protestierte auf Twitter gegen den Einsatz der Armee: »Keine Soldaten auf unseren Straßen, sonst kämpfen wir mit! Alle Kämpfer sollen sich bereithalten. Die können uns nicht alle umbringen. Wir brauchen eine politische Lösung für ein politisches Problem, keine Soldaten.«

Lokale indische, farbige und Afrikaner Milizen bildeten sich um Durban, Pietermaritzburg und anderen Städten, um ihre Unternehmen und Gemeinden in der Nacht vom Montag zu beschützen. Hilferufe aus der Gegend um Durban erbaten Unterstützung und Nachschub mit Munition. Der Polizei ging laut Augenzeugen teilweise die Munition aus. Indische Bürgerwehren brannten in Durban eine Barackensiedlung von Schwarzen ab.

Phalanx Europa sammelt aktuell für die Buren-Hilfsorganisation Ope Arms.