Entartetes Spielzeug: Ausstellung zu „Rassismus“ im Kinderzimmer

"Rassistisches" Spielzeug? (Foto:Imago/Levine-Roberts)

In Deutschland verschwimmen die Grenzen zwischen Vielfalt und Einfalt rasend schnell, der Verblödung sind im wahnhaften Eifer, Indizien für Diversitätsmängel überall im Alltag ausfindig zu machen, anscheinend keine Grenzen gesetzt. Das Prinzip ist dabei stets dasselbe: Fehlt die Darstellung andersfarbiger Menschen, zeugt dies zwingend von Rassismus und weißen Normismus. Sind andersfarbige Menschen jedoch abgebildet oder berücksichtigt, dann ist ihre Darstellung sowieso rassistisch. Nun wird auch unser Kinderspielzeug durch dieses bornierten Raster geschoben.

Einerseits wird seit Jahren versucht, „antirassistisches Spielzeug“ verstärkt in Umlauf zu bringen – bei dem es sich in Wahrheit um positivrassistisches Spielzeug handelt, etwa durch gezielt schwarze Superhelden oder „Blackfacing“ existierender Helden. Andererseits wird auch hier die Traditionspflege einer retrograden Zensur unterzogen (so wie dies derzeit auch mit Literatur, Filmen und Kunstwerken aus Zeiten geschieht, in denen eine andere Weltsicht und andere Wertesysteme herrschten). So widmet sich nun eine Schau des Deutschen Spielzeugmuseums – passenderweise mit Sitz in Nürnberg – dem Thema „Rassismus bei Kinderspielzeugen“ – vor allem was Exponate aus früheren Zeiten betrifft.

Unter der ideologischen Woke-Brille wählten Mitarbeiter des Museums, die sich laut „Berliner Zeitung“ (BZ) in den vergangenen Jahren „mit offensichtlichem, aber auch verstecktem Rassismus in Spielsachen intensiv beschäftigt“ hatten, gezielt Spielzeuge aus, die angeblich „rassistische Klischees und Stereotype“ transportieren sollen. Wenn also etwa eine Puppe schwarz ist und nichts als einen Lendenschurz mit Leopardenmuster trägt, dann muss es sich zwingend um Rassismus handeln; wahrscheinlich stand in Achtzigern auch Grace Jones, in eben diesem Look, schon für Rassismus, nur merkte es damals keiner – auch sie selbst nicht.

Schwarze Puppe, weiße Puppe – in jedem Fall rassistisch

Noch stutziger macht jedoch das Gesicht der Puppe„, entfährt es der BZ-Redakteurin – und in der Tat: „Irgendetwas stimmt damit nicht. Es sind die Gesichtszüge einer hellhäutigen Puppe„, zitiert die Zeitung Mascha Eckert vom Spielzeugmuseum. „Nur eben schwarz eingefärbt. Gleiches gilt für die Haare.“ Leider bleibt hier die Gegenfrage aus: Wie würde es wohl interpretiert werden, wären der Puppe „schwarze Gesichtszüge“ verpasst worden? Dann wäre der „Rassismusfaktor“ durch offenkundige Jim-Crow-Diskriminierung wohl noch evidenter gewesen.

Ziel der heute startenden Nürnberger Ausstellung ist es übrigens, „für mehr Vielfalt in den Spielzeugregalen“ werben zu wollen. In Wahrheit handelt es sich um eine Ideoligisierung des Kinderzimmers – indem nicht nur eine jahrhundertealte Spielzeugkultur im Ungeist der Cancel-Kultur ausgemustert und als abschreckendes Fanal per Ausstellung intoxiziert wird, sondern auch noch Verunsicherung bei Kindern und Eltern geschürt wird, was sie guten Gewissens überhaupt noch als Spielzeug verwenden sollen, ohne dem Bannstrahl von PC und „Alltagsrassismus“ anheimzufallen.

Denn auch die Idee zu diesem weiteren kultur- und traditionszersetzenden Säurebad stammt natürlich aus dem Gefolge des Black-Lives-Matter-Wahns; denn ins Rollen gebracht hat die Ausstellungsidee laut der Zeitung eine schwarze Amerikanerin, die sich nach ihrem Museumsbesuch in Nürnberg bei Leiterin Karin Falkenberg über ein um 1912 entstandenes Blechspielzeug beklagte. „Dieses stellt einen schwarzen Mann dar, den man mit einem Aufziehschlüssel zum Tanzen bringen kann“, so die Mueseumschefin. Die Schwarze war aufgebracht und sagte, es sei purer Rassismus, was wir da zeigen.

Black Idiots Matter

Ob das Museumspersonal vor der Besucherin niederkniete, ist nicht überliefert; statt dieser jedenfalls zu erklären, dass es zur Beschäftigung mit der eigenen Geschichte und Identität zwingend gehört, Exponate der Vergangenheit zu zeigen, anhand derer auch der gesellschaftliche Wandel erst deutlich werde, verhielt sich die Nürnberger Museumsleitung genau so, wie es im kulturmarxistischen Idiotistan dieses besten Deutschlands aller Zeiten heute eben üblich ist: Sie ging in Sack und Asche.

Die „irritierte“ Chefin recherchierte pflichtschuldigst den „Hintergrund“ des kritisierten Spielzeugs – und ließ dann „das gesamte Museum nach anderen rassistischen Exponaten überprüfen„, mit dem Ziel, „eine dauerhafte Lösung für solche Objekte zu finden„. In die Mülltonne zu werfen, wie dies die Cancel-Culture-Taliban und woken Bilderstürmer wohl am liebsten sähen, erschien ihr vermutlich zu radikal. So verfiel sie auf die Idee einer Ausstellung.

Vor genau diesem Problem standen übrigens auch deutsche Museumsleiter und Kustodes im Dritten Reich, bei der Frage nach dem angemessenen Umgang mit dem reichhaltigen Erbe jüdischer Kunstwerke. Das Ergebnis war auch damals eine Ausstellung: „Entartete Kunst“.