PEI: Mehr als 100.000 schwere Nebenwirkungen in Deutschland gemeldet

Medizinischer Notfall (Symbolbild:Shutterstock)

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet über mehr als 100.000 gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung im vergangenen halben Jahr alleine in Deutschland. EU-weit sollen mehr als 1000 Tote im Zusammenhang mit der Covid-19 Impfung zu beklagen sein.

106.835 gemeldete Verdachtsfälle im Zusammenhang mit den neuarteigen Vakzinen hat das PEI seit Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 30.06.2021 bisher registriert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts seien bis zum 30.Juni insgesamt 74.871.502 Impfungen durchgeführt worden, davon 54.898.640 Impfungen mit Comirnaty (BioNTech), 6.471.052 Impfungen mit Spikevax (Moderna), 11.570.155 Impfungen mit Vaxzevria (AstraZeneca)und 1.931.655 Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff Janssen.

49.735 Verdachtsfälle wurden zur Impfung mit Comirnaty gemeldet, 14.153 Verdachtsfälle zu Spikevax, 39.398 Verdachtsfälle zu Vaxzevria und es gab 3.061 Meldungen zum COVID-19-Impfstoff Janssen.

Die Melderate betrug in dieser Zeit laut PEI für alle Impfstoffe zusammen 1,4 pro 1.000 Impfdosen, für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,1 pro 1.000 Impfdosen gesamt. Als „seltene“ Nebenwirkungen gelten u.a. Myokarditis und Perikarditis, auf die jetzt auch im Beipackzettel hingewiesen werden muss.

In Deutschland wurden bis Ende Juni insgesamt 173 Fälle einer Myo- und/oder Perikarditis in unterschiedlichem zeitlichen Zusammenhang nach Comirnaty bei insgesamt mehr als 54 Millionen verimpften Dosen sowie 31 Fälle nach Spikevax bezogen auf mehr als 6,4 Millionen Impfdosen berichtet, so das PEI.

Ebenfalls selten – venöse und/oder arterielle Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie (TTS), die in einigen Fällen tödlich endeten. Die Thrombosen können in zerebralen Hirnvenen, Milz-, Leber- oder Mesenterialvenen auftreten. Bei mehreren der betroffenen Patientinnen und Patienten wurden hohe Konzentrationen von Antikörpern gegen Plättchenfaktor 4 (PF4) sowie eine starke Aktivierung von Thrombozyten in entsprechenden Tests nachgewiesen. Die Dunkelziffer könnte weit höher sein, denn nicht alle TTS-Fälle würden an das PEI weitergeleitet werden.

„Es sind mehr Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS) nach Vaxzevria in Deutschland gemeldet worden, als aufgrund der Anzahl geimpfter Personen zufällig erwartet würde, was auf ein Risikosignal hinweist“, meldet das PEI. Auch hier ist die Konsequenz eine Warnung im Beipackzettel. Gemeldet wurden auch Zyklusstörungen z.B. starke Menstruationsblutung, vaginale Blutung, Zwischenblutungen aber auch Dysmenorrhoe und postmenopausale Blutungen.

Insgesamt melde das PEI für das erste halbe Jahr in Deutschland nach der erstmaligen bedingten Zulassung eines COVID-19-Vakzins in der Europäischen Union (EU) 1.028 Todesfälle im Gefolge einer Impfung, so RTDeutschland. In dem genannten Zeitraum wurden insgesamt 74.871.502 Impfdosen verabreicht. (MS)