Geht das Virus nicht an Schwule? „Gay-Pride“ in Berlin mit 65.000 Teilnehmern

Ohne Maske, ohne Abstand, ohne GGG-Kontrollen... aber "queer", und nur das zählt: CSD 2021 gestern in Berlin (Foto:Imago/Eibner)

Widerwärtige Heuchelei seitens der deutschen Politik und Medien, wie sie in diesem regenbogenbunten Taka-Tuka-Land nicht anders zu erwarten war: Dass bei der gestrigen Parade zum Christopher Street Day nicht weniger 65.000 „LBGQT+“- und Queerpeople durch Berlin zogen und dort „die größte Demo in der Coronakrise feierten„, wie die linke Presse jubelt, rief natürlich weder den Verfassungsschutz, prügelnde Polizisten noch die Stimmen auf den Plan, die sich ansonsten über jedes Superspreader-Event – erst recht derzeit, nach Logik der Delta-Deppen – empören.

Wer für bürgerliche Freiheiten auf die Straße geht, ist seit 2020 ein Fall für den Verfassungsschutz; wenn es jedoch um Freiheit für Schwule und Konsorten geht, dann ist alles erlaubt. Wer für „Quer“-Denken und Quer-Sein steht, ist für den Staatsschutz ein potentielles Sicherheitsrisiko; wer sich „Queer“ auf die Fahnen schreibt, vor dem verneigen sich Staat und Zivilgesellschaft – auch wenn es sich um ein astreines Superspreaderereignis handelt. Berlins linker Senator Klaus Lederer ruft Berlin zur „queeren Freiheitszone“ aus und entblödet sich nicht, Ungarn und Polen als schwulenfeindliche Regimes darzustellen – obwohl die Gay-Pride-Paraden in Budapest, Warschau und auch Prag teilweise sogar noch größer, prächtiger und ausgelassener sind als die in Berlin; trotz der nationalkonservativen Regierungen.

Die Behörden, Politiker und Medienvertreter jedoch, die sich anlässlich der gestrigen Berliner Regenbogen-Selbstinszenierung, dieser schrill-quietschbunten Massenveranstaltung vor Verzückung einnässen und an ihrer eigenen „Toleranz“ berauschen, sind in Wahrheit die Totengräber jeder Toleranz – auch wenn es ihnen selbst vermutlich nicht einmal mehr bewusst ist. Denn längst ist es ihnen in Fleisch und Blut übergegangen, Demonstrationen anzufeinden und als gemeingefährliche Veranstaltungen zu brandmarken, welche nicht-degenerierte, nicht-woke oder nicht-diverse Inhalte zum Gegenstand haben. Wer immer für weitaus ernstere Fragen auf die Straße geht – ob wie gesellschaftliche Freiheiten, Demokratie in Coronazeiten, Impfzwang, aber auch Islamisierung oder Migrationspolitik – wird entweder in den Kategorien von Scham und Schande niedergemacht – oder über die Krücke der Corona-Verstöße zum Sicherheitsrisiko erklärt.

Für „Gute“ und „Respekts“-Personen gelten andere Maßstäbe

Wunderbarerweise war dies in der Berichterstattung zu gestern, zu „Hoogay“ und „Happy Pride“, kein Thema. Wenn gegen die richtigen Feindbilder protestiert wird, ist plötzlich auch das Virus kein Thema mehr, sind Massenveranstaltungen (die noch vor drei Wochen dieselben Journalisten bei vollen EM-Stadien ausflippen ließen so gar kein Thema mehr. „Mehr Politik, weniger Party war dieses Mal die Devise… Wegen der Corona-Pandemie sollte der CSD einige Nummern kleiner ausfallen. Dennoch waren laut Polizei 65.000 Leute unterwegs, die Veranstaltenden sprachen sogar von 80.000„, jubelte etwa der „Tagesspiegel“ (TS) – der bei sämtlichen bisherigen Berliner Freiheits- und Coronademos die Infektionsgefahren beschworen und die angebliche Verantwortungslosigkeit der Teilnehmer angeprangert hatte.

Doch bei „wichtigen“ Themen machen dann sogar Delta, die Impfzurückhaltung und drohende vierte bzw. fünfte Wellen eine Pause… und deshalb muss man im Kontext CSD auch nicht mehr darüber berichten. Das Virus befällt anscheinend keine Schwulen und Lesben, keine Menschen mit Regenbogenfahnen, mit einer Vielzahl an geschlechtlichen Identitäten, mit Transgender- oder Travestiegelüsten. Und hier kann dann auch der Senat im R2G-Shithole seine uneingeschränkte Solidarität zum Ausdruck bringen – bis hinunter auf die Ebene der Müllmänner (TS: „die ganz heißen Feger in Orange„), die dann auch auf Twitter ganz wie erwünscht dem ideologietriefenden Zeitgeist huldigen:

(Screenshot:Twitter)

Die extreme Ungleichheit vor dem Gesetz in diesem Merkeldeutschland, die dieser ungeheuerliche Doppelstandard im öffentlichen Umgang mit verschiedenen gesellschaftlichen „Aktivisten“- bzw. „Protestgruppen“ zutage bringt, hat aber auch ihr Nützliches: Vielleicht liegt hier ja eine leise Hoffnung für jene, die wegen ihrer Wahrnehmung der „freien Impfentscheidung“ demnächst von einer Alltagsdiskriminierung nie gekannten Ausmaßes betroffen sein werden. Einfach die sexuelle Identität wechseln, oder sich als queere Person sichtbar machen – dann dürfte ein fehlender Impfpass keine Rolle mehr spielen, dann gelten dieselben Privilegien wie für Persons of Color; dann sind Sonderrechte „all inclusive“. Denn welcher deutsche Verwaltungbeamte, welcher Richter, welcher Ordungshüter und welches Unternehmen will sich schon der Homophobie und „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ verdächtig machen? (DM)