Ist Jörg Kachelmann beim Scheißen vom linken Blitz getroffen worden?

Jörg Kachelmann (Foto:Imago/FutureImage)

Fäkalsprache, Zoten gegen Rechts, AfD-Bashing: Offenbar ist dem gefallenen Schweizer Wetterfrosch Jörg Kachelmann kein Manöver zu plump, kein Mittel zu billig, um die Rehabilitierung durch das öffentlich-rechtliche Medienestablishment in Deutschland zu erbetteln und sich für die Wiederaufnahme in den Kreis der Selbstgerechten unter den Völkern zu qualifizieren. Anti-Rechts-Tiraden als Ausweis der korrekten Gesinnung ziehen sich schon seit Längerem wie ein roter Faden durch seine Tweets, egal ob es übers Klima oder Corona geht. Was Kachelmann jetzt jedoch im Fragebogen der „Jungen Freiheit“ (JF) absonderte, schießt jeden Vogel ab.

Seine AfD-Phobie und pathologische Obsession „gegen Rechts“ (in bemerkenswerter Undifferenziertheit und plakativer Oberflächlichkeit vorgetragen) tragen mittlerweile Züge eines persönliches Exorzismus, mit dem Kachelmann nicht nur eigene Dämonen zu bekämpfen scheint, sondern sich mutmaßlich seinen früheren Auftraggebern bei der ARD-Senderfamilie oder sonstigen Formaten des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks andienen möchte. Denn welche bessere Referenz gibt es in diesen Zeiten, als politisch „Haltung“ zu bekunden – ob als Gesundheits- oder Wetterexperte, ganz egal. So gesehen, führt Kachelmanns Schleimspur direkt zu den ÖRR.

Alles ist politisch – und bei Kachelmann bestimmt der Kampf gegen Rechts denn auch religiöse oder transzendentale Sinnfragen, ebenso wie Reiseträume oder Lieblingsbeschäftigungen. Wer sich fragt, ob der Mann als Folge seiner traumatischen Erfahrungen als Justizopfer nicht vielleicht womöglich doch bleibende mentale Schäden davongetragen hat, den muss die Lektüre seiner Antworten im JF-Fragebogen zumindest nachdenklich stimmen:

(Screenshot:JF)

Sogar wenn sich Kachelmann irre originell fühlte, indem er einer als Leitmedium der „neuen Rechten“ verschrienen Qualitätsmedium demonstrativ in die Parade fahren wollte, indem er vermeintlich innerhalb deren redaktionellen Horizonts blieb, so ging der Schuss nach hinten los – bestätigt er damit nämlich nur die Holzschnittartigkeit und Vorurteilsbehaftung seines eigenen Schubladendenkens – und damit eine für einen Wissenschaftler und Medienpersönlichkeit erbarmungswürdige Kleingeistigkeit.

Niveau und Streitkultur sind bei Jörg Kachelmann dabei leider schon lange auf der Strecke geblieben, dazu genügt ein Blick in seine Timeline auf Twitter, die voll ist mit „Perlen“ wie etwa dieser hier, in der er auf einen Kommentar zu dem besagten „JF“-Fragebogen antwortet:

(Screenshot:Twitter)

Bleibt zu hoffen, dass Kachelmann seine Aufmerksamkeitsdefizit-Störung baldmöglichst überwindet und in den Griff bekommt. Wer weiß, zu welchen Methoden der Schweizer sonst noch greift, um sich in Deutschlands Politzirkus bei den „Richtigen“ Liebkind zu machen. Seine Performance ist jedenfalls jetzt schon gruselig genug. Er sollte besser beim Wetter bleiben.