Historische Mega-Katastrophe: Das Magdalenenhochwasser 1342

Bregenz, Hochwasserstände am Bodensee - Foto: Imago

Die perfidesten Lügen sind, wenn repressive Maßnahmen mit der Schutzbedürftigkeit derjenigen begründet werden, die unter diesen Maßnahmen zu leiden haben. Der Klimaschutz ist eine solche Lüge. Das verheerende Hochwasser an den Flüssen im Südwesten und im Westen Deutschlands war entgegen der gängigen Behauptungen in den Medien mitnichten das schlimmste, das es „seit Menschengedenken“ gegeben hat. Vor knapp 700 Jahren gab es das sogenannte Magdalenenhochwasser, in dem halb Mitteleuropa abgesoffen ist. „Menschengedenken“ taugt offenbar nicht als Maßeinheit.

von Max Erdinger

Klimawandel, Klimawandel den ganzen Tag. Klimaziele, Klimaschutz und pi-pa-po. Wenn Wasser auch sonst zum Löschen verwendet wird, in diesen Tagen befeuert es die ohnehin schon komplett wahnsinnige Weltklimahysterie. Warum funktioniert das? – Weil Menschen dazu neigen, Veränderungen während ihrer eigenen Lebenszeit als Wandel zu begreifen. Gibt es in der eigenen Kindheitsheitserinnerung noch Schnee von November bis März, und gibt es ihn heute nicht mehr, dann wird das begriffen als Beweis für einen ungewöhnlichen Klimawandel. Noch besser: Als Beweis für den menschengemachten Klimawandel. Die Menschengemachtheit des Klimawandels befriedigt drei Illusionen zugleich. Die erste Illusion ist die, daß der Mensch in der Vergangenheit etwas fürchterlich verkehrt gemacht haben muß und daß er dadurch Schuld auf sich geladen habe. Die zweite Illusion ist die, daß er Sühne zu leisten habe für seine vergangenen Verfehlungen, indem er sich „bessert“. Die dritte Illusion ist, daß er mit seiner „Besserung“ in Sachen Klimawandel tatsächlich etwas bewirken könne, das sozusagen einer selbstgemachten Belohnung für das Ertragen repressiver Maßnahmen gleichkommt, auch wenn diese Belohnung bestenfalls künftige Generationen kassieren. Möglich werden diese drei Illusionen durch die „Herrschaft des Anthropozentrismus“ als der bestimmenden Denkrichtung der Gegenwart.

Die Ahr

Der kleine Fluß namens Ahr, der in diesen Tagen so viele Menschenleben mit sich gerissen hat, als er zu einem reißenden Strom anschwoll, wurde nicht zum ersten Mal zur Bedrohung. Legendäre Hochwässer gab es in den Jahren 1804 und 1910, so daß das Hochwasser des Jahres 2021 erscheint als eines, das einer etwa 110-jährigen Regelmäßigkeit folgt. Wahrscheinlich ist das aber Zufall. Ob das Hochwasser in den Jahren 1804 und 1910 nicht noch wesentlich verheerender ausgefallen wäre als das derzeitige, wenn damals bereits so viel Bodenfläche versiegelt gewesen wäre wie heute, mag ausrechnen, wer will.

Das Magdalenenhochwasser im Jahr 1342

Vor knapp 700 Jahren gab es fast in ganz Mitteleuropa eine Flutkatastrophe, die alles in den Schatten stellt, was es seither gegeben hat. Bei Wikipedia finden sich „Zeugenaussagen“ aus dem Mittelalter, die allein schon ihrer Formulierungen wegen ans Herz gehen.

Bericht aus Frankfurt am Main: „Am dritten Tag vor Maria Magdalena biß auf ihren tag ist der Meyn so groß gewesen, daß das waßer ganz und gar umb Sachsenhausen ist gangen und zu Frankfurt in alle kirchen und gaßen

Bericht aus Mainz: „[wo im Dom] das Wasser einem Mann bis zum Gürtel stand

Bericht von Curt Weikinn: „In diesem Sommer war eine so große Überschwemmung der Gewässer durch den ganzen Erdkreis unserer Zone, die nicht durch Regengüsse entstand, sondern es schien, als ob das Wasser von überall her hervorsprudelte, sogar aus den Gipfeln der Berge […], und über die Mauern der Stadt Köln fuhr man mit Kähnen […], Donau, Rhein und Main trugen Türme, sehr feste Stadtmauern, Brücken, Häuser und die Bollwerke der Städte davon, und die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben […], ereignete es sich in Würzburg, daß dort der Main mit Gewalt die Brücke zertrümmerte und viele Menschen zwang, ihre Behausungen zu verlassen.

Bericht aus Würzburg: „Am Maria Magdalenatag und am folgenden Tag fiel ein außerordentlicher Wolkenbruch, welcher den Mainstrom so sehr anschwellte, daß der selbe allenthalben weit aus seinem Bette trat, Äcker und Weingärten zerstörte und viele Häuser samt Bewohner fortriß. Auch die Brücke in Würzburg sowie die Brücken anderer Mainstädte wurden durch die Wuth des Gewässers zertrümmert. In der Stadt Würzburg trat der Strom bis an die erste steinerne Säule an den Domgreden.

Auf einen schneereichen Winter, der im Februar bereits in Prag zu Überschwemmungen durch das zusätzliche Schmelzwasser in der Moldau geführt – und die Vorläuferin der heute weltberühmten Karlsbrücke zerstört hatte, folgte im Jahr 1342 ein nasser Frühling. Die Böden waren mit Wasser vollgesogen, als im Juli eine Hitzeperiode einsetzte, welche die Oberflächen schnell austrocknete und verhärtete, so daß sie kein Wasser mehr aufnehmen konnten. Dann kam der große Regen. Etwa vom 19. bis zum 22. Juli zog ein Regengebiet vom Südosten her in nordwestlicher Richtung über Deutschland hinweg, als hätte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Im Maingebiet gab es Niederschlagsmengen von mindestens 175 mm im Durchschnitt. Die Katastrophe steigerte sich vier Tage lang. Am Packhof in Hannoversch Münden, am Zusammenfluß von Werra, Fulda und Weser gelegen, gibt es acht Pegelmarkierungen für Hochwasser. Der niedrigste und jüngste Pegel wurde demnach im Jahr 1995 erreicht, der mit weitem Abstand höchste beim Magdalenenhochwasser am 24. Juli 1342.

Vom Magdalenenhochwasser 1342 schwer getroffen wurden der Rhein, der Main, die Donau, die Mosel, die Moldau, die Elbe, die Weser, die Werra und die Unstrut. Entlang der Donau verloren über 6000 Menschen ihr Leben. In den Chroniken der Städte Würzburg, Frankfurt am Main, Mainz, Köln, Regensburg, Passau und Wien kann man heute noch nachlesen, welche Verheerungen das Magdalenenhochwasser 1342 mit sich brachte. Fast alle Brücken waren damals zerstört worden. Flüsse änderten ihren Lauf. Die Regnitz, ein kleines Flüßchen, das in Franken noch zwei andere Namen hat, nämlich Pegnitz und Rezat, riss In Bamberg eine Brücke samt Turm ein. Das Dorf Winnefeld im Solling gab es nach dem Magdalenenhochwasser nicht mehr. In Duisburg folgte den Überschwemmungen die Verlandung des Altrheinarms, wodurch sich Duisburg von einer blühenden Handelsstadt zu einer unscheinbaren Ackerbürgerstadt zurückentwickelte. Wikipedia: „Die topographischen Konsequenzen des Hochwassers können heute noch nachgewiesen werden. Die Masse des erodierten Bodenmaterials betrug ca. 13 Milliarden Tonnen. Das entspricht etwa der Menge, die bei normalen Wetterbedingungen in 2000 Jahren verloren geht.“ – Die Erosion von 2000 Jahren! Innerhalb weniger Tage.

Auf das Magdalenenhochwasser folgten Jahre mit kalten und nassen Sommern, die „in Verbindung mit dem erodierten Boden zu Ernteeinbußen führten„. Die daraufhin einsetzenden Hungersnöte, direkte Folgen des Magdalenenhochwassers also, verstärkten auch noch die Auswirkungen der europäischen Pestepidemie in den Jahren 1346 bis 1353.

Was wäre 1342 gewesen, wenn?

Man stelle sich vor, was während des Magdalenenhochwassers im Jahr 1342 passiert wäre, wenn das Land damals bereits so dicht besiedelt – und wenn die Böden damals bereits so versiegelt gewesen wären wie heute. Die Pegelstände hätten sich vermutlich noch einmal verdoppelt. Damals gab es kaum versiegelte Böden. Einen „menschengemachten Klimawandel“, der per CO2-Ausstoß aus Verbrennungsmotoren, Industrieschloten und Düsentriebwerken entstanden wäre, gab es damals auch nicht. An der Ahr gab es in den Jahren 1804 und 1910 – „klimatechnisch“ betrachtet – ebenfalls weit weniger „Menschengemachtes“ als heute.

Was war 1540?

Ein weiteres Horrorjahr ist den Chroniken zufolge das Jahr 1540 gewesen. Auch für jenes Jahr ist kein „menschengemachter Klimawandel“ verantwortlich zu machen, genauso wenig wie für das gesamte Jahrzehnt zwischen 1440 und 1450. Im Jahr 1540 hat es über zehn Monate lang keinen Tropfen geregnet, die sommerliche Hitze war extrem mit Temperaturen jenseits der 40°- Marke. Das Jahr darauf war alles wieder „ziemlich normal“. Für das Katastrophenjahr 1540 kommt ebenfalls keine „menschengemachte Klimakatastrophe“ in Betracht.

Die Narrative des 20./21. Jahrhunderts

Wer keine Mehrheiten dafür bekäme, Gesellschaften nach seinen Vorstellungen zu ändern, dummerweise aber in Demokratien lebt, wo solche Mehrheiten notwendig wären, der wählt einen Umweg. Katastrophennarrative sind ein hervorragender Umweg, um zu erreichen, was anders nicht zu erreichen wäre. Es wird ein gemeinsames Interesse behauptet, dem sich alles unterzuordnen hat. Wer nicht mitmacht, wird zum asozialen Aussätzigen, dem Wohl und Wehe seiner Mitmenschen am Allerwertesten vorbeigehen. Das Katastrophennarrativ ist hervorragend geeignet, ganz andere Ziele als das behauptete zu verfolgen. Und das ist es, worum es sowohl beim Pandemienarrativ als auch beim Klimawandel-Narrativ gehen dürfte.

Die Zornesader

Wer solche Narrative in die Welt setzt, obwohl sie meilenweit an der Realität vorbeischießen, sollte sich allmählich sicher werden, daß er nicht ungeschoren davonkommen wird, es sei denn, es ereilt ihn ein gnädiger Tod, bevor ihn die „Rache der wachgewordenen Verarschten“ erwischt. Die wären nämlich völlig zu Recht stinksauer, wenn ihnen klar wird, daß sie einzig und allein zur Sicherung des Wohllebens einer gewissen, sich weltkimabesorgt gerierenden Elite nach Strich und Faden hinters Licht geführt worden sind und sich deshalb repressiven Maßnahmen beugten in der Annahme, sie täten es zum Wohle ihrer Mitmenschen, zu ihrem eigenen Wohl oder dem ihrer Kinder. Der Tag wird kommen, an dem „sowas von Schluß“ ist mit den völlig zu Recht so genannten „linken Methoden“. Die Zornesader schwillt bereits gewaltig.